Der Goldpreis kennt derzeit nur eine Richtung – steil nach oben. In einer unaufhaltsamen Rally jagt das Edelmetall von einem Rekordhoch zum nächsten und fasziniert Investoren weltweit. Gold profitiert dabei nicht nur von den Spekulationen auf Zinssenkungen der US-Notenbank Fed, sondern auch von globalen Unsicherheiten, die die Nachfrage nach dem „sicheren Hafen“ weiter anheizen.
Goldpreis mit unaufhaltsamer Rally
Auch am Donnerstag setzte der Goldpreis seine Rekordjagd fort und erreichte ein neues Allzeithoch, gab dann jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Laut einem Bericht von Bloomberg bringen steigende Wetten auf mehrere Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahresverlauf Schwung in den Preis.
Die Notierung des Edelmetalls stieg am Dienstag um bis zu 0,6% auf ein neues Allzeithoch von mehr als 3.659 Dollar je Unze und übertraf damit den Rekord vom Montag. In den beiden vorangegangenen Sitzungen hatte Gold bereits um 2,5% zugelegt, nachdem schwächer als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten Händler am Freitag dazu brachten, drei Zinssenkungen in diesem Jahr einzupreisen – darunter eine Viertelpunkt-Senkung bereits bei der Fed-Sitzung in der kommenden Woche. Da Gold selbst keine Zinsen abwirft, profitiert es von sinkenden Kreditkosten. Zudem hält die Dollarschwäche an, was den Goldpreis zusätzlich stützt.
In den letzten acht Handelstagen hat Gold um mehr als 7 Prozent zugelet, nachdem er über eine wichtige technische Marke ausgebrochen war. Seit Jahresbeginn ist der Bullionpreis um fast 40% gestiegen. Gründe dafür sind massive Käufe durch Notenbanken, Spekulationen auf Zinssenkungen der Fed sowie die stärkere Nachfrage nach sicheren Anlagen. Geopolitische Spannungen und Sorgen über die Folgen von Donald Trumps Zollpolitik für die Weltwirtschaft verstärken diesen Trend. Auch die Angriffe des US-Präsidenten auf die Unabhängigkeit der Fed haben der Gold-Rally weitere Dynamik gegeben.
Neue Impulse für Gold
Weitere Impulse sind im Wochenverlauf zu erwarten: Am Dienstag wird eine Revision der US-Beschäftigungszahlen veröffentlicht, am Mittwoch und Donnerstag folgen Produzenten- und Verbraucherpreisdaten. Die Inflationsdaten könnten zur Bewährungsprobe für den aktuellen Höhenflug werden. Analysten rechnen damit, dass die Inflation im August gestiegen ist. Dies könnte die Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung dämpfen. Es bleibt daher spannend, was Fed-Chef Powell auf der Sitzung am 17. September zu der steigenden Inflation und dem schwächelnden Arbeitsmarkt sagt. Außerdem beobachten die Marktteilnehmer derzeit ganz genau die Nachfrage bei Auktionen von kurz- und langfristigen US-Staatsanleihen.
Laut den Analysten der Commerzbank ist eine Zinssenkung durch die Fed in Höhe von 25 Basispunkten kommende Woche nun voll eingepreist. Einige sehen sogar die Chance für einen größeren Schritt. Die Spekulationen könnten jedoch einen deutlichen Dämpfer erhalten, sollten die US-Inflationsdaten einen stärkeren Preisanstieg ausweisen als erwartet. Bislang erwies sich der Anstieg der Verbraucherpreise infolge der US-Zölle als moderater als gedacht.
Die meisten dürften davon ausgehen, dass die Preise auch weiterhin nur graduell anziehen. Vor diesem Hintergrund bergen die Inflationszahlen jedoch großes Potenzial für eine scharfe Marktkorrektur, sollten sie einen deutlich stärkeren Preisschub ausweisen. Fallen sie hingegen überraschend schwach aus, dürfte der Markt verstärkt auf einen Zinsschritt um 50 Basispunkte setzen und Gold weiter nach oben schieben.
Analysten und Investoren rechnen mehrheitlich mit weiteren Anstiegen beim Goldpreis. Goldman Sachs sieht den Goldpreis auf nahezu 5.000 Dollar je Unze steigen, falls Investoren auch nur einen kleinen Teil ihrer Bestände von Treasuries in Gold umschichten, sollten sich Anzeichen für stärkere politische Eingriffe in die Geldpolitik mehren.
Der Goldpreis notiert um 08:53 Uhr in Frankfurt bei 3.646 USD. Auch Silber ist weiterhin gesucht. Im frühen Dienstagshandel kostete die Unze des Edelmetalls am Kassamarkt zeitweise 41,43 Dollar. Am Montag hatte die Notierung mit zeitweise 41,67 Dollar den höchsten Stand seit September 2011 erreicht.
FMW/Bloomberg
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Gold ist eine Wette auf die Zukunft …das die Notenbanken wieder in ihre Niedrigzinspolitik zurückfallen…!
