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Goldman Sachs: einfach unbelehrbar!

Preisfrage: Was kann man von einem guten Trader erwarten? Seine Meinung zu ändern, wenn die Fakten gegen die Meinung sprechen – Goldman ist dazu nicht in der Lage..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Preisfrage: Was kann man von einem guten Trader erwarten?

Die Antwort: dass er in der Lage ist, seine Meinung zu ändern, wenn die Fakten zunehmend die Meinung widerlegen.

In diesem Sinne ist Goldman Sachs offenkundig ein miserabler Trader! Warum? Weil Goldman Sachs trotz der gegenteiligen Fakten an seiner Meinung festhält – das ist fast schon tragikomisch..

Heute erreichte die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe ein neues Allzeittief – sprich der Kurs steigt auf bisher nicht erreichte Höhen. Und was sagt Goldman Sachs? Der Markt irrt sich, wir haben – obwohl wir bislang total falsch liegen, doch recht! Das steht so in einer Email an die verehrte Kundschaft von Goldman Sachs, die sicher leicht genervt ist von den miserablen Prognosen und daraus resultierenden miserablen Handelsergebnissen.

Die Bank ist offenkundig sehr nervös – Trader wurden kürzlich gefeuert, hochrangige Manager sind ausgeschieden (worden) in den letzten Wochen (siehe dazu den Artikel „Es rumort bei Goldman Sachs: Entlassungen, Abgänge von Hochkarätern..“).

Blankfein
Nur noch daneben mit Prognosen und Handel: Goldman Sachs unter seinem CEO Lloyd Blankfein
Foto: http://www.goldmansachs.com/who-we-are/leadership/board-of-directors/images/lloyd-blankfein-193×193.jpg
CC BY-SA 3.0

Fast alle Prognosen von Goldman haben sich in 2016 als falsch erwiesen. Dazu zählt auch der Glaube der Goldmänner, dass die Fed die Zinsen mehrfach anheben werde in diesem Jahr – und daher die Renditen (sprich Zinsen) auf Staatsanleihen vor allem der USA weiter steigen werden. Das Gegenteil ist bekanntlich der Fall – und mit dem Brexit hat sich der Trend zu Staatsanleihen und Allzeittiefs bei den Renditen noch weiter verstärkt.

Das ist eine Überreaktion – sagt Goldman Sachs nun in der besagten Mail an die Kundschaft. Wir werden uns weiter gegen diese Rally stemmen, weil die Märkte falsch liegen – nicht etwa wir! Das hat schon Züge von kindlichem Trotz.

Und das Argument von Goldman? Der Brexit habe kaum Einfluß auf die Restwelt und werde daher die Fed nicht davon abhalten, die Zinsen weiter anzuheben. Großbritannien sei, in globalem Maßstab, einfach zu unwichtig („not a global economic bellwether“).

Aber was, wenn es nicht oder nicht nur um Großbritannien geht? Sondern auch um Europa, auch um ökonomisch-politische Verwerfungen, die sehr wohl globale Auswirkungen haben und daher eine Fed, die ohnehin eine Art „Beißhemmung“ in Sachen Zinsanhebung zu haben scheint, gar keine andere Chance hat, als eben die Zinsen nicht anzuheben? Die Fed Fund Futures übrigens preisen die nächste Zinsanhebung mit einer überragenden Wahrscheinlichkeit ein – allerdings erst für das Jahr 2018..

Anfang des Jahres ging Goldman davon aus, dass die Rendite für die 10-jährige US-Staatsanleihe auf 3% steigen werde – weil eben die US-Wirtschaft so furchtbar stark sei und daher die Fed die Zinsen so furchtbar heftig anheben müsse. Immerhin haben die Goldmänner das inzwischen auf 2% herunterrevidiert – liegen damit aber noch meilenweit vom Ist-Zustand entfernt (derzeit rentiert die 10-jährige US-Anleihe mit knapp 1,38%).

Was Goldman da abliefert, ist ein Armutszeugnis. Jeder – selbst Goldman Sachs – kann mal daneben liegen, klar. Aber wer ständig daneben liegt und das für den Fehler des Marktes und nicht der eigenen Meinung hält, bekommt schwere Probleme. Und genau diese Probleme hat Goldman jetzt, man hat offenkundig den Zugang zu den großen Entscheidern am Finanzmarkt verloren. Sieht so aus, als wäre die Zeit, als Goldman noch geradezu allmächtig schien, vorbei!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Bernhard

    5. Juli 2016 16:38 at 16:38

    Solange man ihnen den „Analysten“(nicht nur bei GS) immer wieder glaubt bzw. ihre Fehler gleich wieder vergessen sind ist ja alle O.K;-)

  2. Avatar

    sabine

    5. Juli 2016 22:10 at 22:10

    So ein blauäugiger Artikel. Das ist ja fast schon romantisch.

    a) Wieviele Prozesse hatte GS bisher, da es wegen eigener Profite seine Kunden bewußt übervorteilte? Dazu muß man natürlich amerikanisch können. In der deutschen Lügenpresse kommt solches nur selten. http://www.merkur.de/wirtschaft/untersuchung-goldman-sachs-plante-profit-durch-kreditkrise-734861.html

    b) Wie kann man nur Aussagen dieser Bank anders lesen als reine Taktik-Manöver? Wer glaubt, GS sagt die Wahrheit in seinen „Analysen“ und versuche nicht vielmehr, die Märkte in seinem „Gunsten“ zu beeinflußen, („Gottes Werk“), schaut auch noch abends unter das Bett wegen dem Krokodil. Das soetwas in einer Wirtschaftsartikel so unverblümt gesagt wird, schon komisch.

    c) Und dann diese „Überraschung“, GS läge so oft falsch. Es geht GS ja gar nicht um die Wahrheit oder Realität, sondern um Dollars. Daß es solche Schreiber noch gibt, wirklich überraschend.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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