Ein historischer Short Squeeze treibt den Silberpreis in die Höhe, während Gold inmitten wachsender Spannungen zwischen den USA und China auf ein neues Rekordhoch steigt. Die Furcht vor möglichen Zöllen auf Edelmetalle und die Suche nach sicheren Anlagen haben den Goldpreis erneut auf neue Höchststände katapultiert, nachdem in der letzten Woche Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Silber, Platin und Palladium folgen diesem Trend.
Gold und Silber weiter im Höhenflug
Der Silberpreis schwankte am Montagmorgen in der Nähe seines Rekordhochs, als ein historischer Short Squeeze in London sowie die Handelsspannungen zwischen den USA und China den Markt aufwühlten. Währenddessen erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch. An anderer Stelle trieben Befürchtungen über mögliche Zölle des Weißen Hauses auf Edelmetalle wie Gold die Preise für Platin und Palladium ebenfalls in die Höhe.
Silber stieg um bis zu 1,1 % auf knapp 51 USD pro Unze, während Platin und Palladium um mehr als 2 % zulegten. Der Goldpreis erreichte mit knapp über 4.060 USD pro Unze einen neuen Rekordwert und überschritt damit seinen alten Höchststand um weniger als einen Dollar. Trotz des Rückgangs vor dem Wochenende verzeichnete Gold am Freitag den achten Wochengewinn in Folge.
Edelmetalle erleben in diesem Jahr einen Aufschwung, wobei die vier wichtigsten Werte zwischen 50 % und 80 % zulegten. Diese Rallye dominiert die Rohstoffmärkte. Der Anstieg des Goldpreises wurde durch Käufe der Zentralbanken, steigende Bestände in börsengehandelten Fonds und Zinssenkungen durch die Federal Reserve gestützt. Die Nachfrage nach sicheren Anlagen wurde zudem durch wiederkehrende Handelsspannungen zwischen den USA und China, die Bedrohung der Unabhängigkeit der Fed und dem Shutdown der US-Regierung begünstigt.

Handelskonflikt USA-China
Am Sonntag forderte China Washington auf, die Zollandrohungen einzustellen und zu den Verhandlungen zurückzukehren. China warnte zudem vor Vergeltungsmaßnahmen, sollten die USA neue Maßnahmen vorantreiben. US-Präsident Donald Trump, der in der vergangenen Woche mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 100 % auf chinesische Waren gedroht hatte, schlug am Wochenende in seinen Äußerungen jedoch versöhnlichere Töne an.
„Gerade als die geopolitischen und handelsbezogenen Risiken nachließen, kam es zu einer Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China“, sagte Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com. Trotz der Offenheit beider Seiten für weitere Verhandlungen „mag die Handelsvolatilität zwar nachlassen, aber sie verschwindet nie ganz. Das ist wirklich gut für Gold.“
Zölle auf Edelmetalle
Die Händler bleiben vor dem Abschluss der sogenannten Section-232-Untersuchung der US-Regierung zu kritischen Mineralien – darunter Silber, Platin und Palladium – weiterhin nervös. Die Befürchtung, dass die Metalle von Trumps Zöllen betroffen sein könnten, hat die angespannte Marktlage noch verschärft und damit teilweise den Grundstein für den Squeeze bei Silber gelegt, nachdem die frei verfügbaren Vorräte in London massiv zurückgegangen waren.
Die Sorge um einen Liquiditätsmangel in London trieb den Silberpreis fast an den Rekordwert von 52,50 US-Dollar pro Unze aus dem Jahr 1980 heran. Dieser Wert wurde auf einem inzwischen nicht mehr existierenden Kontrakt an der Chicago Board of Trade Exchange festgelegt. Die Referenzpreise in London sind gegenüber denen in New York auf ein fast beispielloses Niveau gestiegen. Dies veranlasste einige Händler dazu, Frachtraum in Transatlantikflügen für Silberbarren zu buchen – eine teure Transportart, die normalerweise für wertvolleres Gold reserviert ist –, um von den massiven Aufschlägen in London zu profitieren.
Der Spotpreis für Gold stieg am Montag um bis zu 1,1 % auf ein Rekordhoch von 4.060,01 US-Dollar pro Unze und wurde um 6:25 Uhr in Frankfurt bei 4.054,93 US-Dollar gehandelt. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb nahezu unverändert, nachdem er in der vergangenen Woche um etwa ein Prozent gestiegen war. Silber legte um 0,8 % zu und notiert bei 51,44 US-Dollar pro Unze. Platin lag über 1.630 US-Dollar pro Unze, Palladium bei etwa 1.432 US-Dollar pro Unze.
FMW/Bloomberg
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Der Vergleich zu dem Hunt Squeeze verkennt die allen offensichtliche Tatsache, dass zwischen 1980 und 2025 45 Jahre Inflation liegen.
Würde man diese Marke ernsthaft in Betracht ziehen, müsste man mal schauen, wo diese inflationsbereinigt läge.
Ja @ Großer Bär
Das war eine durch Spekulation getriebene Blase.
Es sollte ein Mangel an Silber am Markt künstlich erzeugt werden.
Jetzt soll sogar eine Verknappung von Silber am Markt künstlich *verhindert* werden.
Baerbock würde sagen: Die Situation hat sich um 360 Grad gedreht.
Aber- es wird spannend bleiben.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Alleine Silber bis zum Frühstück etwa 3,5 % Kurssteigerung ist schon beeindruckend.
