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Gold/Silber

Goldpreis: Achterbahnfahrt nach Fed-Aussagen und ein Problem

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis hat gestern Nachmittag zunächst so reagiert, wie man es sich denken würde bei den erwarteten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell. Er verkündete, dass das Inflationsziel von 2 Prozent flexibler ausgelegt werden (hier dazu der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann). Die Inflation könne auch über 2 Prozent laufen, wenn sie vorher längere Zeit darunter gelegen habe. Die 2 Prozent-Marke gelte als Durchschnitts-Zielwert für einen längeren Zeitraum. Ein stärkeres Gewicht legt Powell künftig auf die Verfolgung des Ziels der „Maximalen Beschäftigung“ in den USA.

Goldpreis mit Achterbahnfahrt

Das heißt also: Die Zinsen in den USA bleiben vermutlich noch länger im Keller, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Und was würde das eigentlich für den Goldpreis bedeuten? Zinsen noch länger tief im Keller, und eine Inflation, die erstmal ungebremst weiter steigen kann. Ein doppelter Grund um den Sicheren Hafen Gold zu kaufen, als Inflationsschutz? Und das zinslose Edelmetall wird durch die Fed-Aussagen tendenziell noch attraktiver. Und so geschah es als erste Reaktion auf die Powell-Aussagen auch, dass der Goldpreis gestern schnell anstieg (siehe Chart) von 1.940 Dollar auf 1.976 Dollar.

Aber man sieht es im Chart auch, wie der Markt danach in den Keller rauschte bis auf 1.909 Dollar im Tief. Was für ein Absturz. Bis jetzt hat sich der Markt erholt, und Gold notiert heute früh wieder bei 1.946 Dollar. Der nächste mögliche Schub für Gold, welcher durch die Fed befeuert werden könnte, hat ein Problem. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen ist durch die Powell-Aussagen von 0,67 Prozent bis jetzt auf 0,77 Prozent deutlich angestiegen (Risikoausgleich bei steigenden Inflationserwartungen). Das blockiert regelrecht einen aktuellen Anstieg im Goldpreis. Grundsätzlich kann man sagen, dass Gold dank der Fed weiter Potenzial nach oben haben sollte. Aber derzeit blockieren die US-Renditen dieses Szenario. Positiv für einen möglichen höheren Goldpreis darf gewertet werden, dass der US-Dollar seit der Powell-Rede etwas verloren hat. Der Dollar-Index verlor von 93 auf 92,92 Punkte.

Analystenkommentar

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote kommentiert, dass der Goldpreis gestern kurzzeitig über die Marke von 1.950 Dollar kletterte, aber schnell wieder in die aktuelle Handelsspanne von 1-900-1.950 Dollar zurückkehrte. Die dovishe Fed und die gestiegenen Inflationserwartungen dürften Gold mittelfristig weiterhin unterstützen, doch die Anleger verlieren bei neuen Longpositionen nahe der 2.000 Dollar-Marke an Appetit, da die steigenden Renditen der Staatsschatzpapiere die Opportunitätskosten für das Halten von Gold erhöhen, während die tatsächlichen Preisniveaus nur auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hindeuten, so Ipek Ozkardeskaya.

Goldpreis im Kursverlauf seit Dienstag

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    28. August 2020 09:52 at 09:52

    In der Historie war Gold bei weitem nicht immer ein verlässlicher Inflationsausgleich.

  2. Avatar

    franko33

    28. August 2020 12:33 at 12:33

    Realistische Einschätzung der aktuellen Lage.

    Das zeigt: Der US Notenbank sind die Arbeitsplätze näher und sie würden
    wohl noch weit mehr dafür tun, um diese zu erhöhen
    Hier sind wir an einem signifikanten Punkt !
    Es wird hiermit der Inflation mehr „Freiraum“ gegeben.
    Ein Spiel mit dem Feuer !
    Wir wissen alle – wenn erst einmal losgelassen,haben wir ein Schreckgespenst
    vor dem gerade die Deutschen extreme Angst haben.
    Allerdings kann man schon seit längerem beobachten,daß Lebensmittel stark zulegen.
    Immer noch die Beruhigungspille.daß wir sowieso keine 2% mehr übersteigen könnten,hier wird offiziell mit „guten Zahlen“ dagegen Stimmung gemacht.
    Es wird allerdings zur Zeit offiziell mit sehr viel „gute Stimmung“ gemacht.
    Das wohl einzigste Mittel,was der Bundesregierung noch zur Verfügung steht.
    Angst vor Arbeitslosigkeit und Inflation sind die Urängste der Deutschen.
    Insolvenzen werden zur Kenntnis genommen,eher aber aus Angst vor Arbeitslosigkeit.
    Wir haben eben leider eine „Angestelltengesellschaft“.

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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am

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Gold/Silber

Rüdiger Born über den aktuellen Gold-Absturz – wie tief geht es noch runter?

Rüdiger Born

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Gold im Crash! Aktuell geht der Kurs durch alle Unterstützungen: zunächst die 1850er Marke aus dem September, nun auch die 1800 der letzten Tage. Und das auch noch beschleunigt! Gibt es kein Halten mehr? Auf was man sich einstellen muss und wie man als Marktteilnehmer hier möglichst frühzeitig den nächsten Schritt erkennen kann, zeige ich in diesem Beitrag.

