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Gold/Silber

Goldpreis fällt spürbar – entfällt der Hauptgrund, dreht der Markt wieder nach oben?

Redaktion

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Der Goldpreis ist derzeit klar im Abwärtstrend. Alleine seit Mittwoch ist er um 66 Dollar gefallen auf aktuell 1.464 Dollar. Nur die Frage lautet: Ist das ein richtiger Abwärtstrend, oder nur ein fallender Kurs aufgrund eines einzelnen Einflussfaktors? Das wäre gut möglich. Denn der hier bestimmende Faktor für den fallenden Goldpreis heißt „US-Dollar“.

US-Dollar drückt gegen Goldpreis

Der global wahrgenommene Goldpreis notiert nun mal in US-Dollar. Und der steigt seit Tagen gegen andere wichtige Währungen an. Steigt der Dollar, dann wird Gold in Ländern außerhalb des Dollar-Raums automatisch teurer, weil dortige Käufer mit ihrer eigenen schwächeren Währung Gold ja in der Regel in Dollar kaufen müssen. Dies drückt auf die Gold-Nachfrage, und somit auch auf den Goldpreis.

Goldbarren Beispielfoto - Goldpreis fällt
Foto: pixabay / Stevebidmead

Dieses Szenario ist manchmal (aber nicht immer) ein Automatismus im laufenden Börsenhandel. Derzeit funktioniert dieser Automatismus mustergültig! Im Chart sieht man seit dem 25. September den fallenden Goldpreis in rot gegen den steigenden US-Dollar, auf Basis des US Dollar-Index, einem Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen.

Goldpreis vs US Dollar

Wie geht es weiter für Gold?

Der Dow Jones 30 konnte seit Freitag Abend gut 200 Punkte zulegen. Wenn Aktien gut laufen, drückt das tendenziell auch gegen den Goldpreis. Denn wenn Anleger mit verzinsten Geldanlagen (Dividenden oder Anleihezinsen) Geld verdienen können, brauchen sie mit ihrem Geld nicht ins zinslose Gold flüchten. Auch hatte sich die geopolitische Lage im Nahen Osten jüngst ein wenig entspannt, was aber mit Sicht auf die nächsten Wochen nicht viel heißen muss. Dennoch, der Hauptgrund für den fallenden Goldpreis bleibt zumindest aktuell mit Sicht auf einige Tage der stärkere US-Dollar.

Beim Klick an dieser Stelle finden Sie auch eine interessante Gold-Analyse von Hannes Zipfel vom letzten Freitag.

Sollte der starke US-Dollar als Grund entfallen, könnte der Goldpreis wieder steigen (das ist natürlich keine Garantie!). Die US-Börsenaufsicht CFTC veröffentlicht einmal pro Woche Handelsdaten zu Terminkontrakten, so auch für Gold. Gemäß dem aktuellsten Stand von Freitag Abend haben die Trader bis zum 24. September großes Interesse an Gold gezeigt. Deutet das auf einen steigenden Goldpreis hin, der momentan aber dank des steigenden Dollar quasi blockiert wird? So ist einerseits die Anzahl offener Kontrakte in Gold-Futures um 4,4% auf 658.900 gestiegen. Ein Rekordwert. Und die vielleicht entscheidende Zahl, die Netto-Long-Position (quasi Wette auf einen steigenden Goldpreis) vergrößerte sich im Wochenvergleich von 318.400 auf 345.100 Terminkontrakte, ein Plus von 8,4%. Das ist der höchste Wert seit Juli 2016. Also: Wird der Drang der Trader ins Gold momentan nur vom starken Dollar überdeckt? Möglich wäre es. Und da wären ja noch ein paar „Kleinigkeiten“ wie der Handelskrieg, der Nahe Osten etc. Die letzten Monate haben gezeigt, wie schnell Unsicherheiten große Investoren in die vermeintlich sicheren Häfen wie Gold oder den Schweizer Franken treiben können.

