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Goldpreis: Die Entwicklung seit der Finanzkrise – kommt jetzt die Zeit für das Edelmetall?

Die Deutschen lieben Gold und lassen Aktien eher links liegen. Hat sich das gelohnt?

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Die Deutschen lieben Gold und lassen Aktien eher links liegen. So könnte man die vorliegenden Zahlen zum Investmentverhalten der Bundesbürger interpretieren. Im vergangenen Jahr erwarben Privatpersonen Gold im Gewicht von 107 Tonnen, zwar weitaus weniger als China (994 Tonnen) und Indien (760 Tonnen), aber aber dafür erheblich mehr als Investoren in europäischen Länder wie Frankreich (11,7 t), Italien (18,5 t) oder Spanien (8,7 t).

Die Zahl der Aktionäre bleibt weiterhin bescheiden, nur jeder sechste Deutsche traut sich an diese Anlageklasse heran. Mit Blick auf den Goldpreis: Wie hatte sich aber der Erwerb von Gold gerechnet, zunächst im letzten Jahrzehnt?

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Goldpreis: Ein Vergleich seit der Finanzkrise 2009

Anfang Juli 2009, also kurz nach der Finanzkrise lagen S&P 500 und Goldpreis in Dollar gerechnet, ungefähr gleichauf: S&P 500 – 923 $, Gold 941 $. Nach 10 Jahren lautet das Verhältnis 2975 (S&P 500) zu 1405 (Gold) und dabei sind die Dividenden im Aktienindex noch gar nicht miteingerechnet. Ein eindeutiges Bild, welches sich aber bald ändern könnte. Dazu später mehr.

 

Die Zeit nach Aufhebung des Goldstandards im Jahr 1971

Für die Zeit vor 1971 macht ein Vergleich der Renditen relativ wenig Sinn, schließlich gab es zu dieser Zeit den Goldstandard, das heißt, dass in Ländern wie den USA, Großbritannien u.w. die Währungen an das Gold gebunden waren uns sich daher keine großen Renditeunterschiede ergeben konnten.

Was Goldfans sicherlich nicht gerne hören werden, ist die Tatsache, dass die US-Regierung von 1934 bis 1974 ein 40-jährige Goldverbot für Privathaushalte verhängt hatte. Vieljährige Goldverbote gab es im 20. Jahrhundert in vielen Demokratien, einschließlich Deutschland, die davon ganz drastisch betroffen waren (Strafmaß). Wie war also die Performance des Goldpreises seit 1971 für einen Deutschen in DM/EUR gerechnet inflationsbereinigt im Vergleich zu Aktien: Gold 3,3 Prozent p.a., Aktien 5,2 Prozent p.a.

Der Durchschnittspreis für den Goldpreis lag in der Zeit von 1971 bis 2017 bei 836 Dollar, derzeit liegt er knapp 70 Prozent darüber.

Es gibt sogar Statistiken, die bis ins Jahr 1900 zurückreichen. Auch hier schneiden die Aktien weltweit betrachtet deutlich besser ab als der Goldbesitz, wobei dieser Zusammenhang den Privatanleger eher weniger interessieren dürfte. Bietet Gold eine Sicherheit gegen Inflation und Volatlität? Sicher nicht, denn allein die Schwakungen im Goldpreis in den Jahren 2000 bis 2019 zeigen eine Schwankungsbreite wie sie Aktienmärkte inklusive ihres irrationalen Überschwangs (irrational exuberance) aufweisen: der Goldpreis im Tief bei 270 Dollar (2001) und im Hoch bei 1900 Dollar (2011).

 

Fazit

Was kann man aus diesen Daten herauslesen? Gold wirft zwar keine Dividende ab, glänzt aber durch eine jahrtausendealte Wertstabilität. In gewissen Krisenzeiten bedeutet es einen großen Schutz vor Kapriolen an den Kapitalmärkten. So stieg Gold in den zwei Jahren nach der Finanzkrise von gut 900 Dollar auf 1900 Dollar, um sich dann jahrelang wieder abzuschwächen.

