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Es rumort bei Goldman Sachs: Entlassungen, Abgänge von Hochkarätern – und ein Blick auf ihre EM-Prognosen

Wir hatten es ja angedroht - am 07.Juni in einem Artikel über die Algorithmus-basierte Prognose der Goldmänner. Und heute ist der Tag der ersten Abrechnung..

FMW-Redaktion

Wir hatten es ja angedroht – am 07.Juni in einem Artikel über die Algorithmus-basierte Prognose der Goldmänner. Und heute ist der Tag der ersten Abrechnung, wenn man so harsch formulieren darf – wir wollen uns einmal die Bilanz der Goldman EM-Prognose ansehen. Damals prognostizierte Goldman folgenden Verlauf ab dem Achtelfinale:

GoldmanKO-Runde
(Bitte anklicken, dann können Sie das Tableau gut erkennen)

Immerhin: von 16 Achtelfinalisten hatte Goldman unter Führung des Deutschen Jan Hatzius (Chefvolkswirt der Bank) 12 richtig getippt – nur die Ukraine, Rumänien, Russland und Österreich erreichten nicht – wie von den Jüngern Blankfeins erwartet – die K.O.-Runde. Island, das Überrraschungsteam, hatten ohnehin nur die Wenigsten auf dem Zettel, das kann man verzeihen.

Aber für das Viertelfinale wird das Bild doch deutlich trüber: Goldman erwartete die Ukraine, Spanien, England (!) und Russland im Viertelfinale – vor allem die Osteuopäer waren in der Realität davon sehr weit entfernt. Und Spanien wird nicht, wie Goldman erwartet hatte, im Finale stehen und dabei gegen Frankreich verlieren, das ist schon einmal klar. Mit Deutschland, Belgien, Frankreich und Portugal haben es also die die Hälfte der von Goldman erwarteten Kandidaten unter in die Runde der letzten acht geschafft.

Und weil Goldmans Chef Blankfein darüber so richtig sauer zu sein scheint, hat er kurzerhand ein paar ziemlich hochrangige Mitarbeiter gefeuert. Erst eine Entlassungsrunde im Mai, dann Anfang Juni weitere 100 Mitarbeiter – und jetzt 30 weitere, vor allem Trader. Kein Wunder: die Prognosen über die Finanzmärkte waren bisher, wie schon mehrfach thematisiert, schlicht katastrophal. Und das dürfte sich dann auch im Eigenhandel der Bank niedergeschlagen haben, weshalb vor allem Trader entlassen wurden.

Blankfein_CEO_Goldman_Sachs
Hat derzeit nicht so gute Laune wie noch auf dem Foto: Goldman Sachs CEO Lloyd Blankfein
Foto: http://www.goldmansachs.com/who-we-are/leadership/board-of-directors/images/lloyd-blankfein-193×193.jpg
CC BY-SA 3.0

Anfang der Woche hatte dann die mächtigste Figur im gesamten Europageschäft der Bank, Joseph Mauro (head of fixed income, currencies, und commodities European hedge fund sales für Europa) seinen Abschied erklärt. Freiwillig – oder kam er nur seiner Entlassung zuvor, weil die Performance so miserabel ist? Und gestern dann auch noch, so heißt es von Insidern, der plötzliche Rückzug von Eric Kramer, der für den Bereich high-yield („Junk Bonds“) bei Goldman verantwortlich zeichnet. Dazu in den letzten Tagen noch drei weitere hochrangige Manager, die plötzlich abtraten – es scheint zu rumoren bei Goldman Sachs.

Ach, Fußball und Finanzmärkte, das ist beides unglaublich schwer zu prognostizieren..



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1 Kommentar

  1. Ich fände es prima, wenn GS zum Sport wechseln würde, auch wenn die Trefferquote bescheiden ist. Dann bliebe dem Markt einiges erspart, https://lobbypedia.de/wiki/Goldman_Sachs

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