Goldpreis mit Unterstützung aus charttechnischer Sicht?

Kann der Rückfall im Goldpreis bei Kursen um die 1.440 oder 1.430 Dollar gestoppt werden? Mittig im folgenden Chart (Preisverlauf seit Dezember 2018) sieht man ein Unterstützungsniveau aus Juni und Juli. Steigt der US-Dollar nicht immer weiter an, könnte der Goldpreis hier ein Tief finden.

Goldpreis auf Sicht von einem Jahr

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

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Gold/Silber

Gold: Rekorddaten und Ausblick für 2021 durch World Gold Council

Jörg Bernhard

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Für das abgelaufene Jahr meldete der World Gold Council (WGC) diverse Rekorde im Marktsegment der Gold-ETFs und kommunizierte zudem seinen Ausblick zur Entwicklung der Goldmärkte im Jahr 2021.

Gold: Rekordlaune bei Investments in ETFs

Bedingt durch die Coronakrise haben verunsicherte Investoren im Jahr 2020 in großem Stil Gold in Form von physisch hinterlegten ETFs gekauft. Im September kletterten zum Beispiel die Goldbestände von insgesamt 83 erfassten ETFs auf 3.880 Tonnen und einen Marktwert von insgesamt 235,4 Milliarden Dollar. Beide Werte stellten einen neuen Rekord dar. Zum Jahreswechsel stellten sich Werte von 3.751,5 Tonnen bzw. 228,1 Milliarden Dollar ein.

Ein weiteres Allzeithoch wurde aber auch bei den registrierten Gold-Zuflüssen registriert. Mit 877,1 Tonnen Gold wurde der Vorjahreswert in Höhe von 398,3 Tonnen um 120 Prozent und das im Jahr 2009 erzielte bisherige Allzeithoch in Höhe von 649 Tonnen um 35 Prozent übertroffen. In Nordamerika waren Gold-ETFs übrigens besonders stark gefragt. Dort erhöhten sich die Bestände dieser Form von Papiergold innerhalb eines Jahres um 563,3 Tonnen. Der zweitstärkste Appetit war mit 259,9 Tonnen in Europa auszumachen, womit diese beiden Regionen fast 94 Prozent der weltweiten ETF-Nachfrage repräsentiert haben.

Ausblick für 2021 tendenziell optimistisch

In einem weiteren Statement veröffentlichte der WGC seinen Ausblick für das Jahr 2021. Dessen Analysten gehen davon aus, dass Investoren dauerhaft niedrige Zinsen in riskantere Anlageklassen locken könnte. Weil dies mit steigenden Haushaltsdefiziten, wachsenden Inflationssorgen und hohen Aktien-Bewertungen einhergehen dürfte, rechnet die internationale Interessenvertretung der Goldminenindustrie mit einer stabilen Investorennachfrage, während die Konsumentennachfrage dank einer wirtschaftlichen Erholung anziehen könnte.

Die Performance des Goldpreises hängt laut WGC von insgesamt vier Faktoren ab, von denen zwei von strategischer und zwei von taktischer Natur seien. Zur erstgenannten Gruppe gehören das wirtschaftliche Wachstum sowie das Maß an Verunsicherung. Von taktischer Bedeutung seien die Opportunitätskosten und das Momentum.

Fazit

Der WGC rechnet für 2021 mit einer positiven Performance von Gold, wenngleich in gedämpfter Form. Als wichtigsten Grund für diese Erwartungshaltung wurde die Aussicht auf eine höhere Konsumentennachfrage in China und Indien, gefolgt von der Chance auf dauerhaft niedrige Zinsen und dem damit verbundenen Wegfall von Opportunitätskosten (Zinsverzicht bei Gold) genannt.#

Hier finden Sie zusätzliche Informationen des World Gold Council..

Gold dürfte auch 2021 gesucht sein

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