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Gold/Silber

Goldminen-Aktien kaufen – so finden Sie die Besten

Hannes Zipfel

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am

Die Goldförderung ist ein Geschäft mit endlichen Ressourcen. Jede Mine ist irgendwann ausgebeutet. Daher gilt es bei der Auswahl von Aktien der Goldminen auf andere Parameter zu achten, als bei Standardaktien. Bei der Aktien-Selektion gibt es spezifische Kennzahlen, die Sie kennen sollten.

Goldminen – kein normales Geschäftsmodell

Das Minengeschäft ist mit klassischen Geschäftsmodellen aus dem sekundären Sektor (Produktion) oder dem tertiären Sektor (Dienstleistungen) nicht vergleichbar. Noch am ehesten ähnelt es in Ansätzen dem Zirkusgeschäft, wo man häufig umherzieht, um neue Standorte zu finden, in der Hoffnung, dass es sich auszahlt.

Der Lebenszyklus einer Mine beginnt dabei mit der Suche und Erkundung potenzieller Gold-Lagerstätten. Bei dieser sogenannten Exploration werden als vielversprechend geltende Gebiete zur Auffindung von Goldvorkommen geologisch untersucht. Ist diese Suche erfolgreich und es wird Gestein mit ausreichend hohen Goldgraden in ausreichender Ausdehnung gefunden, erfolgt die Entscheidung über die beste Methode zur Goldgewinnung und der Aufbau der eigentlichen Mine (Infrastruktur).

Sofern dafür nicht genug finanzielle Mittel bereitstehen, wird entweder Fremdkapital organisiert, Eigenkapital bei Anteilseigner eingeworben (Aktionäre oder andere Minen) oder es werden spezialisierte Minen-Finanziers mit an Bord des Projekts geholt. Diese sogenannten Streaming- oder Royalty-Unternehmen stellen dem Projekt Geld zur Verfügung und erhalten dafür über einen bestimmten Zeitraum eine bestimmte Menge des später geförderten Metalls zu stark reduzierten Preisen.

Von der Lizenzvergabe, über Probebohrungen bis hin zur endgültigen Ausbeutung von Goldminen vergehen so im Schnitt sechs Jahre. Am Ende des Lebenszyklus der Mine fallen dann erneut Kosten an, zum einen für die Renaturierung des ausgebeuteten Areals und zum anderen für die Auffindung neuer Ressourcen (Exploration). Der Zirkus muss ja weiterziehen. Alle dabei anfallenden Aufwendungen müssen bei den Produktionskosten pro Unze Gold berücksichtigt werden.

All-In Sustaining Costs (AISC)

Anders als bei der normalen Aktienselektion reichen Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das KGV zu Wachstum (PEG), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Dividendenrendite zum Auffinden attraktiver Werte nicht aus. Will man wissen, wie profitabel eine Goldmine wirtschaftet, muss man sich die All-In Sustaining Costs (AICS) anschauen. Das sind die Kosten, zu denen eine Unze Gold produziert wird, und zwar nachhaltig.

Die AISC umfassen folgende Aufwendungen:

– Direkte Produktionskosten/Cash-Costs (Förderung, Verarbeitung, Transport, Kapitalkosten, Royalties, Lizenzgebühren, Steuern)
– Exploration (Finden, Erforschen, Begutachten)
– Administration
– Aufbau neuer Minen
– Forschung (neue Produktionsverfahren)
– Staatliche Genehmigungsverfahren
– Akquisition anderer Goldminen
– Renaturierung
– Regionales soziales Engagement

Die AISC sind bei den Goldminen sehr unterschiedlich. Bei den 30 Größten Minen liegen diese aktuell im Schnitt bei ca. 900 US-Dollar pro Unze. Die reinen Cash-Costs (CC) liegen bei nur ca. 650 US-Dollar pro Unze. Dies zeigt, dass die Betrachtung der reinen operativen Kosten bei Minen zu kurz greift.

