Die Aktienmärkte setzen ihre Talfahrt zu Wochenbeginn fort. Die Anleger verkaufen Aktien und flüchten in Gold und Staatsanleihen, bevor Donald Trump die nächste Welle umfassender globaler Handelszölle verkündet. Für den 2. April hat der US-Präsident sogenannte Gegenzölle angekündigt, die „alle Länder“ betreffen sollen. Der S&P 500, der seit seinem jüngsten Höchststand bereits 10 Prozent verloren hat, könnte nach Ansicht der Goldman-Strategen seine Korrektur fortsetzen. Die Goldmänner senken den Daumen und passen ihre Prognosen zum zweiten Mal an, da die Wachstumsrisiken durch die Zölle gestiegen sind.
Aktienmärke auf Talfahrt
Der europäische Stoxx-600-Index sank am Montag um 1,1 %, wobei die von den Zöllen betroffenen Bergbau-, Bank- und Autoaktien am stärksten fielen. Auch der Dax gab deutlich nach und droht nun nach unten abzukippen. Die S&P 500-Futures notieren am letzten Tag eines schwierigen Quartals um 0,7 % niedriger und nähern sich damit dem Verlaufstief vom 13. März. Der Goldpreis erklomm hingegen ein neues Rekordhoch, während die Renditen von Staatsanleihen um mehr als fünf Basispunkte sanken.
Angesichts des anhaltenden Abwärtsdrucks an den Aktienmärkten und der Risiken durch die von Trump verhängten Zölle senken die Strategen von Goldman Sachs ihren Daumen für den US-Leitindex S&P 500. Wie Bloomberg berichtet, reduzierten die Strategen ihr S&P 500-Ziel zum zweiten Mal in diesem Monat und begründeten dies mit einem höheren Rezessionsrisiko und der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Zöllen.
Goldman senkt S&P 500-Prognose
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Das Team um David Kostin geht nun davon aus, dass der S&P 500 das Jahr bei rund 5.700 Punkten beenden wird, während die vorherige Schätzung bei 6.200 Punkten lag. Das neue Ziel entspricht einem Anstieg von nur 2% gegenüber dem Schlusskurs des Leitindex am Freitag und gehört damit zu den niedrigsten an der Wall Street, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.
„Verlangsamtes Wachstum und zunehmende Unsicherheit rechtfertigen eine höhere Risikoprämie für Aktien und niedrigere Bewertungsmultiplikatoren, die immer noch sehr hoch sind“, schrieb Kostin in einer Notiz. „Sollten sich die Wachstumsaussichten und das Anlegervertrauen weiter verschlechtern, könnten die Aktienbewertungen noch viel stärker fallen als von uns erwartet“.
Kostin hatte sein Kursziel am 11. März von 6.500 auf 6.200 gesenkt, um unter anderem den Kursrückgängen bei den Technologie-Schwergewichten in diesem Jahr Rechnung zu tragen.

Zölle sorgen für Gegenwind
Die US-Aktienmärkte sind aufgrund von Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Präsident Donald Trumps Handelskrieg eingebrochen. Trump sagte, er plane, mit „allen Ländern“ seine Initiative für Gegenzölle zu starten, und dämpfte damit Spekulationen, dass er das anfängliche Ausmaß der Zölle, die am 2. April vorgestellt werden sollen, begrenzen könnte.
Unabhängig davon haben die Ökonomen von Goldman Sachs zum zweiten Mal in weniger als einem Monat ihre Annahmen zu den Zöllen angehoben und gehen nun von einem Anstieg der durchschnittlichen US-Zölle um 15 Prozent bis 2025 aus. Außerdem senkten sie ihre Prognose für das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2025 um einen halben Prozentpunkt auf 1 % im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
FMW/Bloomberg
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