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Goldman-Chef Lloyd Blankfein: Warum Donald Trump doch die bessere Wahl war als Hillary Clinton

Na das sind mal Änderungen der Sichtweise! Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein unterstützte noch im Wahlkampf Hillary Clinton. Welcher halbwegs klar denkende Wirtschaftslenker hätte sich schon öffentlich zu Donald Trump bekannt? Was für ein Skandal wäre...

FMW-Redaktion

Na das sind mal Änderungen der Sichtweise! Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein unterstützte noch im Wahlkampf Hillary Clinton. Welcher halbwegs klar denkende Wirtschaftslenker hätte sich schon öffentlich zu Donald Trump bekannt? Was für ein Skandal wäre das gewesen, sich an die Seite dieses „Verrückten“ zu stellen.

Aber jetzt, wo die Aktienmärkte „nur noch steigen“, wo die Unternehmenssteuern drastisch gesenkt wurden, und alles immer weiter gepusht wird, sieht Blankfein Donald Trump nicht mehr ganz so schlimm. So sagte er aktuell, dass falls Trump nicht gewonnen hätte, und an seiner Stelle Hillary Clinton Präsidentin geworden wäre… er wette darauf, dass die US-Wirtschaft heute besser da stehe als unter einer Präsidentin Clinton. Im folgenden Video können Sie das auch von Blankfein im Original hören.

Über den besseren Präsidenten Trump spreche er aber nur, wenn es um die Wirtschaft gehe, so Blankfein. Damit will er sich wohl gleich vom beleidigenden Proleten Trump distanzieren, der kein Tabu auslässt bei seinen Eskapaden. Im Umkehrschluss meint Blankfein damit aber auch: Hillary Clinton hätte halt „einfach so weitergemacht“ wie Obama und Bush vorher. Einfach so vor sich hin regieren. Ein bisschen Klima-Politik, ein bisschen Außenpolitik, hier und da Hände schütteln, hier und da eine Solar-Fabrik einweihen, und das war´s (unsere Interpretation).

Blankfein gibt damit zu, dass Trumps Stimulus-Maßnahmen die Wirtschaft pushen. Erstmal pusht die Wall Street mit steigenden Kursen die Tradingkonten von Millionen Amerikanern in die Höhe, womit sie optisch reicher werden, und sich trauen mehr zu konsumieren. Auch hat Trump quasi dem Umweltschutz den Kampf angesagt, und lässt Land auf Land ab die Öl-Produzenten pumpen was das Zeug hält. Das pusht die Wirtschaft ebenfalls. Und schließlich wird die aktuelle massive Steuersenkung einen spürbaren Effekt haben.

Der Haken an der Sache

Wie auch Blankfein anmerkt, könnte die Sache nicht so schön enden, wie sie aktuell läuft. Die Trump-Administration könnte mit ihren Maßnahmen die Wirtschaft zur Überhitzung bringen, was die Inflation in die Höhe treiben sollte. Blankfrein spricht das US-Haushaltsdefizit an, dass durch 1,5 Billionen Dollar Steuersenkungen stark ansteigen dürfte. Also eine durch Schulden erkaufte Euphoriewelle! 300 Milliarden Dollar an zusätzlichen Ausgaben würden die Euphorie noch weiter anheizen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das alles schlecht ende, sei gestiegen. Damit meint Blankfein schneller als gedacht steigende Zinsen um die Inflation zu zügeln. Die höheren Zinsen wiederum sollten dann die Wirtschaft abwürgen, und Kredite massiv verteuern. Vor allem weil Konsumentenkredite in den USA oft mit flexiblen Zinsen ausgestattet sind, wird das ein richtiges Problem. Ach ja, Trumps Beraterteam besteht zu guten Teilen aus ehemaligen Goldman Sachs-Bankern… so zum Beispiel sein wichtigster Wirtschaftsberater und sein Finanzminister.


Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein. Foto: Financial Times photos – https://www.flickr.com/photos/financialtimes/6310829230/in/photostream (CC BY 2.0)



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2 Kommentare

  1. „Aber jetzt, wo die Aktienmärkte „nur noch steigen““

    Naja, die Aktienmärkte steigen seit Anfang 2009 an.

  2. „Warum Donald Trump doch die bessere Wahl war als Hillary Clinton“

    Fällt eine solche Überschrift eigentlich unter das Label „Lügenpresse“? Geagt hat er, dass die Wirtschaft seiner Meinung nach heute besser dasteht, als es bei einem Sieg von Clinton der Fall gewesen wäre – gleichzeitig hat er aber klar gemacht, dass er Trump nicht für die bessere Wahl hält.

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