Folgen Sie uns

Aktien

Goldman Sachs und die US-Notenbank: 36,3 Millionen Dollar Strafe für Einblick in „vertrauliche Dokumente“

Hat Goldman Sachs hat bei der US-Notenbank Federal Reserve spioniert? Oder war es Schnüffelei? Oder sind rein zufällig vertrauliche Fed-Dokumente über die US-Bankenaufsicht bei Goldman Sachs gelandet?

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Hat Goldman Sachs hat bei der US-Notenbank Federal Reserve spioniert? Oder war es Schnüffelei? Oder sind rein zufällig vertrauliche Fed-Dokumente über die US-Bankenaufsicht bei Goldman Sachs gelandet? Wie auch immer – weil sie „unerlaubt“ vertrauliche Informationen der Fed nutzte, wurde Goldman Sachs jetzt zu einer Strafe von 36,3 Millionen Dollar verdonnert – das wird man gerade noch verkraften!

Goldman Sachs
Die Goldman Sachs-Zentrale in New York. Foto: Quantumquark/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Der Grund für die Strafe: Ein ehemaliger Fed-Mitarbeiter der New Yorker Filiale war zu Goldman Sachs gewechselt. Von Goldman aus nahm er Kontakt zu einem Ex-Kollegen bei der Fed auf, der ihm 35 vertrauliche Dokumente zukommen ließ. Beide wurden entlassen und zu Bewährungsstrafen verurteilt. Aber es geht noch weiter. Auch der Vorgesetzte des Goldman-Mitarbeiters wurde entlassen, weil er seinen Mitarbeiter nicht in ausreichendem Umfang beaufsichtigt habe. Laut Fed hätte er seinen Untergebenen evtl. sogar angestiftet. Aber gelesen haben will er die Dokumente nicht.

Wie auch immer, die beiden wurden entlassen. Also war am Vorgang selbst nicht die Bank schuld, sondern ein Mitarbeiter? So sieht es aus… also nur ein Versehen, das Fehlverhalten Einzelner. Bankmitarbeiter, die in den Fall verwickelt waren, dürfen nicht mehr für die Bank arbeiten, auch nicht als „Berater“, so die Fed. Auch schreibt sie in ihrer aktuellen Mitteilung Teil der Strafe sei auch die Anordnung an Goldman Sachs, dass die Bank künftig sicherstellen müsse, dass ihre Angestellten sich auch an geltendes Recht halten müssen. Ehrlich? Nochmal: Eine Bank muss nochmal separat durch ihr Aufsichtsorgan darauf hingewiesen werden, dass sich die Bankmitarbeiter an geltendes Recht halten müssen? Ist das nicht gerade für Bankmitarbeiter eine absolute Selbstverständlichkeit?

Also, wir halten fest: Alles eine Tat von einem oder zwei Goldman Sachs-Mitarbeitern? Weiter oben in der Bank wusste davon sicher niemand etwas? Und wenn, wie die Fed schreibt, Informationen aus diesen Dokumenten sogar in Kundenpräsentationen von Goldman auftauchten, dann ist das sicherlich ein Zufall, oder ein Missverständnis, oder ein Versehen!? Hier der Originaltext der Fed zu dem Vorgang:


The Federal Reserve Board on Wednesday ordered Goldman Sachs Group to pay a $36.3 million civil money penalty for its unauthorized use and disclosure of confidential supervisory information and to implement an enhanced program to ensure the proper use of confidential supervisory information. Additionally, the Board announced that it is instituting enforcement proceedings against Joseph Jiampietro, a former managing director at Goldman Sachs, seeking to impose a fine and permanently bar him from the banking industry stemming from his and his subordinates‘ unauthorized use and disclosure of confidential supervisory information.

Confidential supervisory information includes reports of bank examinations and other confidential reports prepared by banking regulators. It is illegal to use or disclose confidential supervisory information without prior approval of the appropriate banking regulator.

In levying the fine on Goldman Sachs, the Board found that the firm’s personnel improperly used confidential supervisory information of the Board in presentations to its clients and prospective clients in an effort to solicit business for the firm. Further, the Board found that from at least 2012, the firm did not have sufficient policies, procedures, or adequate employee training in place to ensure compliance with current laws prohibiting the unauthorized use or disclosure of confidential supervisory information. The Board’s order requires Goldman Sachs to put in place an enhanced program to ensure compliance with Board regulations concerning the receipt, use, and dissemination of confidential supervisory information.

The Board expects all firms, including Goldman Sachs, to comply with all U.S. laws, rules, and regulations. The board of directors of Goldman Sachs must ensure that its senior management implements an effective compliance risk management framework and that potential compliance risk failures are appropriately brought to the attention of senior managers and addressed immediately. The Board will actively monitor Goldman Sachs‘ effectiveness in doing so.

The order prohibits Goldman Sachs from re-employing individuals involved in the improper disclosure of confidential supervisory information or retaining them as consultants or contractors. In November 2015, the Board permanently barred a former Goldman Sachs employee from the banking industry following his guilty plea for the theft of confidential supervisory information.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    hans

    4. August 2016 14:27 at 14:27

    Das muß “Zufall“ sein, selten sowas seriöses wie die Golmänner gesehen/gelesen.

    War ein gewisser Draghi nicht auch mal bei diesem Verein? Denn der scheint mir auch so ein Seriöser zu sein.

  2. Avatar

    sabine

    5. August 2016 21:13 at 21:13

    Danke für den Artikel!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

weiterlesen

Aktien

Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

Avatar

Veröffentlicht

am

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

weiterlesen

Aktien

Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen