Gold/Silber

Goldpreis nach Absturz am Freitag – ist das die Wende?

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist am letzten Freitag Abend abgestürzt auf 1.717 Dollar im Tief. Ende Januar notierte Gold noch bei 1.875 Dollar, und Mitte Februar bei 1.825 Dollar. Es ging kräftig bergab im letzten Monat. Aber dann diese Wende von 1.717 Dollar Freitag Abend bis heute Vormittag auf 1.760 Dollar (aktuell 1.742 Dollar).

Rendite-Kampf der Notenbanken hilft Goldpreis

Heute Nacht hat die australische Notenbank verkündet, dass man sein Anleihekaufprogramm verdoppelt. Deswegen fiel die Rendite für australische Staatsanleihen heute auch kräftig. Und in dem Zusammenhang erhoffen sich die Anleihemärkte wohl ähnliche Reaktionen von Fed und EZB? Denn auch die Anleiherenditen in diesen Ländern sind heute etwas gesunken – aber eben noch nicht besonders kräftig. Ihr massiver Anstieg in den letzten Wochen machte das zinslose Gold unattraktiver für Anleger. Jetzt aber gibt es eine von den Notenbanken begonnene Kehrtwende, eine Manipulation der Anleiherenditen nach unten? Wer an dieses Szenario glaubt, könnte auch an eine Aufwärtswende im Goldpreis glauben, die heute womöglich ihren Anfang genommen hat.

US-Dollar drückt weiter gegen Gold

Gegen das Szenario eines mutmaßlichen Anstiegs im Goldpreis spricht aktuell, dass der US-Dollar seit Donnerstag letzter Woche bis jetzt deutlich an Ansteigen ist, was schlecht ist für alle Assets, die in US-Dollar notieren – wie auch Gold. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) steigt seitdem von 89,69 auf 91,06 Indexpunkte.

Analystenkommentar

Carsten Fritsch von der Commerzbank hat in seinem heutigen Kommentar zu Gold die Lage wie folgt besprochen (auszugsweise im Wortlaut): Der Goldpreis steigt heute auf 1.760 USD je Feinunze, nachdem er am Freitag bis auf 1.720 USD abgestürzt war, den niedrigsten Stand seit Juni letzten Jahres. Gold folgt weiterhin sehr eng der Entwicklung der US-Anleiherenditen. Deren erneuter Anstieg schickte Gold am Freitag zunächst auf Talfahrt. Als sich der Rentenmarkt im späten Handel erholte und die Rendite 10-jähriger US-Treasuries daraufhin um 15 Basispunkte fiel, erholte sich auch der Goldpreis wieder. Die Preiserholung hielt am Morgen an, auch wenn sich der Rückgang der Anleiherenditen nicht weiter fortsetzt. Rückblickend betrachtet hat sich der Februar für Gold als katastrophaler Monat erwiesen. Gold verlor mehr als 6%, was dem stärksten Monatsverlust seit November 2016 entsprach. Hauptbelastungsfaktor war der bereits erwähnte kräftige Renditeanstieg, der die Attraktivität von Gold als zinslose Anlage schmälerte und die Anleger zum Verkauf ihrer Goldbestände veranlasste. Ersichtlich wird dies bei den Gold-ETFs. Deren Bestände verringerten sich laut Bloomberg im Monatsvergleich um 83 Tonnen. Die ETF-Abflüsse reichen somit fast an die von November 2020 heran, die die stärksten seit Anfang 2017 waren. Insbesondere gegen Ende des Monats haben sich die ETF-Abflüsse beschleunigt.

Chart zeigt im Vergleich Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit letztem Mittwoch den steigenden US-Dollar gegen den schwächelnden Goldpreis.



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