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Goldman Sachs: Nur Krieg oder eine Rezession können die Blase platzen lassen!

Donald Trump ist nun nicht mehr wie im Wahlkampf der Meinung, dass die Märkte in einer Blase seien. Und Goldman Sachs meint, dass nur zwei Dinge die nicht vorhandene Blase platzen lassen könnten: Krieg/Terror oder eine Rezession..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Als Donald Trump noch nicht US-Präsident war – das muß gefühlt schon sehr lange her sein – da sprach er öfter von der Blase an den Märkten. So zum Beispiel bei einer Rede Anfang Oktober 2016:

„We’re in a bubble right now. And the only thing that looks good is the stock market, but if you raise interest rates even a little bit, that’s going to come crashing down. We are in a big, fat, ugly bubble. And we better be awfully careful. And we have a Fed that’s doing political things. This Janet Yellen of the Fed. The Fed is doing political – by keeping the interest rates at this level. And believe me: The day Obama goes off (..) when they raise interest rates, you’re going to see some very bad things happen, because the Fed is not doing their Job“.

Also eine üble Blase an den Märkten, weil die Fed es versäumt habe, rechtzeitig die Zinsen anzuheben – was sie aber machen werde, sobald Obama aus dem Amt scheide. Nun: die Fed begann schon im Dezember mit den Zinsanhebungen, und Donald Trump ist auf einmal nicht mehr der Meinung, dass die US-Märkte in einer Blase seien, wie er mehrfach, zuletzt vorgestern verkündete:

Jetzt auf einmal kann es ihm also nicht hoch genug gehen an den US-Aktienmärkten – weil er ja Präsident ist und die Aktienmärkte nur wegen seiner Politik steigen, logisch. Nunja, das erste große Thema, die Ersetzung von Obamacare, ist noch nicht wirklich gelungen, geschweige denn das für die Märkte noch viel wichtigere Thema Steuerreform.


Donald Trump findet jetzt erstaunlicherweise nicht mehr, dass die Märkte in einer Blase sind..
Foto: Michael Vadon/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Das aber hat die Wall Street nicht davon abgehalten, weiter zu steigen – solange die Hoffnung auf die große Steuerreform am Leben gehalten wird. Die Volatilität ist nach wie vor sehr gering, und nun sagt Goldman Sachs, dass nicht einmal die Straffung der Geldpolitik durch die großen Notenbanken die Volatilität wirklich nachhaltig ansteigen lassen werde. Vielmehr gebe es nur zwei Dinge, die das verursachen könnten: Kriege oder Rezessionen.

Goldman Sachs hat sich dabei die Phasen niedriger Volatilität an den Märkte seit 1928 angesehen und dabei 14 Phasen gefunden, in denen die Volatilität an den US-Aktienmärkten sehr niedrig war mit Ständen des Volatilitätsbarometers VIX von 10 oder tiefer. Durchschnittlich dauerten diese Phasen niedriger Volatilität zwei Jahre, und wurden stets nur durch zwei Dinge beendet: entweder durch Krieg oder Terror, sowie durch Rezessionen.

Zwar habe die Volatilität, so Goldman, durch die kürzliche hawkishe Wende der Notenbanken zugenommen, aber das alleine reiche wohl nicht aus, um die Schwankungsbreite der Aktienmärkte von den derzeit niedrigen Niveaus nachhaltig nach oben zu bringen. Das können nur passieren, wenn die geopolitischen Risiken stark ansteigen würden – oder eben die Rezessionsrisiken stark steigen würden.

Derzeit sieht Goldman Sachs die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA bei 25% – womit die Investmentbank also vorsichtiger geworden ist, schließlich sah man das Rezessionsrisiko zuvor nur bei 10%. Dennoch: die Aktienmärkte hätten in der ersten Hälfte des Jahres 2017 Allzeithochs erreicht, weil die Wirtschaftslage gut gewesen sei, gleichzeitig die Zinsen niedrig und die Inflationserwartungen gedämpft gewesen seien.

Nun aber erwartet Goldman Sachs zwar keinen Abverkauf, wohl aber eine Konsolidierung: das Chance-Risiko-Verhältnis an den Aktienmärkten sei jetzt eher ungünstig, man positioniere sich daher neutral auf Sicht der nächsten 12 Monate, werde aber über derzeit sehr günstige Put Spreads auf kurzfristige Rücksetzer setzten und gehe nun vorerst von ansteigender Volatilität aus. Eine Long-Position im VIX sei wegen der hohen Roll-Kosten dagegen weniger attraktiv, während man mit den Put Spreads bei einem Fall des S&P500 von 7% sein Kapital mehr als versechzehnfachen könne..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    vogel

    5. Juli 2017 12:15 at 12:15

    Da hat Frau Yellen und die FED mal wieder goldmanrichtig mit ihrer Prognose gelegen, „keine neue Finanzkrise zu unseren Lebzeiten mehr erwarten zu müssen“.
    Denn seien wir ehrlich: Ist derzeit auch nur ein Hauch von Kriegs- oder Rezessionsgefahr in Sicht? ;-)
    (Sarkasmus aus)

  2. Avatar

    Beobachter

    5. Juli 2017 13:18 at 13:18

    Wenn die Börsen irgendwann nicht mehr steigen können,werden sie fallen,denn DIE DICKFISCHE WOLLEN BEWEGUNG u.keine Querbewegung mit + /- 2 %

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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