Die Produktionsreichweite muss permanent durch Exploration oder Akquisition verlängert werden, sonst steht selbst die profitabelste Mine irgendwann ohne Gold da. Nachhaltigkeit in Sachen Umwelt und Sozialem spielt ebenfalls eine große Rolle, nicht zuletzt durch immer strengere staatliche Auflagen. Auch das muss in der Gesamtrechnung mitberücksichtigt werden. Die AISC werden von den Minengesellschaften in ihren Quartals-/ Halbjahres- und Jahresberichten ausgewiesen. Liegen diese Kosten weit unter dem aktuellen Goldpreis, ist dies ein starkes Pro für eine potenzielles Minenaktieninvestment.

Die spezifischen Risiken

Minengesellschaften sind gemäß ihrem besonderen Geschäftsmodell mit besonderen Risiken konfrontiert. Diese sind zum einen unternehmensspezifischer Natur (Managementfehler, Betrug, Überschuldung). Zum anderen gibt es Unwägbarkeiten, die von äußeren Faktoren geprägt sind, die das Management kaum beeinflussen kann:

-Höhere Gewalt (Krieg, Katastrophen, Minenunglücke)
– Rechtsstreitigkeiten
– Politische Willkür (v. a. in Lateinamerika, Afrika, Russland und China)
– Gesetzgebung (Enteignung/ Teil-Enteignung, Produktionsauflagen, Umweltstandards, Sozialstandards, Goldverbot)
– Geldpolitik (Hohe Zinsen und niedrige Geldmengen sind schlecht fürs Geschäft)

Die 10 wichtigsten Auswahlkriterien

Die folgenden Auswahlkriterien sind speziell für Minenaktien sehr wichtig und werden in Folgeartikeln noch näher beleuchtet:

– Qualität des Managements (Erfahrung, Reputation, Ownership)
– Bewertung (max. 50 Prozent gemessen an den Reserven im Boden)
– Ressourcenreichweite in Produktionsjahren
– Bilanzstärke (möglichst wenig Schulden)
– AISC
– Dividendenpolitik
– Region (politische Stabilität)
– Etablierte Abbaugebiete mit erfolgreichen Nachbarminen
– Hedgebook (limitiert die Goldpreispartizipation)
– Reserven in Unzen Gold

Fazit

Der Minensektor birgt im aktuellen makroökonomischen Umfeld für Anleger enorme Chancen. Da es sich aber um eine sehr spezielle Branche handelt, ist eine andere Herangehensweise bei der Analyse und Auswahl der Minenaktien notwendig. Weil die Materie recht komplex ist, wird dieses Thema als unregelmäßige Serie in den nächsten Monaten fortgesetzt. Im nächsten Artikel wird das Geschäftsmodell der sehr interessanten Streaming-/Royalty-Unternehmen beleuchtet. Und wie immer gilt: Dies ist keine Anlageempfehlung aber gleichwohl ein Denkanstoß für Ihre persönliche Anlagestrategie.

Goldminen Beispielfoto
Goldminen Beispielfoto. Foto: pixabay / István Mihály (Mhy)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Forexmonky

    5. September 2019 15:36 at 15:36

    Vielen Dank für den Artikel und die die noch folgen werden!

  2. Avatar

    Aufklärer

    5. September 2019 16:59 at 16:59

    Besten Dank für den sehr interessanten Artikel!
    Werden Sie auch einen Artikel über entsprechende Aktienfonds/ETF’s schreiben? Das würde mich auch interessieren.

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Experte Andre Stagge: Trading kurz vor der US-Wahl

Redaktion

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So kurz vor der US-Wahl, worauf sollten Trader achten? Wer wird die Wahl gewinnen, und was bedeutet das für die Börse? Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erklärt im folgenden ganz aktuellen Video seine Meinung und seine Handelsstrategie. Müssen seine Handelsstrategien „Turnaround Tuesday“ und „Ultimo“ in dieser besonderen Woche ausgesetzt oder angepasst werden?

Der Börsenexperte Andre Stagge
Andre Stagge

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Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

Claudio Kummerfeld

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Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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