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Goldpreis erreicht Allzeithoch – massive ETF-Flüsse – heute Powell

Der Goldpreis erreicht wieder neue Rekorde! Jüngste Daten zeigen massive Zuflüsse in Gold-ETF. Heute spricht Fed-Chef Powell.

Gold und Silber
Gold und Silber. Foto: Bloomberg

Mit 3.759 Dollar erreichte der Goldpreis heute Nacht ein neues Allzeithoch. Die Dimensionen des Anstiegs sind gewaltig! Allein in den letzten vier Wochen ist es ein Anstieg um 420 Dollar! Im XAUUSD Chart sehen wir seit Februar die massive Gold-Rally (blau), und in negativer Korrelation die sinkende zweijährige US-Anleiherendite (rot), die von 4,26 % auf 3,59 % gefallen ist. Aktuelle Daten zeigen: Gewaltige Geldsummen fließen in den letzten Wochen in Gold-ETF, was die Rally anheizt.

Grafik vergleicht Verlauf im Goldpreis mit US-Anleiherendite

Goldpreis-Rally: Sinkende Zinsen

Wichtig: Ab Mittwoch Abend letzter Woche zeigte der Goldpreis kurzzeitig Schwäche – denn die Federal Reserve senkte zwar wie erwartet die Zinsen, aber der Ausblick bescherte keine noch größere Zinssenkungseuphorie, als sie ohnehin schon vorhanden war. Außerdem waren Zinssenkungen schon seit Wochen eingepreist worden. Je tiefer die Zinsen auf Anleihen, desto weniger Geld verlieren Anleger im Vergleich, wenn sie in das zinslose Gold investieren! Aber auch nach der Zinssenkung hört man von zahlreichen Analysten wieder die vorige Argumentation, sinngemäß: Die Zinssenkungsaussichten sind gut, die Euphorie kann weiter laufen!?

ETF-Boom

Gestrige Daten des World Gold Council zeigten: Globale Gold-ETFs verzeichneten letzte Woche Zuflüsse von über 4 Mrd. US-Dollar (~36 Tonnen) – der höchste Wochenwert seit Mitte April. Auf Monatsbasis haben Gold-ETFs nun über 10 Mrd. US-Dollar (~88 Tonnen) erreicht, ebenfalls der höchste Wert seit April. Die Nettozuflüsse seit Jahresbeginn belaufen sich nun auf 57 Mrd. US-Dollar (~561 Tonnen). Dieser aktuelle Antrieb für den Goldpreis stammt vor allem von Anlegern in Nordamerika.

Bloomberg berichtet über den ETF-Boom bei Gold aktuell wie folgt: Bereits in den beiden Sitzungen zuvor hatte das Edelmetall Rekorde markiert. Besonders gefragt sind börsengehandelte Fonds: Ihre Bestände wuchsen am Freitag so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Zuvor hatte der Goldpreis kurzzeitig korrigiert, nachdem Fed-Chef Jerome Powell Erwartungen schneller weiterer Lockerungen der Geldpolitik gedämpft hatte. Zinssenkungen begünstigen in der Regel Edelmetalle, für die es ja keine Zinsen gibt.

“Nachdem die Preise am Tag nach der Zinssenkung um 25 Basispunkte durch die Fed nachgegeben hatten – möglicherweise wegen einer vorsichtig empfundenen Wortwahl Powells in den Kommentaren des Offenmarktausschusses – hat sich nun ein neuer Aufwärtstrend im Goldpreis durchgesetzt, wobei ETF-Zuflüsse weiter die treibende Kraft sind”, hieß es am Montagabend von BMO Capital Markets. “Mit einem Zinssenkungszyklus klar auf dem Tisch sehen wir das Chancen-Risiko-Verhältnis für die Preise bis ins vierte Quartal hinein weiterhin positiv.”

Powell-Rede

Heute Abend um 18:30 Uhr deutscher Zeit hält Fed-Chef Jerome Powell eine Rede zum Wirtschaftsausblick. Wird es dort neue Impulse geben für Dollar, Anleiherenditen, Goldpreis? Daran kann man zweifeln – denn gerade erst am letzten Mittwoch hatte sich Powell ja umfassend zur US-Konjunktur geäußert. Welche neuen Erkenntnisse soll es in so kurzer Zeit geben? Wohl keine! Aber man weiß vorher nie – die Rede könnte die Preise dennoch in Bewegung bringen, wenn Marktteilnehmer auf Krampf einen neuen Impuls suchen. Aktive Händler sollten diesen Termin für heute Abend im Auge behalten.

Wer sich für das größere Bild bei Gold interessiert: Ich verweise an dieser Stelle auf das Gespräch zwischen Andre Stagge und Dimitri Speck, der für den Goldpreis ein langfristiges Ziel von 15.000 Dollar ausruft. Verkündet hatte er das Ziel vor fünf Jahren, seitdem hat sich der Preis verdoppelt.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. ETF‘s regieren die Goldwelt. Schnelle Zuflüsse bestimmen den Wert.
    Ebenso schnelle Abflüsse.

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