Gold/Silber

Goldpreis gelingt Ausbruch aus der Konsolidierungsformation

Gold Barren

So langsam scheint den Amerikanern zu dämmern, dass da etwas nicht stimmt im US-Bankensystem. Nach den jüngsten Rekordinterventionen der US-Notenbank Fed und überraschend schlechten Konjunkturdaten kann der Goldpreis von dem nun auch in Amerika steigenden Bedürfnis nach Absicherung profitieren.

Goldpreis zündet die nächste Stufe

Noch ist es für die Goldbullen zu früh, die Sektkorkenknallen zu lassen. Gleichwohl sieht das aktuelle Chartbild sehr konstruktiv aus. Nachdem der Goldpreis in Euro am 3. September bei 1.413,57 Euro pro Unze (31,1 Gramm) ein Allzeithoch etablieren konnte, schaffte es der Preis in US-Dollar einen Tag später immerhin auf ein neues zyklisches Hoch bei 1.557 US-Dollar pro Unze. Seitdem konsolidierte Gold in einer typischen trendbestätigenden Flaggenformation – bis gestern. Im Zuge der neuerlichen Eskalation der Liquiditätskrise am US-Repo-Markt sah sich die Fed gezwungen, die Dosis für den Patienten nochmals deutlich zu erhöhen. Die für die Abwicklung der Offenmarktgeschäfte zuständige New Yorker Fed weitete ihre Repo-Geschäfte von 75 Milliarden US-Dollar pro Tag auf 120 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Zusätzlich zum Repo-Anstieg erhöhte sie die über 14 Tage laufenden Term-Repo-Geschäfte von 35 Mrd. US-Dollar auf 45 Mrd. US-Dollar pro Auktion. Die Kombination aus Geldmarktinterventionen, Käufen von US-Staatsanleihen im Volumen von 60 Mrd. US-Dollar pro Monat sowie der für 30. Oktober geplanten dritten Zinssenkung scheint viele US-Marktteilnehmer langsam zu beunruhigen. Zumal die permanenten Fehlprognosen und Beschwichtigungsversuche der Fed nicht gerade zur Vertrauensbildung beitragen. So gelang gestern beim Goldpreis nach sieben Wochen der Konsolidierung der Ausbruch aus der trendbestätigenden Flagge.

Goldpreis in US-Dollar Chartverlauf

Charttechnisch haben die Notierungen in Dollar nun Luft bis zum Höchststand vom 4. September bei 1.557 Dollar. Zunächst kann es jedoch nochmals lehrbuchmäßig zu einem kurzfristigen Rücksetzer auf die Ausbruchslinie der gestern nach oben verlassenen Flaggenformation kommen. Gelingt auch der Ausbruch über das bisherige zyklische Hoch im Laufe der kommenden Wochen, wäre der Weg frei in Richtung 1.750 US-Dollar pro Unze, bevor dann die nächste ausgeprägtere Korrekturphase einsetzen sollte.

Die Kursimpulse kommen zunehmend aus den USA

In Euro und den meisten anderen Währungen notiert der Goldpreis bereits auf oder über seinen Allzeithöchstständen. Lediglich in US-Dollar, dem zumindest charttechnisch relevantesten Preis, hat Gold noch keine neuen Rekordstände erreicht. Dafür war vor allem der bis vor kurzem relativ starke Greenback verantwortlich. Auch die Illusion der Amerikaner, konjunkturtechnisch auf einem anderen Planeten zu wirtschaften, hat vor allem Goldinvestitionen von US-Anlegern gebremst. Die Tatsache, dass sich im abgelaufenen dritten Quartal die Unternehmensergebnisse erneut zurückbildeten und damit die Bilanzrezession in den USA bestätigt wurde, lässt diese Illusion weiter bröckeln. Ebenso wie die sukzessive auf den Servicesektor und den extrem wichtigen Konsum übergreifende Schwäche der US-Industrie.

Durch die Verringerung des Wachstumsabstands der USA und des Zinsvorteils des US-Dollars zum Rest der Welt, ist es durchaus realistisch, dass sich der Goldpreis nun auch in der Weltleitwährung auf den Weg hin zu neuen Rekordständen macht.

Fazit und Ausblick

Noch ist der Ausbruch aus der Flagge nicht nachhaltig und ein Rücksetzer auf die Ausbruchslinie möglich, wenn auch kein Beinbruch. Viel wichtiger sind die übergeordneten Entwicklungen in er US-Konjunktur, sowie die grassierende Liquiditätskrise am US-Repomarkt. Fakt ist, dass die Zentralbanken weltweit synchron die Zinsen auf Rekordtiefststände senken und die Geldmengen durch Offenmarktoperationen wieder deutlich steigern. Fakt ist auch, dass die USA in den Strudel des globalen Abwärtstrends bei Konjunktur und Zinsen hineingezogen werden und auf der anderen Seite die Gelddruckvolumina bei der Fed sehr schnell beängstigende Ausmaße angenommen haben. Generell steht der US-Dollar aus strukturellen Gründen vor einer Abwertung. Die ökonomische Unsicherheit und das globale Überschuldungsphänomen halten ebenfalls an und befeuern die Aggressivität der Zentralbanken. In diesem Umfeld erfreut sich Gold als Absicherungsinstrument zunehmender Beliebtheit – sogar bei den Zentralbanken selbst.



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