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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis reagiert auf Daten, Nachfrage im März ist explodiert

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis notiert aktuell bei 1.725 Dollar. Die aktuelle Lage ist interessant. Schauen wir auf den Kursverlauf im folgenden Chart. Er zeigt den Goldpreis in US-Dollar im Verlauf der letzten fünf Tage. Wir sehen den grundsätzlichen Drang zu höheren Kursen. Die 1.700 Marke konnte überschritten und behauptet werden. Ganz am Ende des Charts sehen wir einen Rücksetzer. Der liegt an der Aktualität der heutigen Daten. Dazu hier die Details.

Was den Goldpreis aktuell antreibt

Schon gestern sprachen wir vom Aufwärtsmomentum für Gold. Und der Drang ins Cash nach dem Öl-Crash Anfang der Woche entfällt inzwischen, daher entfällt offenbar auch der Drang Gold in Cash umzuwandeln. Heute um 10 Uhr wurde der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht, der auch international stark beachtet wird. Die Zahl war nochmal deutlich schwächer als eh schon erwartet. Der Goldpreis fiel dann entgegen des eigentlichen Denkschemas von 1.729 Dollar kurzzeitig auf 1.725 Dollar, um dann später wieder etwas zu steigen. Dann vorhin um 16 Uhr wurde das US-Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan für den Monat April veröffentlicht. Eine stark beachtete Zahl! Die Erwartungen und Erstmeldungen wurden jetzt in der letzten Veröffentlichung ein klein wenig „weniger schlecht“ vermeldet als erwartet.

Und zack. Der Goldpreis fällt von 1.728 Dollar um 15:59 Uhr schnell runter auf bis zu 1.715 Dollar in den Minuten danach, und der Dow 30 steigt gleichzeitig um lausige 20 Punkte. Was lernen wir daraus? Der Kapitalmarkt klammert sich aktuell an selbst den kleinsten konjunkturellen Hoffnungsschimmer in Sachen Coronakrise. Gibt es was Positives zu vermelden (egal wie geringfügig), fällt Gold als Krisenschutz zurück. Aber zack, wo wir den Artikel gerade schreiben, kommt der Goldpreis wieder hoch auf aktuell 1.725 Dollar. Der Drang zu einem höheren Preis für das Edelmetall ist also weiterhin da, und kann nur kurzfristig unterbrochen werden? Wie Gold letztlich ins Wochenende geht, bleibt unklar. Aber es wirkt so, als bleibe der Aufwärtstrend erstmal intakt.

Nachfrage nach Gold explodiert

Nach aktuellen Berichten ist die Gold-Nachfrage im März explodiert. Dies zeigen Aussagen des deutschen Goldhändlers „Pro Aurum“. Demnach ist die Nachfrage nach Gold bei den Anbieter im 1. Quartal im Jahresvergleich doppelt so hoch ausfallen. Für den Monat März explodierte die Nachfrage im Jahresvergleich sogar um das Vierfache, von 1,5 auf 6,2 Tonnen. Und, so möchten wir anmerken: Diese Nachfrage dürfte eher noch zunehmen. Denn viele Anleger sehen, wie sich Staaten und Notenbanken derzeit zur Rettung ihrer Volkswirtschaften übertreffen mit Gelddrucken und Schulden machen. Das schwächt das Vertrauen in das Papiergeldsystem massiv, und schürt vor allem hierzulande die (berechtigte?) Angst vor der Inflation.

Goldpreis Richtung 1.800 Dollar?

Gina Lee von investing.com kommentierte heute, dass jüngste Anstiege im Goldpreis daran lagen, dass das US-Repräsentantenhaus ein Covid-19-Hilfegesetz im Umfang von 484 Milliarden Dollar verabschiedete. Es war der vierte Gesetzesentwurf zur Unterstützung der US-Wirtschaft, um die Schäden durch die Coronavirus-Pandemie zu begrenzen. Sie erwähnt Kommentare von David Meger, Leiter Edelmetallhandel bei High Ridge Futures. Gold werde durch die massiven Hilfsprogramme der Zentralbanken und Regierungen unterstützt. „Die Arbeitslosenquote dürfte die 20-Prozent-Marke erreichen und dies allein sollte Grund genug für die Federal Reserve und die Trump-Regierung sein, die Wirtschaft weiter anzukurbeln“, sagte Edward Moya, Senior Marktanalyst beim Broker OANDA, in einer Notiz. „Der Goldpreis-Anstieg in Richtung 1.800 Dollar pro Unze setzt sich fort. Der Stimulus-Trade wird in nächster Zeit nicht nachlassen, und das sollte für Gold (in Dollar gerechnet) bis zum Sommer Rekordhochs bedeuten.“

Goldpreis im Verlauf der letzten fünf Tage

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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Gold/Silber

Goldpreis auf wackligen Beinen – morgen weitere Abwertungsgefahr?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich aktuell weiter stark anfällig. Die gesamte letzte Woche ging es fast schon komatös seitwärts im Gold um das Kursniveau von 1.850 Dollar herum. Dann ab Freitag Mittag ging es auch wegen US-Konjunkturdaten bergab auf 1.828 Dollar bis Freitag Abend. Heute Nacht zum Wochenstart dann folgte der Absacker im Goldpreis auf 1.810 Dollar, von dem sich der Markt bis jetzt wieder etwas erholt hat auf 1.833 Dollar.

Aber die Lage bleibt labil. Vor allem muss man sehen, dass neben den Renditen für US-Staatsanleihen (hier ein Vergleich) seit einigen Tagen der US-Dollar immer weiter an Stärke gewinnt. Seit November 2020 befindet sich der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) im Abwärtstrend. Der Index fiel seit November von 94,29 auf 89,16 Indexpunkte bis zum 6. Januar 2021. Dann trat die Kehrtwende ein, und der Index stieg bis jetzt auf 90,83 Punkte. Daran erkennt man die leichte neue Stärke im US-Dollar. Das ist schlecht für den Goldpreis. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird, schwächelt tendenziell, wenn der Dollar ansteigt – und umgekehrt. Im folgenden Chart sehen wir als blaue Linie seit dem 5. Januar den steigenden US-Dollar gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün.

Goldpreis morgen vor weiterem Absturz?

Wird der Goldpreis morgen weiter fallen? Möglich ist das, aber keinesfalls sicher. Der Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnt in seinem ganz frischen Kommentar zu Gold, dass die ehemalige Fed-Chefin und neue US-Finanzministerin Janet Yellen morgen im US-Kongress sprechen wird. Wie im Vorfeld durchgesickert sein soll, werde Janet Yellen eine Rückkehr der Biden-Administration zur Wechselkurspolitik vorheriger Regierungen vor Trump verkünden, nämlich die Wechselkurse wieder allein den Märkten zu überlassen.

Inwieweit dies den Goldpreis beeinflusse, werde laut Carsten Fritsch stark von der Richtung abhängen, die der US-Dollar daraufhin einschlägt. Verbale Interventionen zur Abschwächung des US-Dollar wie unter Donald Trump häufig geschehen, dürften allerdings der Vergangenheit angehören, so seine Meinung. Kann diese neue Passivität also bedeuten, dass die Märkte den US-Dollar positiver sehen, weil die US-Regierung nicht mehr auf eine Abwertung drängt? Ein weiter steigender US-Dollar könnte den Goldpreis daher eventuell weiter schwächen, zumindest auf Sicht der nächsten Tage.

Chart zeigt Vergleich von US-Dollar gegen Goldpreis seit dem 5. Januar

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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