Der Goldpreis fällt als Reaktion auf die Trump-Zölle von Mittwoch Abend. Eigentlich ist das eine ungewöhnliche Marktreaktion. Der Anleihemarkt zum Beispiel zeigt eine mustergültige Reaktion: Anleihekurse steigen, weil Anleger Aktien verkaufen und in sichere Häfen fliehen. Normalerweise ist Gold auch ein „Sicherer Hafen“, von daher hätte das Edelmetall kräftig ansteigen müssen? Hier die Erklärung.
Goldpreis fällt – Sicherer Hafen funktioniert aktuell nicht
Dieser XAUUSD Chart zeigt den Kursverlauf von Gold in US-Dollar seit Wochenanfang. Rot eingekreist der Zeitpunkt von Mittwoch Abend, als Donald Trump seine großen Zölle verkündete (global 10 %, China 34 %, EU 20 % usw). Ab da stieg der Goldpreis zwar zunächst von 3.122 Dollar auf 3.165 Dollar in der Spitze. Aber bis jetzt sehen wir einen Absturz auf 3.081 Dollar.
Warum Gold jetzt fällt
In normalen Marktphasen kann Gold ansteigen, wenn es Marktrisiken beispielsweise bei Aktien gibt, geopolitische Risiken oder Sonstiges. Auch wenn Anleiherenditen fallen, verlieren Anleihen in Relation zu Gold an Attraktivität. Dies ist jetzt der Fall. US-Anleiherenditen mit 10 Jahren Laufzeit fallen seit Mittwoch Abend von 4,19 % auf 3,94 %. Aber der Goldpreis steigt nicht. Warum? Der S&P 500 hat gestern brutale 4,84 % verloren, ein richtiger Crash! Bei so starken Abstürzen verlieren Profi-Anleger wie zum Beispiel Hedgefonds viel Geld, wenn sie am Aktienmarkt gehebelt (auf Kredit) auf steigende Kurse gesetzt haben.
Dann kann man schnell Margin Calls erhalten. Broker und Banken fordern Cash-Nachschüsse, wenn Börsenkonten durch gehebeltes Trading schnell Richtung Null tendieren. Dann müssen Anleger zügig Geld auftreiben, wenn ihre Position nicht vom Broker zwangsweise geschlossen werden soll. Genau dieses Szenario könnte daher aktuell Profi-Anleger dazu veranlassen, in Gold geparktes Geld zu Cash zu machen, was den Goldpreis nun fallen lässt.
Dazu schrieb Bloomberg News heute Nacht auch (auszugsweise) als Erläuterung: „Am Donnerstag erlebten die Märkte einen der schlimmsten Tage für Aktien seit dem Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie, wobei allein aus dem S&P 500 etwa 2,5 Billionen US-Dollar gestrichen wurden. Während Gold in Zeiten erhöhter Unsicherheit in der Regel als sicherer Hafen gilt, kann es auch an ausgeprägten Ausverkäufen beteiligt sein, wenn Investoren gezwungen sind, Bargeld zu beschaffen, um Verluste auf anderen Märkten auszugleichen.“
FMW/Bloomberg
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Ich finde es erstaunlich, dass der Goldpreis nach dem Massaker an der Börse so wenig gefallen ist, und immer noch auf dem Stand von vor 5 Tagen steht.
Zumal bei der vorangegangenen Rallye.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Bei einer Strecke von 350$ (20.05.24) einem W- RSI von 77 nenne ich das eine gesunde Korrektur. In Euro stellt sich das etwas ungünstiker da, da der Dollar gestern abgeschmiert ist. Mit Crash hat das nichts zu tun.
stimmt, aber wenn 3100 immer noch halten ist das komisch gegen sonst.
Hallo @ Albi
Sicher wird der Goldpreis noch weiter nachgeben.
Denn um ihr Aktiendepot vor einer Zwangsliquidation zu schützen, wird Gold verkauft.
Sicher hauptsächlich Papiergold.
Aber das hat Auswirkungen auf den Goldpreis.
Bin mal gespannt ob sich Aktien oder Gold schneller wieder „erholen“.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Hallo Helmut, danke für die Info.Jetzt bin ich beruhigt.Der Kurs jetzt auf 3030 Dollares vorher 3015 Dollares gefallen. War nicht geduldig genug. Heute Bitcoin gestiegen, interessant.
Viele Grüße aus Mittelfranken, Bayern.
Halla @ Albi
Alle reden immer von Schuldenabbau.
Jetzt wurden doch einige Billionen an Schulden abgebaut. Denn die Guthaben sind immer gleich hoch wie die Schulden.
Und da tritt das Problem vom Gold ins Licht.
Der Wert von Gold kann nicht „abgebaut“ oder für wertlos erklärt werden. Da es im Normalfall (wenn es nicht verliehen wird) keine Zinsen generiert, kann ein Währungssystem auf Goldbasis praktisch unbegrenzt existieren.
Die Zinsen bringen ein Währungssystem um, wenn die Wirtschaft nicht auch in dem Tempo wächst.
Mal sehen ob die Schulden weiter mit der Inflation oder Deflation abgebaut werden.
Oder mit einer Mischung daraus..
Wie soll man sich als kleiner Rentner langfristig und sicher vor beidem schützen, als mit Gold?
In Deutschland müssen demnächst etwa 100 Milliarden Euro jährlich an Zinsen für die Staatsschulden bezahlt werden.
Und die Schuldenorgie wird weiter gehen, denn die Zinsen müssen aus dem Haushalt bezahlt werden.
Nur, womit als durch weitere Schulden?
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
„…Der S&P 500 hat gestern brutale 4,84 % verloren, ein richtiger Crash!…“
Aber -4,84% sind doch kein Crash!