Gold/Silber

Goldpreis fällt unter 1.700 Dollar – und das aus einem bestimmten Grund

Mehrere Barren Gold

Bereits gestern schwächelte der Goldpreis. Es ging zügig runter von 1.723 Dollar auf 1.705 Dollar. Heute Vormittag sehen wir nun ein Tief bei Gold von 1.695 Dollar (aktuell 1.698 Dollar). Und diese Schwäche hat einen bestimmten Grund. Der Chart zeigt es deutlich. Das gestern Nachmittag gestartete Szenario setzt sich heute fort.

Goldpreis unter Druck von den Anleiherenditen

Der Goldpreis fällt, weil das zinslose Gold immer weniger attraktiv für Anleger wird, wenn Anleihen eine immer höhere Rendite abwerfen. Und die Rendite für die zehnjährige US-Staatsanleihe ist seit gestern deutlich gestiegen. Erst schnell von 1,65 Prozent auf 1,69 Prozent – dann von gestern Abend bis heute Vormittag immer weiter auf jetzt 1,77 Prozent. Das mag nicht nach viel aussehen, aber am Anleihemarkt sind das gigantische Bewegungen in so kurzer Zeit! Der Chart zeigt den Goldpreis (blaue Linie) im Vergleich zur US-Anleiherendite (orange) seit dem 16. März. Die negative Korrelation ist eindeutig erkennbar.

Hedgefonds-Desaster drückt ebenfalls gegen Gold?

Daniel Briesemann von der Commerzbank bringt zusätzlich zu den Anleiherenditen einen weiteren möglichen Grund ins Spiel, warum der Goldpreis derzeit schwächelt. Die Probleme eines großen US-Hedgefonds, die wir seit gestern im Detail besprechen (siehe hier), sollen auch auf Gold wirken. Die nicht mehr bedienten Nachschussforderungen des Hedgefonds könnten laut Daniel Briesemann eine Welle von Zwangsverkäufen bei US-Aktien ausgelöst haben. Diese Zwangsverkäufe wurden gestern angeblich fortgesetzt. Dabei könnte seiner Meinung nach auch Gold verkauft worden sein, um Liquidität zu schaffen. Aber, so möchten wir anmerken: Der Gesamtmarkt für Aktien tendiert in den USA seit letztem Donnerstag positiv, so auch heute.

Also kann das Hedgefonds-Argument wohl kaum ein Grund für den schwachen Goldpreis sein? Sonst wären wohl Aktien auf breiter Front abverkauft worden. Was man noch erwähnen kann: Zusätzlich zur steigenden US-Rendite drückt derzeit auch der festere US-Dollar gegen den Goldpreis. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird, tendiert in der Regel schwächer, wenn er steigt, und umgekehrt. Aktuell besteht also wenig Hoffnung für Gold-Bullen.

Chart vergleicht Goldpreis mit Anleiherendite aus den USA
TradingView Chart zeigt Goldpreis vs Anleiherendite.



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3 Kommentare

  1. Sollte Gold irgendwann mal wieder nachhaltig steigen werde ich das achte Weltwunder ausrufen.

  2. Ja gut der Bitcoin wirft ja auch keine Zinsen ab und steigt und steigt und steigt.
    Die Notenbanken bekämpfen Gold aber bekommen längst ihren Rang durch Bitcoin abgelaufen.

    Sollen sie doch Gold auf 1$ fixen, ich nehm es :-)

    1. @HansiFlori, der Bitcoin ist ja auch so eine Art Wolpertinger, ein Tausendsassa, eine Chimäre aus Anlagevermögen, virtuellem Edelmetall, Devise und Großem Bringer von persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit. Demnächst wird er sicher auch noch Zinsen in einem Blockchain-Zinsmarkt abwerfen, mindestens 8% pro Tag.

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