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Gold/Silber

Goldpreis: Das Missverständnis der Märkte

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Natürlich haben die Märkte immer recht – bis sie ihren Irrtum in Sachen Goldpreis bemerken. Noch hält die Korrektur nach den fulminanten Anstiegen aus dem Sommer an. Dafür gibt es gute Gründe und ein paar Missverständnisse.

Goldpreis: Gute Gründe für eine Korrektur

Nach wie vor kämpft der Goldpreis mit der Marke von 1.500 US-Dollar, während er in anderen Währungen wie dem Yuan oder der Indischen Rupie bereits Allzeithöchststände erreicht hat. In Euro liegt der Goldpreis mit aktuell 1.363 EUR/Unze nur ganz knapp darunter.

Goldpreis in USD vs Goldpreis in Euro

In den Schwellenländern wie Indien und China sind die Goldkäufer sehr preisbewusst. So wundert es nicht, dass die Händler auf der Shenzhen Jewellery Fair 2019 über eine schwache Schmucknachfrage im ersten Halbjahr berichten. Das Gleiche gilt für die Einzelhandelsnachfrage in Indien, die im Juni, Juli und August aufgrund der hohen Preise rückläufig war. Die Schmucknachfrage macht aktuell knapp 50 Prozent der weltweiten Gesamtnachfrage aus:

Nachfrage nach Gold

Investmentnachfrage ist zukünftig Trendentscheidend

Ganz anders stellt sich das Bild bei der Investmentnachfrage dar: Die bei institutionellen Großanlegern und immer mehr Privatinvestoren beliebten physisch gedeckten Gold-ETF erfreuen sich wieder zunehmender Nachfrage, gerade wegen der steigenden Preise. Auch aus diesem Grund sind die Mittelzuflüsse in die ETF der entscheidende Trigger für die mittelfristige Fortsetzung der Anstiege beim Goldpreis, trotz tendenziell abnehmender Schmucknachfrage.

Gold ETF Flows

Gold versus US-Dollar ist das Problem

Solange das Vertrauen in die US-Wirtschaft und den US-Dollar noch relativ hoch sind, und der Dollar-Zins herausragt wie ein Leuchtturm im internationalen Nullzins-Meer, wird Gold seine Rallye mit angezogener Handbremse weiterfahren.

Goldpreis in US-Dollar

Doch genau hier liegt das große Missverständnis der Märkte: Ohne die bisherigen Zinssenkungen in den USA gäbe es auch keine positiven Konjunkturdaten, wie z. B. vom US-Hypotheken- oder Häusermarkt. Auch die Zinslast für die US-Zombieunternehmen (BBB-Kreditbombe) wäre unhaltbar. Die Tatsache, dass Fed-Chef Jerome Powell weitere Zinssenkungen zunächst ausschließt und aktuelle Konjunkturdaten abwarten will, hängt einzig und allein mit der zur Schau Stellung der Unabhängigkeit der Fed von US-Präsidenten Trump zusammen.

Ohne weiter sinkende Zinsen und die Wiedereinführung des Gelddruckens (wie aktuell in Ansetzen schon geschehen) kann die durch massiven Schuldenstimulus getragene US-Wirtschaft nicht weiter expandieren. Das weiss natürlich auch Jerome Powell, genauso wie der US-Präsident. Lediglich die Masse der Marktteilnehmer träumt immer noch von selbsttragenden Elementen im einzig und allein durch Schuldenexpansion erreichten US-Wachstum. Die US-Wirtschaftsmedien kommen diesbezüglich ihrer patriotischen Pflicht zur Verbreitung von Jubelmeldungen vorbildlich nach. Die Berichterstattung von CNBC und Co. als tendenziös zu bezeichnen, wäre noch diplomatisch formuliert. Doch auch wenn die Realität in den USA nach wie vor durch temporär gute Konjunkturdaten und permanent optimistische US-Medien verzerrt wahrgenommen wird, ist der Weg des US-Zinses und damit des US-Dollars mittelfristig vorgezeichnet.

Gold und die US-Zinsen

Sobald der Dollar-Zins analog zu den Zinsen aller übrigen Hauptwährungen unweigerlich auf null gefallen ist, werden auch die Höchststände im Goldpreis in US-Dollar wieder erreicht und überboten werden.

Goldpreis vs Rendite Anleihen

Die Schrumpfung des Zinsabstandes zu den Haupthandelspartnerwährungen wird in Kombination mit der sich auflösenden Wachstumsillusion in den USA nebst Schuldenexplosion zu einer Neubewertung des US-Dollars gegenüber Gold führen.