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Gold/Silber

Goldpreis fällt unter 1.800 Dollar – zwei Experten erklären die Schwäche

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist Anfang der Woche wegen bessere US-Konjunkturdaten abgestürzt von 1.868 auf 1.834 Dollar. Danach ging es weiter bergab. Die gute Stimmung an den Aktienmärkten wurde befeuert durch drei Wochen aufeinander folgende gute Impfstoff-Meldungen. Die Anleger waren bereit immer mehr in risikoreiche Anlageklassen umzuschichten (Risk On Trade). Und so litt der Goldpreis zuletzt immer mehr.

Schwacher US-Dollar kann Goldpreis nicht helfen

Umso erstaunlicher ist die Goldpreis-Schwäche der letzten Tage, weil sich der US-Dollar seit Montag deutlich im Abwärtstrend befindet. Eigentlich müsste alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendenziell steigen. Die letzten Monate konnte man fast seine Uhr danach stellen. Fiel der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) nur ein kleines Stück, stieg der Goldpreis sprunghaft an. Aber die letzten Tage war von dieser negativen Korrelation nichts zu sehen.

Wie gesagt, die gute Corona-Impfstoff-Nachrichtenlage hilft Aktien, und lässt den Goldpreis schwächeln. Seit Dienstag klebt Gold jetzt um die Marke von 1.810 Dollar herum. Mal ein paar Dollar drunter, mal drüber. Aktuell dümpelt der Markt leblos bei 1.807 Dollar vor sich hin. Die letzten Momente fällt er sogar unter 1.800 Dollar, auf jetzt 1.794 Dollar. Das bis vor wenigen Minuten maue Trading im Gold mag auch mit dem gestrigen US-Feiertag zu tun haben – auch heute ist nur eingeschränkter Börsenhandel in den USA. Bei Thanksgiving verstehen die Amerikaner keinen Spaß. Von Mittwoch Abend bis Sonntag Abend ist verlängertes Wochenende. Und so dürfte womöglich erst wieder Montag früh richtig Leben in den Goldpreis kommen?

Experte korrigiert Prognose

Der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank passt heute die Prognose der Bank für den Goldpreis an. Sah man bisher noch dieses Jahr die 2.000 Dollar-Marke als realistisches Ziel, so erwartet man für dieses Quartal im Schnitt nur noch 1.850 Dollar. Und die eigentlich für das Jahresende erwartete Marke von 2.000 Dollar dürfte laut Carsten Fritsch erst im Laufe des nächsten Jahres wieder erreicht werden. Der kräftige Preisrückgang im Goldpreis zu Wochenbeginn stecke laut Fritsch den Marktteilnehmern weiterhin in den Knochen. Auch der Absturz im Bitcoin gestern um knapp 10 Prozent habe Gold kein neues Leben eingehaucht.Keine Trendwende gibt es laut dem Experten der Commerzbank bei den Gold-ETFs zu beobachten. Diese vermeldeten auch gestern Abflüsse von 1,4 Tonnen, obwohl der für die Abflüsse im November hauptverantwortliche SPDR Gold Trust wegen des US-Feiertages Thanksgiving gestern keinerlei Bestandsveränderungen verzeichnete.

Die ETF-Nachfrage, die den Goldpreis in den ersten acht Monaten des Jahres nach oben getrieben hat, falle derzeit weg. Auch die physische Goldnachfrage vermag nicht in die Bresche zu springen. Fritsch kommentiert weiter: Wie die Statistikbehörde Hongkong Mitte der Woche berichtete, betrugen die Netto-Goldimporte Chinas aus Hongkong im Oktober weniger als 2 Tonnen. Im September hatten sie noch bei 11 Tonnen gelegen, was Hoffnungen auf eine Belebung der Nachfrage im Herbst schürte. Die Daten aus der Schweiz hatten in der vorherigen Woche bereits angedeutet, dass China zuletzt so gut wie kein Gold importiert hat. Somit fehlt es derzeit an Argumenten für deutlich höhere Goldpreise.

Experte Andre Stagge über die maue Lage bei Gold

Der Börsenexperte und Coach Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erläutert im folgenden Video direkt am Chart einen seit August laufenden Abwärtstrend bei Gold. Er erwartet eine bis Jahresende leicht weiter fallende Entwicklung im Goldpreis auf ungefähr 1.750 Dollar. Der Rückfall der letzten Wochen in der Größenordnung von 200 Dollar habe definitiv nichts mit dem US-Dollar zu tun. Er erwähnt den bisherigen Jahresgewinn im Gold von 18 Prozent, und dass Fondsmanager wohl geneigt seien Goldgewinne mitzunehmen, und auf mehr Rendite am Aktienmarkt zu setzten dank Impfstoff-Hoffnung. Er bleibt langfristig Gold-Fan. Aber für die nächsten zwei, drei Monate glaubt er nicht an eine große Euphorie. Auch wichtig ist laut Andre Stagge, dass die Zentralbanken jüngst als Netto-Verkäufe von Gold auftreten.

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Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage
Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen. Aktuell fällt Gold auf 1.794 Dollar.

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