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Goldman Sachs glaubt immer noch an den Dollar und die Fed

FMW-Redaktion

Wer Geld verdienen will an der Börse, war zuletzt nicht wirklich gut beraten, auf die Empfehlungen von Goldman Sachs zu hören. So etwa bei der Empfehlung, Gold knapp über 1200 Dollar zu shorten – ein Trade, der mit einem Minus von 7% inzwischen von den Goldmännern geschlossen wurde. Ebenso wie der Versuch der Investmentbank, auf eine Aufwertung des Dollar gegegnüber Euro und Yen zu setzen – der Verlust lag hier bei 5%.

Aber bekanntlich ist nichts unerschütterbarer als der Glaube. Und die Goldmäner glauben eben unerschütterlich daran, dass die Fed die Zinsen anheben wird – und daher müsse eben auch der Dollar stärker werden. Der Greenback habe nun seinen Boden gefunden, glaubt Goldman, von nun an gehe es bergauf. Für die nächsten zwei Jahre erwartet die Investmentbank daher einen Zugewinn der amerikansichen Währung von satten 15%.

Eine erste Bestätigung sieht etwa der Chefanalyst bei Goldman für Währungen, Robin Brooks, in der Reaktion des Dollar auf die schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag – bekanntlich war die Zahl der neugeschaffenen Stellen so schlecht wie seit sieben Monaten nicht mehr ausgefallen. Aber der Dollar konnte trotzdem in der Folge leicht zulegen. Das zeige, so Brooks, dass der Markt sich zuletzt zu negativ gezeigt habe in Sachen US-Zinsanhebung und Ausblick für die amerikanische Wirtschaft.

Goldmann aber wähnt sich auf Seiten der Fed-Versteher, und zahlreiche Fed-Vertreter hatten zuletzt gesagt, die Juni-Sitzung der amerikanischen Notenbank sei ein „Live-Meeting“, sprich eine Zinserhöhung sei schon im Juni durchaus möglich. Die Märkte aber haben eine solche Anhebung im Juni praktisch komplett ausgepreist. Selbst für eine Zinsanhebung bis Dezember preisen die Fed Fund Futures eine Wahrscheinlichkeit von unter 50% ein.

Aber Goldman hat mit der Reaktion des Dollars nach den US-Arbeitsmarktdaten durchaus ein Argument: wenn ein Markt negative Fundamentaldaten nicht mehr negativ einpreist, will er gewöhnlich nach oben. Und die Positionierung der Märkte ist Dollar-negativ, das ist sichtbar nicht nur bei den Fed Fund Futures, sondern eben auch anhand der CFTC-Daten, wonach der Dollar so stark geshortet ist derzeit wie seit zwei Jahren nicht mehr. Würde der Dollar nun steigen, wäre das der Weg des größten Schmerzes – und die Märkte gehen oft den Weg des größten Schmerzes!

Und: der Dollar hat nun in den letzten drei Monaten Verluste erlitten. Als das zuletzt passiert war, nämlich in der Mitte des Jahres 2014, setzte der Greenback dann an zu einer saftigen Rally von 20%. Es kann also durchaus sein, dass die Goldmänner diesmal Recht behalten könnten – nachdem sie bislang in 2016 eine miserable Treffer-Quote hatten..



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1 Kommentar

  1. Der Dollar hängt am Öl (Petro-Dollar). Daraus folgt sein Status als Weltwährung. Die FED spielt da nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Zukunft Saudi-Arabiens. Da die Goldmänner das auch wissen, aber nicht erwähnen, wäre es interessant zu wissen, weshalb sie das nicht tun.

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