Seit gut einem Jahr geht es für den Goldpreis von 1180 Dollar nach oben, zuletzt heftig bis deutlich über 1400 Dollar. Steht uns wieder so eine Phase wie nach 2009 bevor? Viele Goldanleger gehen davon aus. Gold bietet per se sicherlich einen Schutz vor den Abstürzen des Papiergeldes, wirft aber keine Dividenden ab. Damit ist es gewiss kein überragendes Anlagevehikel, außer man erwischt den Zeitraum, in dem das gelbe Metall geradezu explodiert.

Ein Zerfall des Euro wäre so eine Gelegenheit, falls dieser, wie vorhergesagt, kommen sollte.

 

Der Durchschnittspreis für den Goldpreis lag in der Zeit von 1971 bis 2017 bei 836 Dollar, derzeit liegt er knapp 70 Prozent darüber

Goldtresor bei der Fed

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    10. Juli 2019 10:08 at 10:08

    „Wer kein Gold besitzt, versteht weder die Geschichte noch die Wirtschaft“, sagt Ray Dalio.

    „Gold still represents the ultimate form of payment in the world. Fiat money, in extremis, is accepted by nobody. Gold is always accepted“, sagt Alan Greenspan.

    Gold ist wieder in aller Munde. Daß FMW Gold wieder entdeckt hat, ist noch kein Verkaufsargument.
    Aber wenn es wieder die Titelseiten der großen Blätter ziert, dann schnell weg damit. Bis auf eine kleine Notration natürlich.

  2. Avatar

    Goldsammler

    10. Juli 2019 14:27 at 14:27

    Verehrter Hr. Müller, hier fehlt eindeutig die Umrechnung in Euro. EK 05.2015 100 G/3045.- Euro, aktuell 4040.- Euro. Ich persönlich kann mich über der Wertzuwach nicht beschweren.

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Goldpreis über 1.600 Dollar – aktuell eine doppelte Stärke im Gold!

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Gold Barren Beispielfoto

Bevor wir dazu kommen, warum Gold derzeit eine echte doppelte Stärke aufweist, nochmal hier die aktuelle Lage. Der Goldpreis ist gestern Nachmittag schnell gestiegen, von 1.590 auf 1.605 Dollar. Heute früh klettert er auf aktuell 1.607 Dollar. Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf im Goldpreis in US-Dollar seit dem 7. Februar. Ein klarer Anstieg! Und nun, wo der Markt diese wichtige runde Marke von 1.600 Dollar überlaufen hat, springen Spekulanten auf und Kauf-Stop-Orders werden ausgelöst, was den Anstieg möglicherweise verstärken wird? Der Grund für den Preisanstieg im Goldpreis gestern Mittag war eine Umsatzwarnung vorgestern Abend von Apple, wegen dem Coronavirus. Das „schockte“ die Aktienmärkte und löste einen Risk Off Trade Richtung Gold aus. Raus aus Risiko (Aktien), rein ins Gold.

Goldpreis steigt trotz zwei Gründen, die dagegen sprechen

Gestern erkannte man schon eine gute Stärke im Gold. Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, müsste nach Lehrbuch eigentlich fallen, wenn der US-Dollar steigt. Daher hätte der Goldpreis eigentlich seit Tagen fallen müssen, weil der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen wichtige Hauptwährungen) seit Monatsanfang von 97,25 bis heute früh auf 99,30 Indexpunkte geklettert ist. Der US-Dollar zeigt immer mehr Stärke, aber der Goldpreis fällt nicht – er steigt. Das zeigt eine eigenständige Stärke im Gold! Und nun zur zweiten Stärke, die man aktuell im Gold erkennen kann.

Gestern war Gold noch gestiegen, weil gleichzeitig die Aktienmärkte Schwäche zeigten. Der Dow 30 verlor gestern Nachmittag schnell 180 Punkte, hat diesen Verlust bis jetzt aber wieder voll aufgeholt. Auch wenn man danach geht, hätte der Goldpreis eigentlich wieder fallen müssen, wenn die Aktienkurse sich wieder erholen? Nein, der Goldpreis steigt weiter an. Es scheint offenkundig dank Nullzinsen und Coronavirus zu viele Anleger zu geben, die Gold favorisieren, während es gleichzeitig immer noch genug Anleger gibt, die weiterhin die steigenden Aktienkurse nicht „verpassen“ wollen!

