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Gold/Silber

Goldpreis fällt trotz fallender Aktien – was ist hier los?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt heute. Dies überrascht doch sehr! Die ganze letzte Woche konnte Gold zulegen von 1.680 auf Niveaus um die 1.730 Dollar Freitag Abend. Aber dann übers Wochenende kommt Schwäche in das Edelmetall. Aktuell geht es runter auf 1.723 Dollar. Was ist da los?

Goldpreis profitiert nicht von ganz frischer Schwäche bei Aktien

Letzte Woche konnte man es gut beobachten, wie der Risk Off Trade wieder ansprang. Die Fed äußerte sich sehr pessimistisch über die Konjunktur, und die Zahl der Corona-Fälle nimmt wieder zu in großen Ländern wie den USA oder Brasilien. Die Aktienkurse sind letzte Woche aus Angst vor einer zweiten Corona-Welle deutlich abgestürzt, und der Goldpreis als Gegenpol, als Hort der Sicherheit, konnte spürbar zulegen. Jetzt zeigen die US-Futures, dass der Aktienmarkt in New York heute deutlich schwächer eröffnen wird, nach derzeitigem Stand gut 800 Punkte tiefer im Dow 30 als er Freitag Abend den Handel beendete. Von daher hätte der Goldpreis heute früh noch höher notieren müssen als Freitag Abend?

Tja, dem ist nicht so. Einige Beobachter sehen einen kleinen Zulauf in US-Staatsanleihen (sinkende Rendite im Verlauf der letzten Tage), was den US-Dollar seit Donnerstag etwas stärken konnte. Ein starker Dollar drückt gegen Gold, das am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird. Und es dürfte ein Phänomen aktuell auf Gold lasten, welches man im großen Aktiencrash im März beobachten konnte. Der Goldpreis fiel deutlich, und das gleichzeitig zum Aktiencrash.

Denn die Aktien fielen im März so schnell und so deutlich, dass große Institutionelle wie zum Beispiel Hedgefonds Gold verkauften, weil sie schnell Cash-Bestände aufbauen wollten und oft auch mussten. Ganz aktuell scheint die Angst vor einem zweiten großen Aktiencrash zuzunehmen, und damit auch die Idee, dass man erneut Gold liquidiert, um Cash vorhalten zu können. Dieses Szenario könnte den weiteren Anstieg im Goldpreis ausbremsen. Hannes Zipfel hat sich gestern bereits mit der Frage beschäftigt, wann der Preis für Gold nach oben ausbricht (siehe hier). Aktuell kann Gold noch (!) nicht von der ganz aktuellen Angst vor einer zweiten Corona-Welle profitieren. Denn wie gerade beschrieben, es gibt. Gründe, die Gold ausbremsen.

Analystenmeinungen

Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt heute zum Thema Gold, dass der stärkere US-Dollar den Kurs derzeit runterdrücke. Naeem Aslam von Avatrade sagt heute früh, dass der sichere Hafen Gold derzeit keine Gebote anziehe, da die Anleger besorgt seien, ob sich die Situation wiederholen könnte, die man im März dieses Jahres erlebt habe, als große Institutionen ihre Goldpositionen verkaufen mussten, um sich vor Margin Calls zu retten. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote sagt zum „Sicheren Hafen“ Gold heute, dass sich der Goldpreis immer noch gegen den soliden Widerstand von 1.750 Dollar wehre. Die zunehmende Risikoaversion und der Rückgang der Renditen bei US-Staatsanleihen dürften das gelbe Metall oberhalb der 1.700 Dollar-Marke weiterhin unterstützen. Ein Durchbruch beim Goldpreis über die 1.750 Dollar Marke sollte eine anständige Erholung bei Stopps auslösen und einen schnellen Anstieg in den Bereich von 1.780-1800 Dollar fördern, so Ipek Ozkardeskaya.

