Gold/Silber

Goldpreis fällt trotz fallender Aktien – was ist hier los?

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt heute. Dies überrascht doch sehr! Die ganze letzte Woche konnte Gold zulegen von 1.680 auf Niveaus um die 1.730 Dollar Freitag Abend. Aber dann übers Wochenende kommt Schwäche in das Edelmetall. Aktuell geht es runter auf 1.723 Dollar. Was ist da los?

Goldpreis profitiert nicht von ganz frischer Schwäche bei Aktien

Letzte Woche konnte man es gut beobachten, wie der Risk Off Trade wieder ansprang. Die Fed äußerte sich sehr pessimistisch über die Konjunktur, und die Zahl der Corona-Fälle nimmt wieder zu in großen Ländern wie den USA oder Brasilien. Die Aktienkurse sind letzte Woche aus Angst vor einer zweiten Corona-Welle deutlich abgestürzt, und der Goldpreis als Gegenpol, als Hort der Sicherheit, konnte spürbar zulegen. Jetzt zeigen die US-Futures, dass der Aktienmarkt in New York heute deutlich schwächer eröffnen wird, nach derzeitigem Stand gut 800 Punkte tiefer im Dow 30 als er Freitag Abend den Handel beendete. Von daher hätte der Goldpreis heute früh noch höher notieren müssen als Freitag Abend?

Tja, dem ist nicht so. Einige Beobachter sehen einen kleinen Zulauf in US-Staatsanleihen (sinkende Rendite im Verlauf der letzten Tage), was den US-Dollar seit Donnerstag etwas stärken konnte. Ein starker Dollar drückt gegen Gold, das am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird. Und es dürfte ein Phänomen aktuell auf Gold lasten, welches man im großen Aktiencrash im März beobachten konnte. Der Goldpreis fiel deutlich, und das gleichzeitig zum Aktiencrash.

Denn die Aktien fielen im März so schnell und so deutlich, dass große Institutionelle wie zum Beispiel Hedgefonds Gold verkauften, weil sie schnell Cash-Bestände aufbauen wollten und oft auch mussten. Ganz aktuell scheint die Angst vor einem zweiten großen Aktiencrash zuzunehmen, und damit auch die Idee, dass man erneut Gold liquidiert, um Cash vorhalten zu können. Dieses Szenario könnte den weiteren Anstieg im Goldpreis ausbremsen. Hannes Zipfel hat sich gestern bereits mit der Frage beschäftigt, wann der Preis für Gold nach oben ausbricht (siehe hier). Aktuell kann Gold noch (!) nicht von der ganz aktuellen Angst vor einer zweiten Corona-Welle profitieren. Denn wie gerade beschrieben, es gibt. Gründe, die Gold ausbremsen.

Analystenmeinungen

Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt heute zum Thema Gold, dass der stärkere US-Dollar den Kurs derzeit runterdrücke. Naeem Aslam von Avatrade sagt heute früh, dass der sichere Hafen Gold derzeit keine Gebote anziehe, da die Anleger besorgt seien, ob sich die Situation wiederholen könnte, die man im März dieses Jahres erlebt habe, als große Institutionen ihre Goldpositionen verkaufen mussten, um sich vor Margin Calls zu retten. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote sagt zum „Sicheren Hafen“ Gold heute, dass sich der Goldpreis immer noch gegen den soliden Widerstand von 1.750 Dollar wehre. Die zunehmende Risikoaversion und der Rückgang der Renditen bei US-Staatsanleihen dürften das gelbe Metall oberhalb der 1.700 Dollar-Marke weiterhin unterstützen. Ein Durchbruch beim Goldpreis über die 1.750 Dollar Marke sollte eine anständige Erholung bei Stopps auslösen und einen schnellen Anstieg in den Bereich von 1.780-1800 Dollar fördern, so Ipek Ozkardeskaya.

Goldpreis gegen Aktienkurse seit Ende Mai
Im Chart sehen wir seit dem 28. Mai, wie sich der Goldpreis in rot-grün entwickelt im direkten Vergleich zum Dow 30 auf CFD-Basis. Bis Freitag waren es Gegenpole. Aber seit Freitag Abend fällt Gold gleichzeitig zum Aktienmarkt.



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7 Kommentare

  1. Lieber Herr Kummerfeld,

    was da los ist, ist nun wirklich nicht so schwer zu erraten!
    Was passiert denn, wenn der Goldpreis durch die Decke geht? Jedem wird sofort klar, daß er mit Dollar oder EUR nur bedrucktes Papier in den Händen hält – mit anderen Worten, das heutige Geld- und Finanzsystem ist am Ende!

    Folglich habe die Staaten und die Notenbanken ein existentielles Interesse daran, den Goldpreis nicht steigen zu lassen und werden diesen – ich vermute mittels beauftragter Großbanken – nach unten manipulieren so lange es geht.

    Es ist doch bezeichnend daß ein ehemaliger Notenbankchef der FED es als den größten Fehler bezeichnet hat, den Goldpreis in den Jahrzehnten nach der Aufkündigung des Bretton Woods Abkommens nicht manipuliert zu haben.

  2. Das eines der Risiken von Gold.
    Die Notenbanken haben genug davon und können nach Belieben verkaufen.
    Das von den europäischen Notenbanken 1999 geschlossene Abkommen, ihre Goldverkäufe zu begrenzen, läßt man jetzt auch auslaufen.

  3. Hallo Herr Kummerfeld,

    danke für Ihre Einschätzung.Ich glaube zusätzlich,daß der Spruch „Fear of missing out“
    auch hier zeitweise für das Gold gilt.Das heisst: Der Kurs geht runter und nimmt
    natürlich viele Anleger mit,die ihre eventuellen Gewinne schwinden sehen,also eine
    zusätzliche Beschleunigung der Abwärtsspirale.
    Das Gleiche dann wieder nach oben,wenn die Corona-Panik erneut (jeh nach Bedarf) in den
    Focus kommt.Börse eben…………..

  4. Hallo Herr Kummerfeld,

    Gold ist zu teuer, das ist „los“.

    Und der Aktienmarkt…, tja…

    Der Us 30 und De 30 bieten sich bei mir ein Wettrennen seit heute morgen, das ist los ! :D

    Vg

    Marko

  5. Und das ist bzw war eine Korrektur, die Corona – Angst kam zurück, letzte woche.

    aber : ab heute werden die Grenzen innerhalb des Schengen-Raums geöffnet ! Jetzt kommt endlich mal etwas „Schwung in den Laden“. ;) :D

    Und da wundert Ihr euch warum gold fällt.. ?!?

  6. Und außerdem : der VIX ist zu weit hoch geschnellt. Gerade auch durch den Dow..

    Die Öffnung des Schengen-Raums, bis auf ein paar Ausnahmen (Finnland,Norwegen),Spanien und natürlich Schweden) ist natürlich positiv für den Aktienmarkt.

    Deshalb : Augen auf beim Markt.

  7. Nachdem die Welt voller Bullen innert 3Tagen eine überraschende ,ungerechtfertigte ! Börsenkorrektur von ca 10% hinnehmen musste,könnte es auch einige MarginCalls gegeben haben, die mit Goldverkäufen gedeckt wurden. War doch bei der letzten Korrektur auch so ! In solchen Momenten kommen eben die sichersten Werte unter die Räder.

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