Fazit

Anders als der milliardenschwere Hedge-Fondsmanager Ray Dalio sehen viele US-Investoren noch keine Notwendigkeit, Gold zu kaufen und fühlen sich mit jeder positiven Nachricht zu einzelnen US-Konjunkturdaten oder bezüglich des Handelskriegs in dieser Auffassung bestätigt. Auch die zögerliche Haltung der US-Notenbank erzeugt die Illusion, dass doch eigentlich alles wieder in Ordnung wäre. Aber das sind nur Intermezzi und irreführende Verbalakrobatik. Der weltweite Megatrend zur Überschuldung wird auch in den USA zu Nullzinspolitik und explodierenden QE-Programmen führen. Diese Erkenntnis greift in den USA erst langsam um sich – aber stetig. Das bedeutet aber auch, dass der Goldpreis die größten Anstiege versus US-Dollar noch vor sich hat.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    27. September 2019 21:32 at 21:32

    @Hannes Zipfel
    Freut mich, daß Sie sich ein wenig um das ungeliebte, bisher etwas vernachlässigte Edelmetall kümmern👍.
    Noch interessiert es die Wenigsten, aber wenn dann auf den Titelbildern die Goldbarren zu sehen sind, werden sie alle kaufen. Wir hoffentlich verkaufen!

  2. Pingback: Goldpreis: Das Missverständnis an den Märkten - finanzmarktwelt.de - Counternet News

  3. Avatar

    Hesterberg

    29. September 2019 01:09 at 01:09

    @Hannes Zipfel
    Sie schließen eine große Lücke bei FMW. Endlich bekommt hier Gold mit Ihren fachkundigen Informationen die Aufmerksamkeit, die es schon lange verdient hatte. Vielen Dank! Ich bin überzeugt davon, dass sich der Goldpreis bald verdoppeln und der Silberpreis bald verdreifachen wird.

    • Avatar

      Columbo

      29. September 2019 10:33 at 10:33

      @Hesterberg
      Bei aller Liebe zum Metall, sollte sich der Goldpreis verdoppeln, hätten wir sehr wahrscheinlich ein Problem, eines von der besonders unangenehmen Art. Man hätte vermutlich nicht viel Zeit, sich zu freuen.
      Als der Goldpreis damals auf fast 2000$ stieg, glänzte das Metall zwar besonders stark, aber ein gutes Gefühl hatte man nicht. Seit 5000 Jahren wird Gold mit Reichtum, aber auch mit Unglück verbunden. Nicht ganz zu Unrecht.

      • Avatar

        Hesterberg

        30. September 2019 02:20 at 02:20

        @Columbo
        Noch nie hatte ich davon gehört oder gelesen, Gold wäre mit Unglück verbunden. Warum die Verdoppelung des Goldpreises ein ganz besonders unangenehmes Problem verursachen würde, erklären Sie leider nicht. Und ebenfalls erklären Sie auch nicht, warum der Goldpreisanstieg insbesondere für Goldbesitzer kein gute Gefühl hinterließ. Aber es bleibt Ihnen ja unbenommen, an der Seitenauslinie zu stehen, während sich Goldbesitzer zusehends ihrer Wertsteigerungen erfreuen.

        • Avatar

          Lausi

          30. September 2019 09:54 at 09:54

          @Hesterberg: Ich denke, @Columbo meint, dass ein steigender Goldpreis wahrscheinlich auch Ausdruck einer sich zuspitzenden wirtschaftlichen und finanziellen Krise ist. Nach dem Motto: Wenn Gold stark steigt, dann ist irgendetwas faul im Laden. Keine rosigen Aussichten für Wirtschaft und Finanzen.

  4. Avatar

    Quintus

    30. September 2019 07:10 at 07:10

    @Hesterberg
    Was Columbo Ihnen damit sagen möchte: sollte sich der Goldpreis verdoppeln stecken wir in tiefsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten und oder stecken obendrein inmitten einer Inflation. Dr. Markus Krall erläutert dies ausführlich in seinen Vorträgen.
    Dem Gold hängt kein Unheil an, es ist ein Indikator für sich anbahnendes Unheil…..

    Herr Hannes Zipfels Beiträge sind eine echte Bereicherung für FMW, auch wenn es mittlerweile genügend Mahner gibt. Leider überwiegen da draußen aber noch die Ahnungslosen und die gilt es aufzuwecken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Gold/Silber

Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Gold/Silber

Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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