Gold

Gold zwischen Geopolitik und Zinsen Goldpreis fällt: US-Blockade in Hormus schürt Inflationsängste

Grafik: ChatGPT

Der Goldpreis ist zum Wochenstart erneut unter Druck geraten, nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gescheitert waren. Zudem sorgt die geplante US-Blockade der Straße von Hormus, dass die Inflationssorgen zunehmen und die damit die Hoffnung auf Zinssenkungen drückt, was das Gold zusätzlich belastet. Die Entwicklungen erhöhen den Druck auf die globalen Energiemärkte und treiben Gas- und Ölpreise nach oben. Für Anleger ergibt sich daraus ein komplexes Umfeld zwischen geopolitischer Unterstützung und makroökonomischen Gegenwinden.


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Goldpreis fällt nach erneuter Iran-Eskalation

Gold fiel um bis zu 2,2 % und rutschte zeitweise bis auf 4.631 US-Dollar je Unze, bevor sich die Verluste im Verlauf des Montags größtenteils reduzierten. Wie Bloomberg berichtet, kündigte das US-Militär an, die Blockade der Straße von Hormus ab 10 Uhr Eastern Time umzusetzen, nachdem die Verhandlungen am Wochenende gescheitert waren. Ziel war es, einen fragilen Waffenstillstand nach sechs Wochen Krieg im Nahen Osten in einen dauerhaften Frieden zu überführen – ohne Erfolg.

Die Energiepreise reagierten unmittelbar: Gas- und Ölpreise legten deutlich zu. Präsident Donald Trump erklärte zudem, dass die USA jedes Schiff abfangen würden, das eine Gebühr an den Iran für die sichere Passage durch die Straße von Hormus entrichtet habe. Diese strategisch zentrale Wasserstraße verbindet den Persischen Golf mit den globalen Märkten; vor dem Krieg wurden etwa 20 % der weltweiten Rohöl- und LNG-Lieferungen dort transportiert.

Gold: Goldpreis fällt, da die hohen Ölpreise die Inflationsängste schüren
Goldpreis fällt, da die Energiekrise die Inflationsrisiken erhöht

Marktreaktionen und Inflationsdruck


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„Die Ereignisse vom Wochenende gefährden den ohnehin fragilen Waffenstillstand und dürften den Konflikt verlängern“, erklärte Paras Gupta, Leiter des diskretionären Portfoliomanagements für Asien bei Union Bancaire Privée. Gleichzeitig betonte er, dass Bewegungen des Goldpreises „weniger übertrieben“ ausfielen als zu Beginn des Krieges. Die Schweizer Privatbank erhöht aktuell schrittweise ihre Goldquote, nachdem sie diese zuvor von rund 10 % auf 3 % reduziert hatte.

An den Finanzmärkten gerieten der DAX sowie Futures auf den S&P 500 unter Druck, während ein Dollar-Index um bis zu 0,5 % zulegte. Ein stärkerer US-Dollar wirkt typischerweise belastend auf Gold, da das Edelmetall in der US-Währung gehandelt wird. Parallel verstärkten steigende Energiepreise die Inflationsrisiken. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken Zinssenkungen verschieben oder sogar Zinserhöhungen in Betracht ziehen.

Für der Goldpreis ist dieses Umfeld negativ, da das Metall keine laufenden Erträge bietet und insbesondere von niedrigen Zinsen profitiert. Erste Daten zur wirtschaftlichen Auswirkung des Iran-Konflikts zeigen bereits steigenden Preisdruck: Die US-Inflation stieg im März so stark wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Haupttreiber waren rekordhohe Benzinpreise, die laut US-Arbeitsministerium rund drei Viertel des monatlichen Anstiegs ausmachten.

Gold zwischen Geopolitik und Zinsen

„Erhöhte Inflationserwartungen erschweren weiterhin den Ausblick für die Geldpolitik der Federal Reserve und stützen ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld“, erklärte Manav Modi von Motilal Oswal Financial Services. „Gold bleibt gefangen zwischen geopolitischer Unterstützung und makroökonomischen Gegenwinden.“

Seit Beginn des Konflikts Ende Februar hat der Goldpreis rund 10 % an Wert verloren. In den ersten Wochen führte ein Liquiditätsengpass dazu, dass Investoren Gold verkauften, um Verluste in anderen Anlageklassen auszugleichen. Zuletzt konnte sich der Goldpreis jedoch teilweise erholen, da wachsende Sorgen über eine Abschwächung der globalen Konjunktur die Inflationsängste teilweise kompensierten.

Dieser Trend könnte laut Daniel Hynes, Rohstoffstratege bei ANZ Banking Group, kurzfristig stabilisierend wirken. „Ich halte es für möglich, dass Gold das Tief der vergangenen Woche bei 4.650 US-Dollar testet, sich aber letztlich auf diesem Niveau behauptet“, sagte er.

Der Spot-Goldpreis notierte um 9:50 Uhr in Frankfurt rund 0,3 % tiefer bei 4.735,02 US-Dollar je Unze. Silber verlor 1,6 % auf 74,75 US-Dollar, während Platin und Palladium leichte Gewinne verzeichneten. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,3 %.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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