Natürlich zieren sich die Notenbanken noch…quasseln was von wegen Unabhängigkeit und so…!
Aber Gold sagt: Nein…Ihr lügt ! Im Zweifel werdet Ihr wieder schwach ! Werdet wieder die Druckerpresse anwerfen, werdet wieder die Zinsen auf Null oder unter Null setzen…!
Die Inflation ist Euch doch egal !
Sehe ich ähnlich.
Und zum aktuellen Preis, wird so getan, als ob das extrem ist.
Man nimmt ja gerne den Vergleich, im alten Rom eine Unze für eine maßgeschneiderte Tonika.
Heute startet der Preis für einen echten Maßanzug bei ca. 3000 EUR. Passt in meinen Augen.
Was ich nur unfair finde, man kommuniziert das nicht richtig. Bei Euro nannte man das Euro-Rettung. Das war es nicht, das war eine Schuldenrettung für einige Staaten und letztendlich krasse Euro-Inflation, sonst nix.
Mein Vertrauen ist seitdem dahin. Den meisten scheint das egal zu sein, wenn man sich so mit den Leuten unterhält. Auch die exorbitanten Immobilienpreise, haja, ist halt so. Bringt keiner mit der Bazooka in Zusammenhang.
Mir isses jetzt auch egal, haut rein! Ich kann auch beim Geld abwerfen helfen, habe aber keinen Pilotenschein, also als Hilfkraft oder so.
Hallo @ Dr. Sebastian Schaarschmidt
Mit wenigen Worten viel Wahrheit.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Für jede Unze physisches Gold gibt es 100…200 Unzen an Papiergold. Alles nur aufgeblasen, wie die anderen Assets auch.
Hohe Goldpreise sind kein gutes Zeichen.
Den Staaten und Zentralbanken können hohe Goldpreise auch nicht gefallen, da sie kein Monopol auf Gold haben. Die paar tausend Tonnen in ihren Speichern, spielen keine Rolle.
Die Gefahr ist dann immer Goldverbot. Damit die Leute wieder das Papiergeld ernst nehmen müssen.
Man geht friedlich ins Wochenende und zack, Sonntags kommt die Info, ab Montag ist alles Gold eingefroren o.ä.
Am besten noch ein bisschen Krieg, damit die anderen Schuld sind.
Die Machtelite ist immer mächtiger als das Volk.
@Mickey, das Risiko besteht, auch wenn es zu gerne verdrängt wird.
Das Dumme ist, dass so eine Handelsbeschränkung/Verbot nicht so bald wieder aufgehoben wird und dass es den meisten egal ist, weil sie kein Gold haben.
Wie gesagt, wenn der Kilobarren die 100.000 Euro erreicht, verkauf ich das Glumpat.
Hoffentlich kommt vorher nicht dein „friedliches Wochenende“😅.
Wozu der Stress?
Die drucken einfach kräftig Geld und inflationieren die Schulden weg. Ob jemand Gold, Immobilien oder Aktien hat. Das ist ja relativ gleichartig im Inflationsschutz.
Ich habe schon an Pfandflaschen gedacht aber die sind am Euro gekoppelt, werden also mit entwertet.
Ein Stückchen Wald wäre auch möglich.
Warum sollte ein steigender Goldpreis irgendwas ändern? Die Aktien sind gestiegen, die Immopreise gestiegen…
Da müsste man ja alles verbieten.
Hallo @ Blasengoldmut-Fan
So ist es.
Bei Silber spricht man sogar von 500-mal so vielen Zetteln.
Wer nicht nur spekulieren will, sollte daher immer physisch einlagern.
Bei Silber ist es ein bisschen schwierig, aber dafür gibt es ja Zollfreilager, damit auch die Mehrwertsteuer nicht bezahlt werden muss.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
…Da müsste man ja alles verbieten..
Ja @ Großer Bär.
Natürlich werden Aktien und Immobilien nicht verboten aber vom Staat beliehen.
Sie sind bis auf den letzten Euro registriert.
Das selbe Szenario wie 1952.
Und selbst ohne Computer ging damals die Zwangsbeleihung von Immobilien und Aktien ruckzuck.
Edelmetalle muss man bei den Kleinanlegern erst suchen. Und die etwas mehr haben, haben es in Ländern, in denen die EU- Gesetzgebung nicht greift.
Und wenn es mir in Europa gar nicht mehr passen sollte, dann verlege ich meinen Wohnsitz dort hin, wo mein Gold auf mich wartet.
Aber ich denke, wenn der Staat erstmal Immobilien und Aktien per Knopfdruck „beliehen“ hat, dann sind einige Billionen in die Staatskasse geflossen und es kann dann weitergehen.
Bei dem Goldverbot 1933 in den USA war Goldbesitz im Ausland auch nicht verboten.
Würde ja auch keinen Sinn gemacht haben, denn dann hätte die US-Bürger nie ihr Gold in die USA zurückgeholt.
Mal sehen wie lange es noch dauert.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut