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Gold/Silber

Goldpreis: Der Groschen ist gefallen

Hannes Zipfel

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am

Goldbarren

Die Korrekturphase beim Goldpreis scheint nun beendet zu sein. Die US-Investoren begreifen langsam, dass sich auch die Geldpolitik der Fed so schnell nicht mehr normalisieren wird.

Der Goldpreis reagiert mit Verspätung auf die radikale Wende der US-Geldpolitik

Umso länger und umso intensiver die Fed ihre Geldpolitik expansiv gestaltet, umso mehr Investoren wachen nun auch an den für die Edelmetalle wichtigen US-Finanzmärkten auf und kaufen erneut Gold. Die Illusion, die USA könnten sich konjunkturell und geldpolitisch vom Rest der Welt abkoppeln, ist in diesem Jahr bereits kleiner geworden, auch wenn die erneut zweistelligen Gewinnprognosen für US-Unternehmen für das Jahr 2020 noch viel Spielraum für Enttäuschungen lassen.

Immer mehr Amerikaner begreifen, dass auch ihre Volkswirtschaft nicht vor dem Phänomen der „Japanisierung“ gefeit ist. Damit wird allmählich klar, dass die von der Fed bislang als temporär und rein technisch verkaufte aggressive Geldpolitik seit September dieses Jahres der Einstieg in eine Geldpolitik á la Bank of Japan war. Das bedeutet für das kommende Jahr weiter explodierende US-Staatsdefizite, eine starke Ausweitung der US-Notenbankbilanz und die Fortsetzung der Zinssenkungsserie.

Goldpreis knackt erneut die Marke von 1.500 US-Dollar

Der Goldpreis vollzieht nun, da sich diese wichtige Erkenntnis mehr und mehr manifestiert, eine Entwicklung nach, die logischerweise in Reaktion auf eine derart aggressive Geldpolitik der Fed zu erwarten ist. Der Versuch des Präsidenten der US-Notenbank, Jerome Powell, diese radikale Trendwende hin zu stark akkommodierender Geldpolitik zu verschleiern und sogar das de facto „QE4“ zu negieren, nutzt sich mit jedem Monat beim Blick auf die sich im Rekordtempo aufblähende Fed-Bilanz ab. Wie im unteren Chart gut zu erkennen ist, ist der Goldpreis gerade dabei, die seit Anfang September ausgebildete Korrekturformation abzuschließen. Im Zuge der Konsolidierung büßte der Wert des Goldes im Sinne der Fibonacci-Analyse mustergültig 38,2 Prozent des vorherigen starken Preisanstieges aus dem Sommer ein.

Am 23. Dezember konnten die Notierungen des gelben Edelmetalls schließlich den im Rahmen der Korrekturbewegung ausgebildeten kurzfristigen Abwärtstrend dynamisch nach oben durchbrechen. Es gilt nun, die noch verbliebenen drei Horizontalwiderstände bei 1.515, 1.535 und 1.556 US-Dollar pro Unze zu überwinden, bevor ein neues zyklisches Hoch erreicht wird. Die Chancen dafür, dass dies zeitnah geschieht, stehen in Anbetracht der Gesamtgemengelage sehr gut.

Goldpreis als Kursverlauf

Impulse für einen weiteren Anstieg beim Goldpreis

Die Ursache der Gold-Hausse ist primär die Geldpolitik in Reaktion auf die weltweite Konjunkturschwäche sowie die wachsende Schuldenproblematik. Ein Auslöser für den jüngsten Sprung über die Marke von 1.500 US-Dollar war sicherlich auch der jüngste Schwächeanfall des Greenbacks. Hier zeichnet sich immer mehr eine Trendwende hin zu schwächeren Dollar-Notierungen ab, da der Zinsvorteil der Weltleitwährung schmilzt und damit auch die Attraktivität des Greenback als Anlagewährung bzw. Zielwährung für Carry-Trader. Gelingt dem Euro der Durchbruch über die Marke von 1,12 zum US-Dollar, dürfte sich auch für den Goldpreis weiteres Kurspotenzial eröffnen.

Euro gegen US-Dollar

Ein weiterer wichtiger Impuls für die Fortsetzung der Rallye beim Goldpreis im Jahr 2020 ist der US-Realzins. Dieser liegt aktuell bereits im negativen Terrain bei -0,1 Prozent (12-Monatszins minus jährliche Teuerungsrat). Nach Berechnungen des World Gold Council über einen Zeitraum von 48 Jahren (1971-2019) lag die jährliche Performance des Goldpreises bei derart niedrigen Realzinsen im zweistelligen Bereich per annum.

Goldpreis vs Realzinsen

Zu guter Letzt zwingt die Verteuerung der US-Aktien Vermögensverwalter zu parallelen Absicherung der Aktien-Portfolios auch mittels des Save-Haven-Assets Gold. Mittlerweile haben sich die Bewertungen beim S&P 500 Aktienindex signifikant von den Unternehmensgewinnen abgekoppelt und die Anleger schwelgen in selten gesehener Euphorie.

Die mittlerweile stark ausgeprägte Angst vor entgangenen Gewinnen bei den Standardaktien hat die Cash-Quoten schmelzen lassen und die Wetten auf weiter sinkende Volatilität auf neue Rekordhöhen getrieben. Diese Kombination birg enorme Risiken und kann zu heftigen Rückschlägen am Aktienmarkt führen. Umso weiter diese Panik-Rallye an den Aktienmärkten läuft, umso mehr gewinnt auch Gold als Absicherungsinstrument an Attraktivität.

Fazit und Ausblick

In dem Maße, wie die Nachhaltigkeit der ultralaxen Geldpolitik der Fed ins Bewusstsein der weltweit dominierenden US-Finanzmärkte rückt, wird die Bedeutung von Gold als Investment und legitimer Portfoliobestandteil zunehmen.
Die sich weiter verteuernden Aktienpreise bei gleichzeitig schwacher Ertragslage und rekordhoher Unternehmensverschuldung schlechter Qualität erhöhen zudem das Absicherungsbedürfnis der Portfolio- und Fondsmanager.

Schlussendlich wird Gold als heimliche Reservewährung auch deshalb reüssieren, weil die offizielle Weltleitwährung unter Zinsschwund und monetärer Diarrhö der Fed leidet (Verwässerung des Geldwertes durch massive Dollaremissionen). Risiken für den Goldpreis bestehen vonseiten preisbedingt abnehmender Schmucknachfrage, möglicherweise leicht sinkender Nachfrage durch die Notenbanken im Jahr 2020 sowie des nach wie vor hohen spekulativen Exposures an den Gold-Terminmärkten. Besonders Letzteres kann zu zwischenzeitlichen Abverkäufen und damit erhöhter Volatilität beim Goldpreis führen. Entscheidend für die Preisentwicklung im Jahr 2020 wird aber vor allem die Investorennachfrage in Form von Gold-ETFs sein. Hier sehen die Perspektiven für das kommende Jahr speziell in den USA sehr positiv aus.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Allgemein

Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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