Angeblich wurde aus China Silber per Flugzeug in London für heute angefordert. Was allerdings bei Silber sehr ungewöhnlich ist.
Mal sehen, ob die Chinesen der LBMA aushelfen..
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Da habe ich Zweifel.
Im Gegensatz zu den KI-getriebenen Blasenbläser haben die offenbar erkannt, was die Mindest-Basis für jegliche wirtschaftliche Entwicklung ist, das ist offenbar nicht Geld oder nicht nur.
Warum sollten sie einen knapp werdenden Rohstoff verkloppen den sie für ihre eigene Wirtschaft brauchen?
Vielleicht als Zeichen des Guten Willens für die europäischen Geschäftspartner, die immer mehr anfangen auch Schutzzölle zu erheben…
Ich finde das extrem auffällig. Der Westen kämpft mit theoretischen Zahlenkatastrophen, Schuldenorgien, Derivatüberhitzungen, sucht den Ausweg nach vorne durch die KI, fängt an real aufzurüsten (dafür braucht man wohl mehr Eisen & Co. als Bits und Bytes)…
Auf der anderen Seite findtet sich eine (offenbar) strategische Akkumulation von allen Rohstoffen, die mal knapp werden könnten.
Knapp sind.
Wir haben seit ca. 15 Jahren viel zu wenig in Rohstoffe investiert. Die Produktion kann aber nicht auf Knopfdruck erhöht werden.
Das einzige was die Situation am Beginn eines Rohstoffzyklus bremst, ist der Abverkauf der zittrigen Hände, die nach der vorherigen Durststrecke gierig auf die ersten Gewinne hin verkaufen. Edelmetall ebenso wie die Aktien von Rohstoffproduzenten.
Am Freitag wurde 130% der Jahressilberproduktion leer verkauft um den Preis zu drücken. Das hat nicht viel genutzt und obendrein Mittel gebunden. Ich verkaufe jetzt Papiersilber an diese Vögel in den steigenden Markt, aber keine einzige Unze physischen Silbers. Parallel dazu kaufe ich weiter physisch.
Das ist das umgekehrte Spiel, dass die Preisdrücker auch spielen. Die haben zwar die tieferen Taschen, aber mir tut es nicht weh, Silber zu horten.
Wer immer noch kein Silber hat, sollte jetzt in die Puschen kommen.
Ja das habe ich auch gelesen.
Bemerkenswert, dass das auch ausgerechnet am Freitag stattfand. Klingt für mich nach Panik. Wurden die 130% nur angeboten oder tatsächlich auch verkauft?
Habe auch gelesen, dass die Comex immer mehr das Zepter abgibt.
Leer verkauft. Das Silber existiert nicht. Es wurde auf dem Papier von anderen geliehen, die es auch nicht physisch haben.
Dass das den Preis nur wenig gedrückt hat, zeigt, dass die Comex nicht mehr den Preis alleine bestimmt.
Offenbar kurz laufende Kontrakte.
Meine KI sagt auch, dass die Margins erhöht wurden, die Banken auf Rückzug sind und kleinere Raptoren agieren…
Der Freitag, da kam einiges zusammen :-)
Hallo @ Felix
Dann rechnen Dir die ganz hellen Köpfe vor, dass Du mit Deinem neu zugekauften Silber nur Verluste gemacht hast, weil es vor über 40 Jahren schon einmal auf etwa 50 Dollar stand.
Sind wohl Geschwister von Habeck oder Baerbock.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Rechnen ist heutzutage eine Geheimwissenschaft. Natürlich ist die Frage berechtigt, ob der Gewinn, den man nun aus dem Verkauf von Papiersilber, dass man zuvor gekauft hat, und nicht erst leihen mußte, anderweitig besser angelegt wäre?
Aber das ist eine Frage der Diversifizierung. Ich kaufe ja nicht nur Silber, halte es aber nach wie vor für den langfristig interessantesten Rohstoff. Neben Kupfer und Öl.
Kurzfristig war Wolfram am besten. Die American Tungsten Corp. hat seit meinem Kauf vor ein paar Tagen 300% zugelegt. Dieser in den USA befindliche Betrieb hat das Potential den gesamten Westen mit Wolfram zu versorgen. Aber man setzt ja nicht nur auf ein Pferd, es sei denn man ist der totale Bitcoin-Fan. Die machen sowas.
Ist aber auch nicht unlogisch. Denn Gold ist der einzige Wert, auf den man alleine setzen könnte, und Bitcoin hält man ja für digitales Gold. Ich bin da nicht so sicher, aber ich drücke die Daumen.
Denn ohne solides Geld funktioniert auf Dauer nichts.
Ist das wirklich ein Shortsqueeze im Silberpreis? Die COT-Daten der Large Speculators sind auf hohem Niveau (50 k). Wer ist denn da noch short und wird gesqueezed? Mir scheint, daß der Silberpreis einfach durch große Nachfrage sowohl von der Industrie als auch von Anlegern steigt.
Dann war das doch wohl kein Gerücht.
…Nach neuen Mehrjahreshochs: Händler in Panik: Silber wird jetzt im Flugzeug um die Welt geflogen! – 13.10.2025…
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Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Ja aber von NY nach London.
Das passt so richtig gut zum 130% Kontrakt von oben. Völlig entkoppelt