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Gold/Silber

Goldpreis: Achtung, weiterer Absturz möglich? Die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis hatte gestern schnell 80 Dollar verloren, insgesamt war es sogar ein Verlust von 110 Dollar von 12:30 bis 17:30 Uhr. Von da an konnte der Goldpreis bis heute früh wieder auf 1.890 Dollar klettern. Aber aktuell sehen wir im Chart den kleinen Rücksetzer in dieser Erholung auf 1.875 Dollar. Ist wegen diesem aktuellen Knick sogar ein weiterer Rückfall möglich auf das gestrige Tief, oder noch tiefer?

Goldpreis leidet unter Impfstoff-Hoffnung

Auslöser für den Absturz im Goldpreis war gestern die Impfstoff-Hoffnung, die nach der Meldung von Biontech und Pfizer aufkam. Die Aktienmärkte stiegen richtig kräftig nach oben. Die Analystengemeinde war sich einig. Die Anleger haben blitzschnell umgeschichtet in risikoreiche Geldanlagen wie Aktien (Risk On). Anleihekurse fielen, womit die Anleiherenditen stiegen, und das zinslose Gold hatte somit schnell zwei Konkurrenten, die im diesem aktuellen Szenario plötzlich attraktiver sind – nämlich Aktien und Anleihen. Interessant ist auch, dass die positive Korrelation zwischen Aktienmärkten und Gold gestern abrupt zerstört wurde. Aktien rennen stark nach oben, der Goldpreis fällt kräftig.

Hat dieses Szenario Bestand?

Laut dem Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank erklärt sich das vor allem mit der geringeren Notwendigkeit für weitere Stimulierungsmaßnahmen, sollte ein effektiver Impfstoff verfügbar sein. Gold würde dann einer wichtigen Antriebskraft beraubt. Der steigende Risikoappetit habe zudem einen kräftigen Anstieg der Anleiherenditen ausgelöst. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sprang gestern um 15 Basispunkte auf 0,97%, den höchsten Stand seit März, was wegen der steigenden Opportunitätskosten ebenfalls auf dem Goldpreis lastete. Gold war daher als zinslose Anlage weniger gefragt. Carsten Fritsch weist auch darauf hin, dass der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, gestern mit 10,5 Tonnen den stärksten Tagesabfluss seit sechs Wochen verzeichnete.

Wieder bessere Zeiten für Gold?

Noch sei es aber verfrüht, Corona zu den Akten zu legen. Bis ein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht und eine flächendeckende Immunisierung erreicht ist, werde es noch dauern. Auch ist nicht zu erwarten, dass die Zentralbanken nun zu einer halbwegs normalen Geldpolitik zurückkehren. Momentan deute die Richtung eher auf weitere Lockerung. Carsten Fritsch sagt auch, dass man in dem gestrigen Preisrutsch im Goldpreis deshalb eher einen kurzzeitigen Rücksetzer als den Beginn einer länger anhaltenden Schwächephase sehe. Dies zeige auch die heutige Preisentwicklung.

Naeem Aslam von Avatrade sagt heute, dass der Goldpreis gestern von der Klippe fiel, da die Anleger weitgehend risikobehaftete Anlagen bevorzugten. Die Anleger hätten Gold gestern so stark verkauft, weil sie glaubten, dass sich die monetäre Unterstützung ändern könnte, da wir jetzt den Covid-19-Impfstoff haben. Die Realität sei jedoch, dass Covid-19 tiefe Narben in der Weltwirtschaft hinterlassen habe, und die würden nicht so leicht verschwinden. Die Zentralbanken würden weiterhin zögern ihre Unterstützung vorzeitig abzubrechen. Sie würden die Daten und die wirtschaftlichen Bedingungen weiterhin sehr genau prüfen und erst dann mit äußerster Vorsicht geeignete Maßnahmen ergreifen. Niemand wolle, dass ihre harte Arbeit so leicht zunichte gemacht werde. Daher bleibt laut Naeem Aslam jedes Niveau über 1.850 Dollar vorerst eine starke Unterstützung für den Goldpreis, und die Chancen würden gut stehen, dass die Preise ihren Kampf mit dem Preisniveau von 1.900 Dollar fortsetzen.

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Chart zeigt Verlauf im Goldpreis in den letzten zehn Tagen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Hubert Hiltner

    10. November 2020 16:52 at 16:52

    Wenn die Aktienmärkte einbrechen, gibt es immer Gründe für einen gleichzeitigen Absturz von Gold. Wenn die Aktienmärkte hochschießen, gibt es immer Gründe für einen gleichzeitigen Absturz von Gold.
    Ansonsten gibt es immer politische Gründe, die Aktienmärkte steigen zu lassen und den Goldpreis zu drücken.

  2. Avatar

    Zimmermann

    10. November 2020 18:56 at 18:56

    Sehe ich auch so. Kurse machen einfach Nachrichten. Meiner Meinung und die vertrte ich schon seit Wochen und habe diese auch schon öfters geschrieben, gehts im Gold nicht weiter hoch, da jeder Michl und Gretl in Gold „Long“ sind. Die müssen erst verteieben werden, damit es weiter steigt. Mein Minimalziel liegt bei 1750 USD.

