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Die Chancen steigen Goldpreis: Erholung? EZB und Fed als Zünglein an der Waage

Goldpreis: Erholung? EZB und Fed als Zünglein an der Waage

Der Druck auf den Goldpreis hat zuletzt etwas abgenommen – reicht es jetzt für eine Erholungsrallye? Die US-Renditen und der Dollar befinden sich zwar immer noch auf einem sehr hohen Niveau, die Anstiegsdynamik hat aber etwas nachgelassen. Die jüngsten Signale der Fed haben den Ausverkauf beim Gold zunächst gestoppt, sodass sich am Freitag ein Doppeltief bei 1.617 Dollar etabliert hat. Entscheidend für die Entwicklung des gelben Edelmetalls ist und bleibt die Geldpolitik der Notenbanken. Daher richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer in dieser und der kommenden Woche auf die Zinsentscheide der EZB und Fed.

Am kommenden Donnerstag entscheidet zuerst die EZB über den nächsten Zinsschritt, ehe in der nächsten Woche die US-Notenbank ihre Entscheidung verkündet. Der Markt erwartet in beiden Fällen eine erneute große Zinsanhebung um 75 Basispunkte. Entscheidender wird allerdings sein, wie es danach weitergeht.

Gold: Zinsentscheide der EZB und Fed im Fokus

An den Märkten macht sich erste Hoffnung breit, dass die Fed eventuell ihren straffen Zinskurs etwas verlangsamt. Das könnte sowohl für Aktien als auch für Gold den erhofften Auftrieb bringen.  Am Freitag hatte das Sprachrohr der Federal Reserve, Nick Timiraos Journalist vom Wall Street Journal, einen Artikel veröffentlicht, der die Hoffnung schürt, dass die Fed im Dezember wahrscheinlich die Zinsen „nur“ um 0,5 Prozentpunkte anheben wird. Zudem sagte die Präsidentin der San Francisco Fed, Mary Daly, dass es an der Zeit sei, über kleinere Zinsschritte zu diskutieren. Ungeachtet dessen dürfte es auf der Sitzung am 3. November zu einer weiteren Anhebung um 75 Basispunkte kommen, die Wahrscheinlichkeit liegt aktuell bei 91,3 Prozent.

Zuvor dürfte der Zinsentscheid der EZB am Donnerstag für frische Impulse im Goldpreis sorgen. Ein Zinsschritt von 75 Basispunkten scheint bereits in die aktuellen Kurse eingepreist zu sein. Anleger richten ihr Augenmerk daher auf den geldpolitischen Ausblick. Man erhofft sich neue Hinweise auf den weiteren Zinskurs der Europäischen Zentralbank. EZB-Präsidentin Lagarde könnte diese auf der anschließenden Pressekonferenz liefern. Solange ein Ende der aggressiven Zinserhöhungen nicht in Sicht ist, dürften US-Renditen und Dollar auf hohem Niveau verweilen, was wiederum den Goldpreis belastet. Die anhaltenden Abflüsse aus den Gold-ETFs verdeutlichen die schwache Nachfrage. Der September war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem es zu Abflüssen aus ETFs kam.

Goldpreis: Chance auf eine Erholung steigt

Nachdem der Goldpreis erneut unter den Tiefs der vergangenen zwei Jahren bei 1.680 Dollar gefallen war, hat sich eine Handelsspanne zwischen 1.680 und 1.615 USD etabliert. Am Freitag haben die Bären das Edelmetall ein zweites Mal an die Unterstützung gedrückt. Da die Käufer an der Stelle erneut zugegriffen haben, hat sich ein Doppeltief ausgebildet. Anschließend gelang der Anstieg über die Hürde von 1.640 USD – aktuell notiert Gold bei 1.649 USD.

Oberhalb der Unterstützung  bei 1.642/40 USD könnte der Goldpreis die Erholung fortsetzen und die Oberkante der Spanne bei 1.680 bis 1.688 wieder anlaufen. Springt Gold anschließend über die markante Hürde, eröffnet sich weiteres Erholungspotenzial. Ein nachhaltiger Ausbruch über 1.680 USD könnte den Goldpreis über 1.700 USD in Richtung der Widerstände bei 1.724 und 1.735 USD bringen. Ein Anstieg über die lokalen Hochs bei 1.735 würde zudem den mittelfristigen Abwärtstrend brechen. Kritisch wird es, wenn der Goldpreis unter das Doppeltief bei 1.617 USD fällt. Dann rücken die Marken bei 1.600 und 1.570 USD in den Fokus.

Gold im Abwärtstrend - Fallende Renditen und Dollar würden Erholung einleiten

Gold – Chart von TradingView

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