Goldpreis gegen Aktienkurse seit Ende Mai
Im Chart sehen wir seit dem 28. Mai, wie sich der Goldpreis in rot-grün entwickelt im direkten Vergleich zum Dow 30 auf CFD-Basis. Bis Freitag waren es Gegenpole. Aber seit Freitag Abend fällt Gold gleichzeitig zum Aktienmarkt.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    ninive

    15. Juni 2020 11:36 at 11:36

    Lieber Herr Kummerfeld,

    was da los ist, ist nun wirklich nicht so schwer zu erraten!
    Was passiert denn, wenn der Goldpreis durch die Decke geht? Jedem wird sofort klar, daß er mit Dollar oder EUR nur bedrucktes Papier in den Händen hält – mit anderen Worten, das heutige Geld- und Finanzsystem ist am Ende!

    Folglich habe die Staaten und die Notenbanken ein existentielles Interesse daran, den Goldpreis nicht steigen zu lassen und werden diesen – ich vermute mittels beauftragter Großbanken – nach unten manipulieren so lange es geht.

    Es ist doch bezeichnend daß ein ehemaliger Notenbankchef der FED es als den größten Fehler bezeichnet hat, den Goldpreis in den Jahrzehnten nach der Aufkündigung des Bretton Woods Abkommens nicht manipuliert zu haben.

  2. Avatar

    Columbo

    15. Juni 2020 12:43 at 12:43

    Das eines der Risiken von Gold.
    Die Notenbanken haben genug davon und können nach Belieben verkaufen.
    Das von den europäischen Notenbanken 1999 geschlossene Abkommen, ihre Goldverkäufe zu begrenzen, läßt man jetzt auch auslaufen.

  3. Avatar

    franko33

    15. Juni 2020 12:48 at 12:48

    Hallo Herr Kummerfeld,

    danke für Ihre Einschätzung.Ich glaube zusätzlich,daß der Spruch „Fear of missing out“
    auch hier zeitweise für das Gold gilt.Das heisst: Der Kurs geht runter und nimmt
    natürlich viele Anleger mit,die ihre eventuellen Gewinne schwinden sehen,also eine
    zusätzliche Beschleunigung der Abwärtsspirale.
    Das Gleiche dann wieder nach oben,wenn die Corona-Panik erneut (jeh nach Bedarf) in den
    Focus kommt.Börse eben…………..

  4. Avatar

    Marko

    15. Juni 2020 13:46 at 13:46

    Hallo Herr Kummerfeld,

    Gold ist zu teuer, das ist „los“.

    Und der Aktienmarkt…, tja…

    Der Us 30 und De 30 bieten sich bei mir ein Wettrennen seit heute morgen, das ist los ! :D

    Vg

    Marko

  5. Avatar

    Marko

    15. Juni 2020 14:01 at 14:01

    Und das ist bzw war eine Korrektur, die Corona – Angst kam zurück, letzte woche.

    aber : ab heute werden die Grenzen innerhalb des Schengen-Raums geöffnet ! Jetzt kommt endlich mal etwas „Schwung in den Laden“. ;) :D

    Und da wundert Ihr euch warum gold fällt.. ?!?

  6. Avatar

    Marko

    15. Juni 2020 14:19 at 14:19

    Und außerdem : der VIX ist zu weit hoch geschnellt. Gerade auch durch den Dow..

    Die Öffnung des Schengen-Raums, bis auf ein paar Ausnahmen (Finnland,Norwegen),Spanien und natürlich Schweden) ist natürlich positiv für den Aktienmarkt.

    Deshalb : Augen auf beim Markt.

  7. Avatar

    Shorti

    15. Juni 2020 15:02 at 15:02

    Nachdem die Welt voller Bullen innert 3Tagen eine überraschende ,ungerechtfertigte ! Börsenkorrektur von ca 10% hinnehmen musste,könnte es auch einige MarginCalls gegeben haben, die mit Goldverkäufen gedeckt wurden. War doch bei der letzten Korrektur auch so ! In solchen Momenten kommen eben die sichersten Werte unter die Räder.

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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