Der Goldpreis erklimmt ein neues Rekordhoch – angetrieben von der Aussicht auf weitere Zinssenkungen der Fed sowie den neu entfachten Spannungen zwischen den USA und China. Während Silber unter starken Schwankungen glänzt, zieht die anhaltende Rally auch andere Edelmetalle mit sich. Getrieben von der Furcht vor einer Entwertung des Geldes befeuert der „Debasement Trade“ den Ansturm auf sichere Häfen. Anleger strömen in Gold, das sich einmal mehr als ultimativer Schutzschild gegen Geldflut, Schulden und geopolitische Risiken erweist.
Goldpreis baut Rekordjagd aus
Die unaufhaltsame Rally der Edelmetalle setzte sich auch am Mittwoch fort. Aufgrund der Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr noch zweimal senken wird, stieg Gold auf ein neues Rekordhoch.
Es überwand den am Dienstag erreichten Höchststand von 4.179,70 Dollar und kletterte bis auf 4.200,43 Dollar. Der Spotpreis für Silber stieg nach einem volatilen Dienstag, an dem die Preise ein Rekordhoch von 53,54 USD pro Unze erreichten, bevor sie angesichts von Anzeichen für eine Entspannung der historischen Knappheit wieder stark zurückgingen.
Die Renditen für US-Staatsanleihen fielen am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit Wochen, nachdem Fed-Chef Jerome Powell signalisiert hatte, dass die Fed noch in diesem Monat eine weitere Zinssenkung um einen Viertelpunkt vornehmen werde. Niedrigere Renditen und Kreditkosten kommen in der Regel Edelmetallen zugute, die keine Zinsen zahlen.
Unterdessen erfasste eine risikoaverse Stimmung die Märkte, was die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen steigerte. Auslöser war eine Ankündigung von Präsident Donald Trump, er könne den Handel mit Speiseöl mit China einstellen. Diese Äußerungen sorgten für neue Spannungen in den Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Peking kündigte Vergeltungsmaßnahmen an, nachdem Washington letzte Woche mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 100 % auf China gedroht hatte.

Edelmetalle im Höhenflug
Der Silbermarkt wurde von einem Liquiditätsmangel in London erfasst, was eine weltweite Jagd nach dem Metall auslöste und die Referenzpreise über die Terminkontrakte in New York steigen ließ. Die Differenz zwischen den beiden Märkten verringerte sich am Dienstag, nachdem der Silberpreis in London gefallen war und auch die Silber-Leasingraten in der Stadt zu sinken begannen – wenn auch beide auf einem sehr hohen Niveau blieben.
Die Händler bleiben vor dem Abschluss der sogenannten Section-232-Untersuchung der US-Regierung zu kritischen Mineralien, zu denen neben Platin und Palladium auch Silber gehört, weiterhin nervös. Die Untersuchung hat die Befürchtungen wiederbelebt, dass die Edelmetalle von neuen Zöllen betroffen sein könnten, obwohl sie im April offiziell von den Abgaben ausgenommen wurden.
Die vier wichtigsten Edelmetalle sind in diesem Jahr um 58 bis 81 Prozent gestiegen – eine Rallye, die die Rohstoffmärkte dominiert. Der Anstieg des Goldpreises wurde durch Käufe der Zentralbanken, steigende Bestände in börsengehandelten Fonds sowie Zinssenkungen der Fed gestützt.
Begünstigt wurde die Nachfrage nach sicheren Anlagen durch wiederkehrende Handelsspannungen zwischen den USA und China, Bedrohungen für die Unabhängigkeit der Fed und einen Stillstand der US-Regierung. Anleger suchen in Edelmetallen auch deshalb Sicherheit, um sich vor den Gefahren durch ausufernde Haushaltsdefizite zu schützen – ein Phänomen, das als „Debasement Trade” bekannt ist.
Der Goldpreis stieg um 0,6 % auf 4.187,82 USD pro Unze um 6:17 Uhr in London. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb unverändert. Silber legte um fast ein Prozent zu, während Platin und Palladium leicht stiegen.
FMW/Bloomberg
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Mal sehen, was die Firmen unternehmen, die darauf angewiesen sind, Silber für ihre Produktion pünktlich zu erhalten.
Viele Grüßeausn Andalusien
Helmut
Meine Meinung: Das wird zunächst einen Crash auslösen.
Die lassen sich die ganzen Rohstoffe vor der Nase weg schnappen. Die Spekulaten sehen die $ zeichen und verkloppen was nur geht, auch die die es gar nicht haben.
Ich denke der Kryptocrash vom Freitag ist kein Zufall und hängt mit der Marginerhöhung der Comex für den Silberkontrakt zusammen, wo gleichzeitig massenhaft Kontrakte gehandelt wurden. Der First Notice Day ist schon vorbei und die Deckung liegt wohl aktuell knapp über 50%.
Die Golddeckung ist laut KI dort viel besser, vermutlich wegen Basel III und das einzige was die beiden Metalle aktuell verbindet ist die Preisgestaltung, ansonsten laufen die gegensätzlich. Gold von LBMA nach COMEX, Silber genau anders herum.
Wenn die Kryptos weiter fallen, kann ab einer kritischen Marke eine Kettenreaktion ausgelöst werden. Das Konstrukt ist instabil und kann nur in bestimmten Toleranzbereichen bestehen.
Mittel- und Langfristig verliegen die westlichen Industrien komplett die Wettbewerbsfähigkeit, weil die Rohstoffe teurer werden und der derr sie billiger gekauft hat, hat einen Vorteil, wenn er überhaupt noch ran kommt, das muss man sich mal vor Augen führen.
Das alles läuft einen zentralen Konflikt, für die es nur zwei Auswege gibt. Deshalb hoffe ich, die Herren Weltchefs entspannen sich ein weing und akzeptieren die Führungsrolle Chinas.
Die Einschätzung der EZB, das Gold eine Krise auslösen könnte ist vermutlich eine naive Fehleinschätzung. Gold spielt keine große Rolle für die Industie, wir werden sehen.
Die Lunte brennt bereits aber nicht am Gold.
Ich denke mal, dass in den meisten Produkten, die Silber enthalten, sich nur wenig verteuern, weil die Silbermenge nur gering ist. Bei einigen Produkten wie z.B. Spiegel kann man das Silber mit nur geringen Qualitätseinbußen auch durch Aluminium ersetzen.