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Goldpreis steigt! Schwacher US-Dollar vs ETF-Abflüsse

Claudio Kummerfeld

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Der Goldpreis steigt weiter an. Langsam kann man im Verlauf dieser Woche tatsächlich von einer Stärke bei Gold sprechen. Nach fast 200 Dollar Absturz in den letzten Wochen erleben wir nun vom Tiefpunkt am Montag bei bei 1.764 Dollar einen durchgehenden Anstieg auf aktuell 1.837 Dollar. Wie ist die aktuelle Lage?

Immer weiter fallender US-Dollar stärkt diese Woche den Goldpreis

Nun, seit Anfang der Woche laufen die Aktienmärkte seitwärts, oder man könnte auch sagen sie sind unentschlossen. Aber wirklich aktiv helfen tut dem Goldpreis derzeit der immer weiter fallende US-Dollar. Die letzten Monate waren Gold und Dollar die perfekte Negativ-Korrelation. Dann einige Tage überhaupt nicht mehr. Aber jetzt ist sie wieder da. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen die wichtigsten Hauptwährungen) fällt immer weiter, so auch heute! Im Chart sehen wir seit letztem Freitag in blau den Verlauf im Dollar-Index gegen den steigenden Goldpreis in rot-grün. Eine eindeutige negative Korrelation.

Chart zeigt seit Freitag steigenden Goldpreis gegen fallenden US-Dollar

Es wird dieser Tage immer wahrscheinlicher, dass unter Joe Biden und vielleicht auch schon in den Wochen vorher seiner Amtseinführung am 20. Januar 2021 neue Stimuluspakete in den USA verabschiedet werden. Mehr Staatsverschuldung, mehr Gelddrucken – das schwächt den US-Dollar, und stärkt derzeit den Goldpreis.

ETF

Wir hatten diese Woche schon zwei Mal in Berichten auf die Richtung der Geldflüsse bei Gold-ETF (Begriffserklärung hier) hingewiesen. Seit einiger Zeit fließen Anlegergelder in großem Umfang aus ETF ab, die auf Gold basieren. Auch gestern gingen die Mittelabflüsse weiter, laut Commerzbank im Umfang von fast 9 Tonnen. Man sollte den diese Woche stattfindenden Anstieg im Goldpreis inzwischen nicht mehr als eine rein technische Reaktion auf einen überverkauften Markt betrachten, sondern als echte Aufwärtsbewegung. Aber die Geldflüsse der Anleger laufen zumindest Stand gestern noch raus aus den Gold-ETF, während der Goldpreis weiter steigt. So ganz klar bullisch wirkt das noch nicht.

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Silberpreis: Ist das eine „Bärenfalle“ oder eine „Verkaufswelle“?

Jörg Bernhard

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Aus charttechnischer Sicht steigt beim Silberpreis die Spannung. Bergauf ging es in den vergangenen Handelstagen aber auch mit dessen Volatilität, die in der Finanzwelt vor allem als Risiko-Barometer dient.

Silberpreis: Marke von 22 Dollar im Auge behalten

Noch zum Wochenstart herrschte an den Silbermärkten eine besonders starke Verunsicherung. Die Impfstoff-Euphorie hat unter den Investoren zu einem verstärkten Appetit auf Aktien geführt und somit bei den altbewährten „sicheren Häfen“ Gold und Silber – insbesondere im ETF-Sektor – erhebliche Abflüsse generiert. Zugleich trübte sich die charttechnische Lage beim Silberpreis mit dem Verletzen der im Bereich von 23 Dollar angesiedelten Unterstützung markant ein. Diese erwies sich im Juli, September und Oktober als solider Boden. Weil der Kursrutsch darunter lediglich von temporärer Natur war, kann man das Verkaufssignal mittlerweile als „Bärenfalle“ betrachten. Um keinen chartindizierten Verkaufsdruck auszulösen, sollte sich das Edelmetall in den kommenden Wochen möglichst über 22 Dollar halten.

Trotz der jüngsten Kursschwäche kann man den Silberpreis als relativ widerstandsfähig bezeichnen. Nach Rückschlägen tauchen regelmäßig „Schnäppchenjäger“ auf und verhindern Schlimmeres. Wie bei Gold und beim Bitcoin verspüren in diesem Jahr vor allem institutionelle Investoren einen starken Appetit. Dies bringt der weltgrößte Silber-ETF SPDR iShares Silver Trust besonders gut zum Ausdruck. Seit dem Jahresultimo kletterte nämlich die Anzahl institutioneller Anteilseigner in den ersten neun Monaten von 481 auf 630 und legte damit um über 30 Prozent zu. Besonders interessant: Die Zahl der von dieser Investorengruppe gehaltenen Anteilsscheine hat sich im selben Zeitraum von 76,6 Millionen auf über 156 Millionen Anteile glattweg verdoppelt.

