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Gold/Silber

Goldpreis fällt wegen eines Risiko-Irrtums

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Ein Gold Barren

Die Marktteilnehmer schichten ihr Geld aktuell vermehrt aus sicheren Häfen in Aktien um. Der Grund dafür sind primär die Maßnahmen der Notenbanken, deren Risiken und Nebenwirkungen noch unterschätzt werden, was kurzfristig zu einem fallenden Goldpreis führt.

Die aktuellen Gründe für den fallenden Goldpreis

Bevor ich auf den Irrglauben vieler Marktteilnehmer eingehe, dass die Notenbanken mit ihrer aggressiven Geldpolitik ein völlig risikofreies Umfeld erschaffen, in dem sichere Häfen gänzlich überflüssig werden, gehe ich zunächst auf weitere Gründe für den momentan rückläufigen Goldpreis ein:

– Verkäufe und Verkaufsempfehlungen zweier US-Großbanken
– Destruktive Charttechnik
– Verfassung des Terminmarktes
– Zinsanstieg
– Preisbedingter Nachfragerückgang in den Schwellenländern

Verkäufe und Verkaufsempfehlungen

Anfang November haben zwei der größten Teilnehmer am US-Terminmarkt, J.P. Morgan und die Citigroup, ihre ungedeckten und stark gehebelten Wetten auf einen steigenden Goldpreis massiv reduziert. Am 7. November haben diese Banken dann auch ihre Kunden und die Presse über diese Verkäufe informiert und empfohlen, Gold nun nicht länger in den Portfolios über-, sondern stattdessen unter zu gewichten. Begründet wurde diese Empfehlung mit einem gesunkenen Risikoumfeld im Zuge der erneuten Lockerungspolitik der US-Notenbank Fed sowie einem kurz bevorstehenden Handelsdeal zwischen den USA und China. Beide Begründungen sind fragwürdig und lassen die wahren Motive der beiden Banken im Dunkeln.

In der Folge dieser Aktionen der beiden Großbanken drehte der Goldmarkt charttechnisch untypisch nach dem vorherigen dynamischen Ausbruch aus der Flagge wieder nach unten fiel in die Flaggen-Formation zurück. Interessant ist dabei, dass zuvor genau wegen der Lockerungspolitik der Notenbanken J.P. Morgan seine Goldkontrakte aufgestockt hatte. Doch unter den Banken in den USA gibt es die Angst, dass ein zu stark steigender Goldpreis ein falsches Signal des Risikos an alle Marktteilnehmer senden könnte, was als mögliches Motiv des Einbremsens der Notierungen des gelben Edelmetalls logisch erscheinen lässt. Wichtig zu wissen ist, dass beide Banken lediglich ihre kreditgehebelten Terminkontrakte aber nicht ihre physischen Bestände abgebaut haben. Fakt ist, dass sich die zunächst konstruktive charttechnische Situation beim Goldpreis nun umgekehrt hat und von dieser Seite, durch das Triggern von Stopp-Limiten, Momentum nach Süden aufgebaut hat.

Goldpreis Chart

Der vermutlich gewünschte Effekt des Einbremsens des Goldpreises hatte somit vorerst Erfolg. Auch deshalb, weil die Quote der Spekulanten, die am Terminmarkt auf weiter steigende Kurse setzten, bereits sehr ausgeprägt war und Gewinnmitnahmen so leicht provoziert werden konnten. Nach wie vor ist das Volumen der auf steigende Kurse setzenden spekulativen Kontrakte recht ausgeprägt (siehe die rote Linie im verlinkten COT-Chart), was weitere Kursrückgänge durch den Abbau solcher Positionen zur Folge haben kann. Ebenfalls belastend wirkt aktuell das wieder steigende nominale Zinsniveau, obgleich dieser Effekte nicht sehr ausgeprägt ist, da der Realzins sowohl in Europa mit -1,5 Prozent, als auch in den USA mit -0,2 Prozent nach wie vor negativ ist (Nominalzins minus Teuerungsrate), was grundsätzlich zu Goldpreisanstiegen führt (siehe verlinkte Grafik).

Wie Claudio Kummerfeld bereits in seinem Artikel vom 5. November aus dem Quartalsbericht des World Gold Council (Gold Demand Trends Q3 2019) zitierte, belastet zudem der aktuell in den meisten Währungen der Welt nahe oder auf Allzeithöchstständen liegende Goldpreis die Nachfrage nach Schmuck, Goldbarren und Münzen. Vor allem in den Schwellenländern, wie z. B. in Indien, ist die Nachfrage wegen der generell schwächeren Kaufkraft sehr preissensibel. Bei rückläufigen Preisen springt diese Nachfrage gleichwohl zeitnah wieder an (Schnäppchenjagd), da der Grundtrend beim Goldpreis seit Jahren dynamisch nach oben zeigt.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Wolfram Kunze

    18. November 2019 20:15 at 20:15

    Super Kommentar von Herrn Zipfel.

    Hier wird der Goldmarkt von einigen wenigen (sehr einflussreichen) Akteuren massiv manipuliert.

    Der Goldpreis DARF einfach nicht steigen. Dies würde natürlich -auch dem dümmsten Marktteilnehmer- verdeutlichen, was tatsächlich die Realität ist.

    Langfristig bin ich mir sicher, dass der Goldpreis massiv steigen wird.

    In Anbetracht der nicht mehr revidierbaren Geldflutung, verbunden mit der Überschuldung der Staatengemeinschaft, werden wir garantiert in nicht allzu langer Zeit Preise von 3.000 Dollar je Unze oder sogar noch mehr sehen.

