Der Goldpreis fällt nach seiner Rally der vergangenen Tage wieder zurück. Gold gerät unter Druck, weil Händler geopolitische Risiken zunehmend ausblenden und den Fokus auf wichtige US-Konjunkturdaten in dieser Woche richten. Auch Silber gibt nach und kann die Marke von 80 US-Dollar nicht verteidigen. Im Zentrum steht nun der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag: Er gilt als Schlüsselsignal für die nächsten Schritte der US-Notenbank Fed – und könnte den Edelmetallen neue Impulse geben.
Goldpreis fällt: US-Daten im Fokus
Gold gibt nach, während Anleger über die zuletzt verschärften geopolitischen Spannungen in Venezuela hinwegsehen und sich auf anstehende US-Datenveröffentlichungen konzentrieren. Der Goldpreis notierte zuletzt 1,4 % tiefer bei rund 4.434 US-Dollar je Unze, nachdem das Edelmetall in den drei vorherigen Sitzungen um mehr als 4 % zugelegt hatte. Der Silberpreis rutschte indessen um 4,5 % auf 77,70 Dollar ab und bleibt damit sehr volatil.
Neue politische Schlagzeilen sorgen weiter für Nervosität: US-Präsident Donald Trump erklärte, Venezuela werde den USA bis zu 50 Millionen Barrel Öl übergeben. Außerdem wollte das Weiße Haus den Einsatz militärischer Mittel zur Übernahme von Grönland nicht ausschließen. China wiederum verhängte Exportkontrollen gegenüber Japan für Güter, die militärisch genutzt werden könnten.
Doch trotz der angespannten geopolitischen Lage verschiebt sich das Interesse der Märkte: Eine ganze Reihe von US-Indikatoren steht an – darunter der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember am Freitag. Zuvor fiel ein Indikator zur Industrieaktivität schwächer als erwartet aus, was die Hoffnung stärkte, dass die Fed die Zinsen erneut senkt.
Zinshoffnungen befeuern Edelmetalle
Zusätzlichen Rückenwind lieferten Aussagen von Fed-Gouverneur Stephen Miran: Er sagte, die US-Notenbank müsse die Zinsen 2026 um mehr als einen Prozentpunkt senken, da die Geldpolitik die Wirtschaft bremse. Drei aufeinanderfolgende Zinssenkungen im vergangenen Jahr hatten bereits als Treiber für Edelmetalle gewirkt – denn Gold und Silber werfen keine Zinsen ab und profitieren daher von niedrigeren Kreditkosten.
Der Goldpreis hatte zuletzt ohnehin einen historischen Lauf hingelegt: Das Edelmetall verzeichnete seine beste Jahresperformance seit 1979 und erreichte im vergangenen Jahr eine Serie neuer Rekordstände. Unterstützung kam vor allem durch Käufe von Zentralbanken sowie durch Zuflüsse in goldgedeckte ETFs.
Silber entwickelte sich sogar noch dynamischer: Der Preis sprang im vergangenen Jahr um fast 150 % nach oben – angetrieben von Metallknappheit und der Aussicht auf mögliche US-Importzölle.

Index-Umschichtungen als Gegenwind
Am Mittwoch fiel Silber zwischenzeitlich um bis zu 4,5 %, liegt aber weiterhin mehr als 7,5 % im Plus seit Jahresbeginn. Besonders die Nachfrage von Privatanlegern, vor allem in China, stützt den Markt.
Kurzfristig gibt es jedoch einen potenziellen Belastungsfaktor: Eine breite Neugewichtung großer Rohstoffindizes könnte auf die Preise drücken. Passive Fonds, die diese Indizes nachbilden, müssten zur Anpassung an neue Gewichtungen verkaufen. Citigroup schätzt, dass dadurch Abflüsse von rund 6,8 Milliarden US-Dollar aus Gold-Futures entstehen könnten – und ungefähr derselbe Betrag auch bei Silber.
Zuletzt fiel der Spotpreis für Gold um 1,3 % auf 4.437,85 US-Dollar je Unze (Stand: 13:17 Uhr in London). Silber lag 4 % tiefer bei 78,02 US-Dollar je Unze. Platin verlor 5,7 %, Palladium gab um 5,0 % nach. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb nahezu unverändert.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
Der letzte Absatz ist wesentlich: die Fonds müssen rekalibrieren. Edelmetalle und Minen sind deutlich teurer geworden und müssen abverkauft werden, um nicht gegen die Regeln zu verstoßen.
Für uns ist das ein weitere Kaufgelegenheit. Viel Erfolg!
P.S.: in Shanghai steht die Silberunze bei 86,15$.
@Felix
Hast Du einen Link zur SHGE, wo die Tagespreise stehen? Ich lande immer nur auf Seiten mit Mandarin.
PS: Hier ist eine Auswertung der COT Daten, am Freitag sollen wieder welche reinkommen.
https://www.goldseiten.de/artikel/684111–Update-CoTs—Silberpreisanstieg-2026.html
Bitteschön:
https://goldsilver.ai/metal-prices/shanghai-silver-price?referrer=grok.com
Danke Felix
Naja- bei Gold mit etwa 47 % steuerfreien Kapitalertrag und Silber mit etwa 133 % (alles in Euro in 2025) muss doch auch mal „durchgeatmet“ werden.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Wenn das stimmen sollte, dann kracht es aber gewaltig am Silbermarkt.
https://www.vereinwir.ch/ubs-ist-faktisch-insolvent-und-niemand-sagt-es-euch/
Viele Grüße aus Andalusien Helmut