Der Blick auf die größten Anteilseigner spricht ebenfalls für sich, schließlich befanden sich unter den Top-Ten (Stand: Ende September) so klangvolle Namen wie zum Beispiel Morgan Stanley, Bank of America, UBS, Wells Fargo und Royal Bank of Canada. Deren Investitionssummen reichten von 118 Millionen bis 244 Millionen Dollar.

Fazit: In der Finanzszene werden institutionelle Investoren häufig als „smart money“ also „schlaues Geld“ bezeichnet. Schlaue Privatanleger sollten deren Geldflüsse genau beobachten. Ihre verstärkten Käufe von Bitcoins, Gold und Silber sowie diverse andere Faktoren sprechen daher für die Anlageklassen Edelmetalle und Kryptowährungen – zumindest als Depotbeimischung.

Mehr zur aktuellen Lage beim Silberpreis sehen Sie in einem Video von David Jones, chief market startegist bei capital.com, hier..

 

Der Silberpreis ist derzeit volatil - Bärenfalle oder doch Verkaufswelle?

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Goldpreis steigt spürbar – warum man weiter vorsichtig sein sollte

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis steigt nun den zweiten Tag in Folge spürbar an. Das ist ein gutes Zeichen für die Bullen. Aber es ist keine autarke Bewegung. Auch andere Preise von Edelmetallen steigen gleichzeitig. Es kann sein, dass (nun endlich?) der immer weiter fallende US-Dollar positiv auf die vorwiegend in US-Dollar gehandelten Edelmetalle durchgeschlagen ist in Form steigender Kurse. Also, kann der Gold-Bulle nun wieder einsteigen und auf absehbarer Zeit auf Kurse über 1.900 Dollar hoffen?

Goldpreis steigt, mehrere positive Signale

In den letzten Wochen war der Goldpreis übel abgestürzt um fast 200 Dollar, aufgrund zahlreicher positiver Corona-Impfstoff-Meldungen. Die bringen Hoffnung für eine besser laufende Konjunktur und somit gut laufende Aktienmärkte, was schlecht für den sicheren Hafen Gold ist. Gestern ging Markus Fugmann der Frage nach, ob der Abverkauf der letzten Wochen bei Gold als Vorbote für einen Crash an den Aktienmärkten anzusehen ist – mehr dazu hier. Aber zurück zur Aktualität. Der Goldpreis steigt seit seinem Tief am Montag bei 1.764 Dollar auf aktuell 1.824 Dollar. Damit hat er die Marke von 1.820 Dollar überschritten, und damit mehrere Verlaufshochs aus letzter Woche, aber auch die wichtige 200 Tage-Linie. Das sind gute Signale für die Gold-Bullen. Im Chart sieht man den Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

Blick auf die Geldflüsse bei Gold-ETF

Gestern sprachen wir bereits über die Wichtigkeit der Geldflüsse in und aus den Gold-ETF (Begriffserklärung hier). Immer mehr Profi- und Privatanleger stecken zunehmend mehr Geld in ETFs, sei es auf Indizes, Gold oder sonstige Anlageklassen. Die ganze letzte Woche liefen die Geldflüsse raus aus den ETFs. Wie die Experten der Commerzbank heute erwähnen, gab es auch gestern einen Abfluss aus Gold-ETF im Umfang von 9 Tonnen. Bevor es zu einer Trendwende im Goldpreis kommen könne, müsse es auch bei dem ETF-Geldfluss einen Trendwende geben. Und ja, so möchten wir anmerken. Neben dem US-Dollar werden auch diese ETF-Zuflüsse und Abflüsse für den Goldpreis immer wichtiger.

Nicht nur dass man als Bulle weiter auf einen Dreh bei den ETF-Geldflüssen warten sollte (dies ist keine Handelsempfehlung). Auch kann man den Anstieg der letzten 48 Stunden im Goldpreis immer noch als technische Reaktion in einem überverkauften Markt ansehen. Gestern erlebte der US-Dollar einen sehr klaren Absturz, der Dollar-Index (Währungskorb) fiel von 91,79 auf 91,11 Punkte heute Nacht. Bis jetzt ist er wieder auf 91,33 Punkte gestiegen. Dies half Gold wie gesagt beim Ansteigen. Ob der jüngste Anstieg im Goldpreis schon die große Kehrtwende darstellt, darauf sollte man noch nicht blind vertrauen!

Unsicherheiten in den USA

Donald Trump blockiert aktuell neue Stimulus-Pakete in den USA, was zu einer politischen Lähmung bis zur Amtsübergabe am 20. Januar führen könnte (mehr dazu hier). Dennoch gab es gestern einen Vorschlag aus beiden Parteien für ein neues Rettungspaket für die US-Konjunktur. Auch von der Fed hörte man Aussagen über die Dringlichkeit eines weiteren Konjunkturpakets. Die designierte US-Finanzministerin und ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen warnte vor einem sich selbst verstärkenden Abschwung in den USA. Zahlreiche politische Unsicherheiten lasten derzeit auf dem US-Dollar. Dies könnte die nächsten Tage positiv für den Goldpreis wirken. Also, die Hoffnung für die Gold-Bullen ist vorhanden, aber man muss jetzt noch schauen, ob sich die seit 48 Stunden laufende kleine Hausse verfestigt.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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