Viele spekulieren offensichtlich nun darauf, dass die Notenbanken (vor allem die Fed) die Zinsen bald noch weiter senken müssen aufgrund des Einbruchs in China – und das ist für das unverzinste Gold eine gute Nachricht!

Goldpreis Verlauf seit dem 7. Februar

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Smartphones: Speicher für Gold und allerlei weitere Metalle

Der Siegeszug der Smartphones hat einen Riesenhaufen wertvollen Elektroschrotts generiert..

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Smartphones sind wertvoll! Wer hat nicht mindestens eines in irgendeiner Schublade liegen? Ein altes Handy, von dem man hofft, es könne noch einen Wert repräsentieren, schließlich hört man doch oft davon, das sich darin Gold, Silber und allerlei „seltene Erden“ befinden. Das ist auch richtig, leider in zu geringer Menge, als dass für den Einzelnen eine Möglichkeit bestünde, damit Verkaufserlöse zu erzielen. Für die Großindustrie schon, angesichts der Menge der existierenden, aber nicht mehr gebrauchten Smartphones.

Das wertvolle Innere in Smartphones

Das Informationsportal „Informationszentrum Mobilfunk“ hat sich mit dem Inneren der Telefone beschäftigt und festgestellt, dass man bis zu 60 verschiedene Stoffe benötigt, um ein Smartphone herzustellen. Neben Kunstoffen und Keramik, vielen speziellen Metallen, Kobalt, Gallium, Indium, das teure Palladium, Spezialerdmetalle Neodymium und Cer, aber auch Kupfer, Aluminium sowie die für viele interessanten Edelmetalle wie Gold und Silber.

Was bringt die Verwertung?

Der Siegeszug der Smartphones hat einen Riesenhaufen wertvollen Elektroschrotts generiert. Allein in Deutschland liegen nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom circa 72 Millionen ausrangierte Handys in Schubladen. Durch neue Technologien können heute jedoch bis zu 80 Prozent der Rohstoffe aus Mobiltelefonen wiederverwendet werden.

Lohnt es sich also auf den Verkauf der Inhaltsstoffe zu setzen?

Verbraucherschutzorganisationen haben berechnet:

In einem älteren Handy sind circa 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und 9 Milligramm Palladium enthalten. Bei Smartphones liegen die Werte höher. Schätzungen zufolge enthält ein Gerät mit einem Gewicht von 110 Gramm in etwa 305 Milligramm Silber, 30 Milligramm Gold und 11 Milligramm Palladium.

Damit erkennt man sofort, dass sich bei derartig geringen Mengen an Gold und Silber ein Verkauf nicht lohnt. Selbst wenn es gelingen sollte, die Edelmetalle wieder zu Geld zu machen: Auch bei einem Goldpreis von 1500 Euro pro Feinunce käme nur ein magerer Eurobetrag (<1,50 €) zustande, bei Silber noch viel weniger.

Aber ein Geschäft im Großen

Auch wenn sich das Ausschlachten von Smartphones für private Nutzer nicht lohnt, für die Industrie ist es doch ein einträgliches Geschäft, dazu braucht man sich nur die gigantischen globalen Zahlen zu betrachten: Laut Statista gibt es rund drei Milliarden Smartphone-Besitzer weltweit. Bei einem Gerät pro Person, kann man allein von 90.000 kg Gold, gebunden in Smartphones ausgehen. Und bei einem Preis von 1.500 US-Dollar je Feinunze entspricht dies einem Goldwert von rund 4,3 Milliarden US-Dollar – und Gold ist nur eines von vielen wertvollen Grundstoffen.

Der Smartphone-Gigant Apple nutzt Recycling schon regelmäßig, anscheinend mit seinem Demontageroboter Daisy, der in der Lage sein soll, 15 verschiedene iPhone-Modelle mit einer Geschwindigkeit von 200 iPhone-Geräten pro Stunde zu demontieren und der Wiederverwertung zuzuführen, so eine Passage im jüngsten Umweltbericht des Branchenriesen.