    VORHER werden aber noch alle Möglichkeiten von den Zentralbanken und Staaten genutzt, noch mehr und noch schneller wertloses Papiergeld zu drucken!!!

  2. Avatar

    Prognosti

    19. November 2019 09:55 at 09:55

    Ja nun der Goldmarkt wird anscheinend von wenigen Grossen gesteuert,
    beim Rohöl wissen wir schon lange,dass das so ist, u.Angebot u.Nachfrage u.Lagergrösse soviel wie keine Rolle mehr spielen. Völlig sinnlos auf die kleinen Prozentverschiebungen von Förderung,Nachfrage, Lagerhaltung oder nicht eingehaltene Förderkürzungen zu achten.
    Die Aktien- u. Zinsmärkte werden von den Notenbanken gelenkt. Da bleiben noch die Devisenmärkte ,die zwar auch manipuliert aber dank der Riesengrösse noch einen Hauch von Markt aufweisen.Da aber alle grossen Währungen von einem Währungskrieg praktisch blockiert sind, gibt es auch dort fast keine Bewegungen mehr.Das heisst ,wenn es keinen Markt u.keine Bewegungen mehr gibt, wird die sehr grosse Finanzindustrie personell u.volumenmässig sehr stark reduziert werden.Wolfgang M.könnte uns sicher erklären, wie gross der Anteil die Finanzindustrie an der gesamten Industrie in den letzten Jahren war.
    Also auch da keine guten Aussichten für eine so ersehnte Wirtschaftserholung.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      19. November 2019 10:41 at 10:41

      @Prognosti. Hallo, kurz zu Ihrer Frage. Nach meinen Kenntnissen machten die Gewinne der gesamten Finanzindustrie in Spitzenperioden schon mal 25 Prozent der Gewinne an der Wall Street aus. Dazu gibt es unglaubliche Zahlen zu den Einnahmen, nur aus den Gebühren für Depotverwaltung und dem Wertpapierhandel, 750 Milliarden Dollar jährlich weltweit, fast risikolos und ohne die anderen Einnahmen aus dem Investmentbanking oder dem Kreditgeschäft. Was aber noch bedeutsam ist, ist der politische Einfluss in puncto Regulation, dazu gibt es gleich einen Artikel von mir auf FMW zu den Buybacks „Entgleisung des Kapitalismus“. Die Finanzbranche stellt regelmäßig den Finanzminister und nimmt Einfluss auf die Wahlen mittels Spenden. Ich erinnere mich noch an den Dezember 2017, als die Wall Street-Größen einen Hinweis an die Senatoren im Kongress lancierten, dergestalt, dass sie ihre Wahlkampfunterstützung für die Midterm Elections überdenken würden, sollte es bis zum Jahreswechsel nicht zur Umsetzung der großen Steuerreform kommen. Gesagt, ausgeführt. Das Ergebnis kennen wir ja.
      Viele Grüße

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.12.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Gold/Silber

Goldpreis aktuell: Blick auf US-Dollar, Trump, Notenbanker, Spekulanten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis treibt seit Tagen die Bullen in den Wahnsinn. Ständig neue Anläufe über die Marke von 1.900 Dollar, und dann immer wieder Rückfälle unter diese Marke. Derzeit steht der nächste Versuch an nach oben zu laufen. Über das Wochenende noch glatt bei 1.900 Dollar, so läuft der Goldpreis in diesem Moment auf 1.911 Dollar. Hier die aktuelle Lage und einige Einflussfaktoren für das Edelmetall.

Goldpreis unter dem Eindruck von US-Dollar und Spekulanten

Der US-Dollar-Index (Währungskorb) ist heute Vormittag von 93,76 auf 93,53 Indexpunkte gefallen. Nicht viel, aber immerhin etwas. Dies unterstützt die letzten Stunden den Anstieg im Goldpreis. Der folgende Gold-Chart zeigt den Kursverlauf seit zehn Tagen. Ein klarer, kräftiger Aufwärtstrend ist das noch lange nicht! Wie die Commerzbank in einer ganz frischen Analyse betont, war der scharfe Rückgang im Goldpreis unter die Marke von 1.900 Dollar in der letzten Woche begründet in einem Rückzug der spekulativen Finanzinvestoren. Laut CFTC-Statistik haben diese in der Woche zum 13. Oktober ihre Netto-Long-Positionen um 14 Prozent auf 81.800 Kontrakte reduziert. Damit wurde der Positionsaufbau der vorangegangenen zwei Wochen laut Commerzbank rückgängig gemacht.

Trump und Notenbanker

Der Goldpreis steht auch stark unter dem Eindruck der aktuellen Diskussionen um ein neues Billionen-Hilfspaket für die US-Volkswirtschaft. Nun wird es eine ganz heiße Kiste! Laut der demokratischen Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus Nancy Pelosi muss sich bis morgen Abend ein Kompromiss im Streit über ein neues Hilfspaket abzeichnen. Es hänge von der Regierung ab, ob es bis zur Wahl am 3. November weitere Hilfen gebe, so ihre Worte. Und von Donald Trump gibt es aktuell dazu optimistische Worte (hier dazu der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann).

Heute gibt es im Tagesverlauf Reden von einigen Notenbankern diesseits und jenseits des Atlantiks. Darunter auch die beiden Chefs. Jerome Powell spricht heute um 14 Uhr, und Christine Lagarde um 14:45. Ob ihre Aussagen Aktienkurse, US-Dollar und Goldpreis bewegen werden, kann bezweifelt werden. Das Billionen-Hilfspaket in den USA dürfte wohl der wichtigste Faktor für Gold sein heute und morgen!

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf der letzten zehn Tage

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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