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Goldman Sachs beginnt am Trump-Wunder zu zweifeln..

Noch vor wenigen Wochen waren die Goldmänner voll der Zuversicht über den wundersamen Trump. Und jetzt stellt man fest: oh Gott, der hält ja seine Wahlkampfversprechen, auch die für die Märkte weniger schönen..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Kaum stellt man die Hälfte des Trump-Kabinetts durch Ex-Mitarbeiter wie Steve Mnuchin – schon überkommt den Platzhirschen des Investment Bankings, Goldman Sachs, der Zweifel an Donald Trump!

Noch vor wenigen Wochen waren die Goldmänner voll der Zuversicht über den wundersamen Trump: der werde die Steuern senken vor allem für Unternehmen, Regularien abschaffen und den großen Stimulus auspacken. Also erhöhte man seine Erwartungen für die Aktienmärkte, weil man ja unter Trump in der besten aller Aktien-Welten lebe.

Nun aber überkommt Goldman Sachs und damit gewissermaßen die Wall Street insgesamt ein leiser, aber doch lauter werdender Zweifel. Nach der Wahl, so Goldman Sachs Ende letzter Woche in einer Notiz an seine Kunden, wären bei Investoren, der Wirtschaft insgesamt und den Konsumenten die Erwartungen an die neue Administration die Zuversicht deutlich gestiegen. Aber nun stelle man fest, so Goldman, dass, anders als die Märkte erwartet hatten, nicht Steuersenkungen und andere „Zuckerl“ für die Aktienmärkte für Trump im Vordergrund stünden, sondern eher Zölle und der Kampf gegen Immigration. Damit habe sich die Balance eher in Richtung Risiko für die Märkte verschoben.


Foto: Gage Skidmore
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Nun gebe es für die Zunahme der Risiken drei Anzeichen, so Goldman Sachs:

1. Der Kampf um Obamacare zeige, dass trotz einer Mehrheit der Republikaner die Durchsetzung zentraler Politik-Felder wie die Aufhebung des Affordable Care Act (=Obamacare) schwieriger werde als zunächst gedacht. Die Schwierigkeiten bei der Abschaffung von Obamacare deutet darauf hin, dass es auch mit Steuersenkungen oder dem massiven Infrastrukturprogramm so schnell nichts werde. Steuersenkungen und das Infrastrukturprogramm seien daher eher eine Sache, die sich erst in 2018 dann umsetzen lasse. Autsch! Dabei hatte die Wall Street doch geglaubt, das sei alles gar kein Problem und schnell in die tat umgesetzt..

2. Die Polarisierung der politischen Parteien nähmen zu, wie die Auseinandersetzung über den Einreise-Stopp für Menschen aus sieben muslimischen Ländern gezeigt habe. Damit würden Umsetzungen von politische Anliegen, die die Zustimmung beider Parteien erfordern, deutlich schwieriger. Die Demokraten seien nun wieder geeint in der Ablehnung von den Exekutivorders von Trump, die Parteien stünden sich zunehmend konfrontativ gegenüber, selbst innerhalb der Republikaner zeigten sich erhebliche Widerstände gegen Trump..

3. Der Fokus Trumps auf Immigration und Zölle erhöhe nicht nur an den Finanzmärkten das Risiko für Verwerfungen, sondern auch für die Realwirtschaft, weil Trump doch tatsächlich die im Wahlkampf gegebenen Versprechungen umsetzen wolle, wie es derzeit den Anschein habe!

Potzblitz, möchte man den Goldmännern da zurufen – damit hat doch kein Mensch rechnen können, dass Trump so agiert. Dabei war doch die Rosinen-Pickerei der ersten Wochen nach dem Wahlsieg Trumps so schön: alles schien möglich, man suchte sich einfach das raus, was einem am besten gefiel, blendete alles anderes aus – und schon hatte man die wunderbare Trump-Rally, die zwar bar jeder Realität war, aber als Kurs-Geschehen dennoch Fakten schuf. Und jetzt kommt Goldman Sachs einfach so daher und sagt uns: ist doch alles nicht ganz so schön wie wir uns das alles vorgestellt haben?

Ach, dann wählen wir im nächsten Jahrtausend halt einen anderen.. weil so lange wird Trump doch an der Macht bleiben, hat er doch selbst gesagt, es als er meinte, jetzt beginne ein neues Millenium..

Übrigens: wenn Sie Umfragen in Medien sehen, die Trump keine guten Zustimmungswerte geben, dann glauben Sie davon kein Wort:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Erst wenn die Zustimmungsraten in der Bevölkerung für Trump bei sozialistischen 99% liegen, dann, ja dann, dürfen sie natürlich wieder daran glauben..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Toni

    6. Februar 2017 18:10 at 18:10

    Auf die Prognosen der Goldmänner scheisse ich sowieso,es waren doch sie,die beim Ölpreis bei ca.100 Dollar von 200 Dollar sprachen u.es waren wieder die Gleichen ,die bei ca. 30 Dollar von weiteren Tiefs bis 12 oder 10 Dollar prognostizierten??? Ich hoffe jetzt nur ,dass die vielen Ex-Goldmänner den Donald gut beraten.Frage an Herr Fugmann,warum nehmen solche Leute Ämter an bei denen sie nur ein Bruchteil von früher verdienen (Ich nehme an,dass sie weniger als der Präsident verdienen.)

