Devisen

Goldpreis bewegt sich derzeit als Geisel des US-Dollar

Symbolbild mit Gold-Barren und US-Dollar-Geldscheinen

Der Goldpreis hatte gestern die Chance einen neuen kräftigen Anlauf in Richtung der großen runden Marke von 2.000 Dollar zu nehmen. Aber daraus wurde nichts. Dabei waren die Voraussetzungen gut. Hier die aktuelle Lage und die Aussicht auf einen wichtigen Termin heute Nachmittag.

Goldpreis als Geisel des US-Dollar

Gestern sah es wirklich gut aus für die Gold-Bullen. Die EZB hob ihre Konjunkturprognose für die Eurozone an, und erwähnte in keiner Weise, dass der steigende Euro ein Problem darstelle (hier die Details). Daher sprang ab 14:30 Uhr der Euro weiter noch oben, was natürlich den US-Dollar-Index deutlich schwächte, weil der Euro in diese Währungskorb das Schwergewicht gegen den US-Dollar darstellt. Ein schwächerer US-Dollar ist tendenziell gegen alles gut, was gegen ihn gehandelt wird, so auch für Gold. Und so konnte der Goldpreis gestern zügig ansteigen von 1.949 bis auf 1.966 Dollar, eben weil der US-Dollar schwächelte. Dann aber konnte der Dollar-Index wieder an Stärke gewinnen, und zack, der Goldpreis fiel zurück auf, bis auf aktuell 1.941 Dollar. Dieses Schauspiel von Dollar gegen Gold kann man im folgenden Chart gut sehen, der bis Dienstag zurückreicht. Der Goldpreis (rot-grün) reagiert stets entgegengesetzt zur Entwicklung im US-Dollar (blau).

Grafik zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar seit Dienstag

Wir haben die letzten Wochen mehrfach die Wichtigkeit der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen für Gold erwähnt. Diese Wichtigkeit hat grundsätzlich auch nicht nachgelassen. Nur pendelt diese Rendite schon die ganze Woche sinnfrei hin und her, ohne klare Richtung. Daher kann sie derzeit offenkundig keine klaren Impulse für den Goldpreis liefern. Der folgende Chart zeigt den Renditeverlauf seit Anfang dieser Woche.

Chart zeigt Verlauf der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen

Aussichten

Auch wenn der Euro gestern nach seinem Anstieg über die 1,19 gegen den US-Dollar heute wieder auf aktuell 1,1844 verloren hat, so könnte die Euro-Stärke auch in den nächsten Tagen und Wochen fortgesetzt werden, was Schwäche für den US-Dollar bedeuten würde. Dies wiederum könnte dem Goldpreis weiter Auftrieb geben. Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, schildert die Lage zum Euro nach der EZB-Sitzung heute früh folgendermaßen: Es bleibe offen, ob und wie die EZB auf eine Fortsetzung der Euro-Rally reagieren würde. Am Devisenmarkt zeigten sich die Marktteilnehmer relativ unbeeindruckt. Der Euro stieg zwischenzeitlich wieder über die Marke von 1,19 US-Dollar und der Aufwärtstrend bleibt intakt, so Milan Cutkovic. Wichtig ist heute, dass in den USA um 14:30 Uhr deutscher Zeit die Verbraucherpreise für August veröffentlicht werden. Sie könnten einen frischen Impuls für den US-Dollar und somit auch für den Goldpreis geben.



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