Folgen Sie uns

Devisen

Goldpreis bewegt sich derzeit als Geisel des US-Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Symbolbild mit Gold-Barren und US-Dollar-Geldscheinen

Der Goldpreis hatte gestern die Chance einen neuen kräftigen Anlauf in Richtung der großen runden Marke von 2.000 Dollar zu nehmen. Aber daraus wurde nichts. Dabei waren die Voraussetzungen gut. Hier die aktuelle Lage und die Aussicht auf einen wichtigen Termin heute Nachmittag.

Goldpreis als Geisel des US-Dollar

Gestern sah es wirklich gut aus für die Gold-Bullen. Die EZB hob ihre Konjunkturprognose für die Eurozone an, und erwähnte in keiner Weise, dass der steigende Euro ein Problem darstelle (hier die Details). Daher sprang ab 14:30 Uhr der Euro weiter noch oben, was natürlich den US-Dollar-Index deutlich schwächte, weil der Euro in diese Währungskorb das Schwergewicht gegen den US-Dollar darstellt. Ein schwächerer US-Dollar ist tendenziell gegen alles gut, was gegen ihn gehandelt wird, so auch für Gold. Und so konnte der Goldpreis gestern zügig ansteigen von 1.949 bis auf 1.966 Dollar, eben weil der US-Dollar schwächelte. Dann aber konnte der Dollar-Index wieder an Stärke gewinnen, und zack, der Goldpreis fiel zurück auf, bis auf aktuell 1.941 Dollar. Dieses Schauspiel von Dollar gegen Gold kann man im folgenden Chart gut sehen, der bis Dienstag zurückreicht. Der Goldpreis (rot-grün) reagiert stets entgegengesetzt zur Entwicklung im US-Dollar (blau).

Grafik zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar seit Dienstag

Wir haben die letzten Wochen mehrfach die Wichtigkeit der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen für Gold erwähnt. Diese Wichtigkeit hat grundsätzlich auch nicht nachgelassen. Nur pendelt diese Rendite schon die ganze Woche sinnfrei hin und her, ohne klare Richtung. Daher kann sie derzeit offenkundig keine klaren Impulse für den Goldpreis liefern. Der folgende Chart zeigt den Renditeverlauf seit Anfang dieser Woche.

Chart zeigt Verlauf der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen

Aussichten

Auch wenn der Euro gestern nach seinem Anstieg über die 1,19 gegen den US-Dollar heute wieder auf aktuell 1,1844 verloren hat, so könnte die Euro-Stärke auch in den nächsten Tagen und Wochen fortgesetzt werden, was Schwäche für den US-Dollar bedeuten würde. Dies wiederum könnte dem Goldpreis weiter Auftrieb geben. Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, schildert die Lage zum Euro nach der EZB-Sitzung heute früh folgendermaßen: Es bleibe offen, ob und wie die EZB auf eine Fortsetzung der Euro-Rally reagieren würde. Am Devisenmarkt zeigten sich die Marktteilnehmer relativ unbeeindruckt. Der Euro stieg zwischenzeitlich wieder über die Marke von 1,19 US-Dollar und der Aufwärtstrend bleibt intakt, so Milan Cutkovic. Wichtig ist heute, dass in den USA um 14:30 Uhr deutscher Zeit die Verbraucherpreise für August veröffentlicht werden. Sie könnten einen frischen Impuls für den US-Dollar und somit auch für den Goldpreis geben.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

weiterlesen

Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen