Gold/Silber

Goldpreis fällt deutlich – Risk On lässt „Sicheren Hafen“ verblassen

Gold-Barren

Der Goldpreis ist seit letzter Woche Mittwoch nur am Fallen. Der Absturz begann bei 2.045 Dollar, und aktuell sehen wir Kurse von 1.927 Dollar. Zum Anfang des Ukraine-Kriegs ab dem 24. Februar hieß es „Risk Off“ ist angesagt, also die Flucht in „Sichere Häfen“, weshalb auch Gold profitieren konnte. Im folgenden Chart, der bis zum 23. Februar zurückreicht, sehen wir in der blauen Linie den zunächst steigenden Goldpreis, der nun wieder kräftig zurückkommt. Gleichzeitig drücken ein steigender US-Dollar und steigende Anleiherenditen gegen Gold (orange und türkise Linie).

Risk On lässt Goldpreis weiter fallen

Nach Risk Off (Raus aus Risiko, rein in die sicheren Häfen) lautet derzeit das Motto „Risk On“. Der schlimmste Schreck über den Ukraine-Krieg scheint am Kapitalmarkt verdaut zu sein, und die Hoffnungen auf Waffenstillstandsverhandlungen nehmen zu, weil beide Seiten seit Tagen miteinander reden – so auch heute wieder – und der Goldpreis fällt. Aber ob dabei überhaupt etwas rauskommt? Noch scheint man meilenweit voneinander entfernt zu sein. Aktuelle Aussagen aus dem Kreml sprechen davon, dass die Gespräche mit der Ukraine „positiv“ seien. Aber es sei verfrüht über mögliche Ergebnisse zu sprechen. Meine Meinung: Der Risk On-Modus am Gesamtmarkt basiert nur auf der Hoffnung, dass bei den Gesprächen etwas herauskommt. Aber dafür gibt es keine handfesten Anzeichen! Aber man wird sehen.

Was sagen die Experten?

Die Analysten der Commerzbank sagen in ihrem aktuellen Kommentar zu Gold, dass wegen der Hoffnung auf eine Waffenruhe und eine baldige Beendigung des Krieges in der Ukraine die Edelmetallpreise kräftig fallen, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der Goldpreis zeige heute Schwäche mit dem niedrigsten Stand seit Anfang März – denn mit der Hoffnung auf eine Beendigung der Kampfhandlungen steige auch der Risikoappetit der Marktteilnehmer. Deutlich erkennbar sei dies auch am kräftigen Anstieg der Anleiherenditen. Dadurch würden auch die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen, da Gold keine Zinsen zahlt. In realer Betrachtung, also nach Abzug der Inflationserwartungen, sind die Zinsen laut der Commerzbank aber weiterhin deutlich negativ, was einem stärkeren Preisrückgang bei Gold entgegenstehen sollte. Ob sich die Hoffnungen in der Ukraine erfüllen, bleibe zudem noch abzuwarten.

Kurz-Fazit meinerseits: Sollte endlich mal Klarheit entstehen bei den Gesprächen, vor allem eine negative Klarheit, dass außer viel Bla Bla nichts dabei rausgekommen ist, könnte der Goldpreis plötzlich und unerwartet hochspringen.

Goldpreis gegenüber dem US-Dollar und der zehnjährigen US-Anleiherendite TradingView Chart zeigt seit dem 23. Februar Kursverlauf im Goldpreis gegenüber dem US-Dollar und der zehnjährigen US-Anleiherendite.



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1 Kommentar

  1. Es könnte auch sein dass die weltweite Börsenkorrektur und vor allem in China einige Margin Calls produziert hat. Und wie meistens muss in solchen Fällen die „SICHERSTE ALLER SICHERHEITEN „herhalten.Vor allem im DAX ,den man eher als weniger überbewertet hielt, hat der 24% Einbruch einige Permabullen traumatisiert.

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