Ergo: Schade, wird wohl der ein oder andere jetzt denken. Für den Einzelnen ist es unsinnig mit dem Ausschlachten von moderner Elektronik etwas verdienen zu wollen. Aber allein die unglaubliche Menge dieses Allerweltgegenstandes Smartphone verdeutlicht die Wichtigkeit der Wiederverwertung des Elektroschrotts. Wenn man jetzt versuchen sollte, über eine Milliarde Kfz peu à peu zu ersetzen und mit Batterien auszustatten, erst dann…!

Das Innere von Smartphones birgt Überraschungen

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Aktuell: Goldpreis steigt, kurz vor 1.600 Dollar! Die aktuelle Lage

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Am Freitag hatten schwächere US-Konjunkturdaten für Auftrieb im Goldpreis gesorgt. Von 1.575 Dollar Freitag Mittag konnte der Goldpreis bis Freitag Abend auf 1.585 Dollar klettern. Nach einem mauen Montag geht die Kletterpartie weiter, und vor allem dank eines ganz aktuellen Aufwärtsschubs steht Gold nun mit aktuell 1.598 Dollar kurz vor der psychologisch wichtigen runden Zahl von 1.600 Dollar.

Goldpreis mit echter Stärke

Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, müsste nach Lehrbuch eigentlich fallen, wenn der US-Dollar steigt. Daher hätte der Goldpreis eigentlich seit Tagen fallen müssen, weil der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen wichtige Hauptwährungen) seit Monatsanfang von 97,25 auf heute 99,36 Indexpunkte stark gestiegen ist. Aktuell fällt er zwar ein wenig auf 99,18, aber der Anstieg ist immer noch so stark, dass der Goldpreis eigentlich hätte Schwäche zeigen müssen. Aber nein, es geht aufwärts! Zum Beispiel die Devisenexperten von FX Street sehen im derzeit steigenden Goldpreis auch einen Risk Off Trade, also eine Flucht von risikoreichen Anlagen hin zu „Sicheren Häfen“ wie Gold. Der Dow Future ist seit heute Nacht bis jetzt um 240 Punkte gefallen. Also, raus aus Aktien, rein ins Gold?

Apple hilft

Neben der Jagd auf die runde Marke von 1.600 Dollar wird dem steigenden Goldpreis heute wohl auch zu Gute kommen, dass mit der Meldung von Apple heute Nacht dem gesamten Börsenmarkt klar wurde, dass das Coronavirus in der Tat auf die realwirtschaftlichen Daten durchschlägt. Denn Apple meldete, dass man seine Umsatzerwartungen nicht wird einhalten können (hier dazu der Kommentar von Markus Fugmann). Also, derzeit hat der Goldpreis jede Menge Aufwind!

Deguassa mit aktuellem Kommentar

Der Degussa-Experte Thorsten Polleit hat heute einen frischen Kommentar veröffentlicht mit dem Titel „Goldpreis auf Rekordjagd“. Die Maßgröße von Degussa für den sogenannten “Weltgoldpreis” (exkl. des US-Dollar) habe ein neues Hoch erreicht – sie übersteige nun den bisherigen Rekordpreis aus dem September 2011 um knapp 11 Prozent. In US-Dollar gerechnet liege der Goldpreis hingegen noch knapp 17 Prozent unter seinem bisherigen Höchstkurs. Dies lasse sich als Indiz deuten, dass die Investoren dem US-Dollar nach wie vor deutlich mehr Vertrauen schenken als den anderen ungedeckten Papierwährungen (wie Euro, Yen, Britisches Pfund etc.). Doch vor allem die anhaltend niedrigen Zinsen und die wachsenden Risiken im internationalen Geld- und Kreditsystem befördern die Nachfrage nach Gold zu Anlage- und Absicherungszwecken. Das zeige sich recht unmissverständlich auch im Zufluss in die Gold-ETFs, so Polleit.

Goldpreis Verlauf in US-Dollar seit Mitte Januar
Goldpreis seit Mitte Januar.

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