Gold/Silber

Goldmarkt wird endlich transparent

Von Markus Fugmann

Ab heute gelten neue Regeln am Goldmarkt: das Fixing – also die Feststellung des Referenzkurses, der die Grundlage für Kalkulationen darstellt für Branchen, die mit Gold handeln – wird auf der Plattform der Intercontinental Exchange (ICE) nun elektronisch ermittelt. Bislang wurde das Fixing auf einer Telefonkonferenz ermittelt, dabei war es jedoch häufig zu Manipulationen gekommen: Trader von Banken drückten den Kurs in die gewünschte Richtung, weil Kunden Optionen auf das gelbe Metalle hatten, die dann wertlos verfielen – und so den Gewinn der Bank steigerten. Gold, der wichtigste und vom Volumen mit Abstand größte Markt für Edelmetalle (ca. 150 Milliarden Dollar täglich), folgt damit anderen Metallen, deren Fixing seit der zweiten Hälfte 2014 bereits elektronisch ermittelt wird.

Das Fixing wird nun zweimal täglich stattfinden (zuvor nur einmal):um 10.30 Uhr GMT und um 15 Uhr GMT, nach der noch geltenden deutschen Winterzeit also um 11.30Uhr und 16.00Uhr. Gleichzeitig wird auch bekannt gegeben, welche Volumen bei den Auktionen bewegt werden – auch das eine Neuerung. Bei der Auktion des Fixings werden sechs Banken beteiligt sein: Barclays, Bank of Nova Scotia, HSBC und Societe Generale (die bereits zuvor an der Auktion teilgenommen hatten) sowie als neuer Mitspieler die UBS. Im Laufe des Tages will die ICE dann noch die sechste und letzte beteiligte Bank bekannt geben.

Damit tritt der Goldmarkt nun endlich in die Neuzeit ein – und geht den Weg aller Märkte hin zur Elektronik. Gerade angesichts der Bedeutung des Goldmarktes war dieser Schritt längst überfällig, Manipulationen sind nun erheblich erschwert.



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1 Kommentar

  1. Sehr sehr optimistische Aussage! Wenn ich die Namen der beteiligten Banken lese und jetzt, statt, wie zu hoffen war, einer asiatischen Bank, jetzt Goldman Sachs, dann benötigt man für die Hoffnung auf eine objektivere und transparentere Preisfindung sehr viel Phantasie. Das sind doch alle die üblichen „Fixer“ und „Rigger“. Viel eher bleibt alles wie gehabt: Die Banken „prognostizieren“, der Preis folgt – zumindest bis zum schwarzen Schwan-Ereignis. Doch auch dann werden sie sehr wendig sein.

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