    • Avatar

      Gerd

      6. Februar 2017 18:47 at 18:47

      Ich weiß nicht, was Herr Fugmann denkt, wenn Sie mich gefragt hätten, würde ich antworten, dass Geld eben nicht alles ist im Leben.
      Besonders dann, wenn man schon soviel hat, dass es man es nicht aufzubrauchen vermag, nicht mal unter Zuhilfenahme der gesamten Familie.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      6. Februar 2017 19:11 at 19:11

      @Toni, wen man zuerst Geld hat und dann Macht (politisch), ist das für viele Goldmänner sicher die Krönung!

      • Avatar

        KSchubert

        6. Februar 2017 19:21 at 19:21

        https://www.youtube.com/watch?v=–gPnRliBuE

        Kennen Sie das schon, Herr Fugmann? Ist so halb zum Lachen, halb zum Fürchten…

        (Die gewollte plumpe „Parodie“ von Bannon hat aber was!)

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          6. Februar 2017 19:24 at 19:24

          @KSchubert, ich finde Saturday Night großartig, dieses Video kenne ich auch, hab das abonniert..

        • Avatar

          Gerd

          6. Februar 2017 20:22 at 20:22

          Anscheinend wird immer eine Millisekunde bevor ich so ein You-Tube-Video aufrufe dasselbe gelöscht oder wie in diesem Fall zumindest „in meinem Land“ gesperrt.

          KSchubert sind sie vielleicht schon in einem anderen Land, womöglich schon in Panama mit Katamaransegler?

  2. Avatar

    Gerd

    6. Februar 2017 19:24 at 19:24

    @Markus Fugmann
    Nicht nur GS sondern sogar meiner Wenigkeit
    als Trump-Fan kommen so langsam Bedenken.

    Ich fürchte, es wird noch so weit kommen, dass ich bei Ihnen Abbitte leisten werde.
    Wobei sich das Fürchten darauf bezieht, dass alle meine Hoffnungen auf einen heraufziehenden Weltfrieden wegen Trump dahinschmelzen wie Schnee in der warmen Sonne.

    In den letzten Tagen, zeitlich nach dem FMW-Artikel über „Bannon-China-Krieg“ habe ich gelesen,
    dass die US-Botschafterin energisch darauf hingewiesen hat, Russland müsse sich in der Ostukraine anders verhalten,
    habe ich gelesen,
    dass Trump bei einem Telefonat mit Poroschenko diesem versichert habe, i h n bei der Befriedung der Ostukraine zu unterstützen,
    habe ich gelesen,
    dass die Sanktionen gegen Russland solange aufrecht erhalten bleiben, bis die Ukraine wieder das Sagen in der Krim habe.
    Hoffentlich habe ich mich verlesen oder es war nur alternativfaktisch gemeint.

    Ich hatte an und für sich gehofft, dass die bedingungslose Aufhebung der Sanktion eine von Trumps ersten überraschenden Handlungen sein könnten.

    Womöglich haben Sie Recht mit Ihrem Argwohn, was Krieg oder Frieden mit Trump angeht.
    Aber ich hoffe zunächst mal weiter, wir alle mögen davor bewahrt bleiben, dass Sie richtig liegen.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      6. Februar 2017 19:45 at 19:45

      @Gerd, na mal abwarten, aber vieles spricht dafür, dass wir es mit einem System charismatischer Herrschaft zu tun haben, das sich dynamisch radikalisiert; da werden jene Leute in den Ministerien gepusht, die radikal sind, diese lösen dann die alte Elite ab; die Gemäßigten, wie Rex Tillerson, werden früher oder später ausgetauscht; das System braucht letztlich den Krieg, um die Radikalisierung rechtfertigen zu können, das erste Ziel scheint nun der Iran zu sein.
      Wussten Sie, dass kürzlich im Jemen ca. 20 Kinder und Frauen getötet wurden bei einem von Trump befohlenen (bzw. genehmigten) Einsatz von US-Truppen? Da wurden radikale Islamisten ausgebombt, obwohl man wusste, dass da Frauen und Kinder mit dabei waren, das ist Teil dessen, was Trump angekündigt hat: man vernichtet nicht nur die Terroristen, sondern auch deren Familien; bei diesem Einsatz ist ein amerikanischer Soldat umgekommen, zu dessen Beerdigung Trump dann gereist ist (war vor vier Tagen glaube ich..)

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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