Der Goldpreis ist seit Freitag Abend von 3.333 Dollar auf heute Mittag 3.306 Dollar gefallen. Der XAUUSD Chart zeigt den Kursverlauf seit Anfang April. Die aktuelle kleine Kursschwäche deutet darauf hin, dass zumindest in diesem Augenblick Goldhändler davon ausgehen, dass sich der Handelskrieg deeskalieren wird. Aber bei Trumps Sprunghaftigkeit kann das in ein paar Stunden schon ganz anders aussehen. Diese Börsenwoche wird sich wohl hauptsächlich um Trumps Zölle drehen, da am Mittwoch seine 90 Tage-Frist ausläuft, und man in Trumps Administration und bei ausländischen Regierungen jetzt fieberhaft versucht Zoll-Vereinbarungen zu finden.
Goldpreis fällt – Hoffnung auf Entspannung im Handelskrieg überwiegt (aktuell)
Der aktuell fallende Goldpreis dürfte wohl bedeuten: Die Händler glauben daran, dass es im Großen und Ganzen erträgliche Lösungen rund um das Thema Zölle geben wird, und dass das Schlimmste vermieden werden kann. Dann nämlich verlassen Händler Sichere Häfen, und der Goldpreis kann fallen. Anleger gehen bei so einer handelspolitischen Entspannung wohl lieber in riskante Anlageklassen wie Tech-Aktien.
Im größeren Bild gibt es gewichtige Gründe für einen höheren Goldpreis, wie zum Beispiel die dramatisch hohe US-Staatsverschuldung, die durch das gerade erst verabschiedete Steuergesetz von Donald Trump eine neue Stufe der Eskalation erreichen dürfte. Das Budgetbüro des US-Kongresses erwartet einen Anstieg des Haushaltslochs um 3,4 Billionen Dollar binnen zehn Jahren. Aber im kurzfristigen Bild dürften Anleger auf die dieswöchigen Aussagen rund um Trumps Zölle blicken. Kommen mit wichtigen Handelspartnern wie EU, China, Japan etc Vereinbarungen zustande, könnten Anleger wie gesagt risikofreudiger werden, und der Goldpreis könnte kurzfristig weiter sinken.
Ein Hoffnungsschimmer am Markt mit Blick auf Trumps Zoll-Frist, die übermorgen endet: US-Finanzminister Scott Bessent sagte in gestrigen Interviews, dass mögliche höhere Zölle erst am 1. August in Kraft treten würden. Daher könnte noch Zeit für Verhandlungen sein für diejenigen Länder, die noch nicht kurz vor einer Einigung stehen. So eine Aussage ist gleich wieder ein Hoffnungsschimmer für Aktienanleger, was für den Goldpreis gleich wieder negativ auszulegen wäre (Risk On-Stimmung).
BRICS und Dollar
Dann gibt es da noch die aktuelle Aussage von Donald Trump, dass er jedes Land mit einem Extra-Zoll von 10 % belegen wolle, das sich der „anti-amerikanischen Politik der BRICS-Staaten“ anschließt. Dass die Märkte darauf nicht groß reagieren, dass der Goldpreis daraufhin nicht ansteigt – das kann wohl daran liegen, dass man inzwischen daran gewöhnt ist, nicht jede Aussage von Donald Trump ernst zu nehmen. Denn diese Aussage von anti-amerikanischem Verhalten kann man wohl nicht so einfach real greifbar machen. Hat er die BRICS schon morgen wieder vergessen? Der aktuell leicht fallende Goldpreis korreliert zumindest heute negativ mit einer Stärke im US-Dollar. Aber eine all zu große Bewegung ist es nicht.
Anleger, die sich für die kurzfristige Bewegung im Goldpreis interessieren, sollten diese Woche genau die Nachrichtenlage rund um Donald Trump und seine Zölle verfolgen.
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