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Gold über 1.800 US-Dollar Goldpreis: Gelingt noch ein versöhnlicher Jahresabschluss?

Goldpreis: Gelingt noch ein versöhnlicher Jahresabschluss?

Trotz vieler Krisenherde war 2022 ein durchwachsenes Jahr für den vermeintlich sicheren Hafen Gold. Zunächst kletterte der Goldpreis bis auf 2.070 Dollar, ehe eine lange Talfahrt folgte. Das gelbe Edelmetall schwankte zwar kräftig auf und ab, auf Jahressicht hat sich aber nicht viel getan. Der Eröffnungskurs am 2. Januar lag bei 1.829 USD, aktuell notiert der Goldpreis bei 1.808 USD. Unter dem Strich steht bislang nur ein Mini-Minus zu Buche.

Die größten Belastungsfaktoren in diesem Jahr waren die Dollarstärke und die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank. Ob sich das gelbe Edelmetall im kommenden Jahr weiter erholt, hängt vor allem von der Inflationsentwicklung und der künftigen Zinspolitik der Fed ab.

Gold: Geldpolitik gibt die Richtung vor

Dank einer markanten Dollarschwäche konnte sich der Goldpreis in den vergangenen Wochen erholen. Gold stieg im letzten Quartal des Jahres um mehr als 8 Prozent an, was auf den jüngsten Rückgang des Dollars zurückzuführen ist. Eine rückläufige Inflation und schwächere Konjunkturdaten in den USA haben zuletzt die Hoffnung genährt, dass die Fed die aggressive Straffung der Geldpolitik verlangsamen könnte.

Da sich der von der Fed viel beachtete Arbeitsmarkt weiterhin robust zeigt und das US-BIP zuletzt sogar nach oben korrigiert wurde, sind jedoch Zweifel angebracht, dass die Fed ihren Straffungskurs schon bald beendet. Erst ein sich weiter abschwächender Preisdruck und schlechtere Konjunkturaussichten könnten das Ende der steigenden Zinsen in den USA einläuten. In diesem Fall dürfte der Dollar abwerten, was wiederum den Goldpreis stützt.

Es hängt also vieles davon ab, wie stark die US-Zinsen noch ansteigen. Sollte die US-Notenbank Fed den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation bis über die Marke von fünf Prozent anheben, so könnte der Goldpreis nochmal unter Druck geraten.

Positive Signale aus China und vom Terminmarkt

Kurzfristig sorgen die Aufhebungen der Covid-Beschränkungen in China sowie der steigende Optimismus am Terminmarkt für positive Signale. Der Goldpreis hält sich aktuell stabil über der Marke von 1.800 Dollar, da China am Montag ankündigte, weitere seiner Covid-Restriktionen abzuschaffen, was den Dollar unter Druck setzte.

Zudem wies der am Freitag veröffentlichte Commitments-of-Traders-Report (CoT) unter Terminspekulanten zum dritten Mal in Folge einen Anstieg des Optimismus aus. Sowohl Großspekulanten (+2,5%) als auch Kleinspekulanten (+5,8%) haben ihre Netto-Long-Positionen ausgebaut.

Goldpreis: Reicht es noch für ein Plus auf Jahressicht?

Die Marke von 1.800 Dollar ist weiterhin umkämpft. Seit Tagen versucht der Goldpreis den Widerstand, das August-Hoch, bei 1.807 USD zu überwinden. Ein nachhaltiger Anstieg darüber könnte den nächsten Bewegungsschub auslösen. Das nächste Ziel auf der Oberseite liegt dann bei 1.830/34 USD. Erreicht das Edelmetall den Bereich vor Jahresende, könnte sogar noch ein kleines Plus auf Jahressicht herausspringen. Der Schlusskurs am 31.12.2021 betrug 1.821 USD.

Bevor der Goldpreis schließlich das nächste große Ziel bei rund 1.900 USD anpeilt, dürfte es zunächst zu einem Rücksetzer kommen. Rutscht Gold unter die Unterstützung bei 1.800/1.797 USD, dann rücken die Marken 1.785 und 1.777 USD in den Fokus. Hier verläuft neben der Trendlinie des Aufwärtskanals ebenfalls die SMA200 auf 4-Stundenbasis. Erst ein Bruch der Unterstützung könnte nochmal tiefere Notierungen bis 1.744 und 1.724 USD ins Spiel bringen.

Gold über 1.800 Dollar: Geldpolitik der Fed gibt die Richtung vor

Gold – Chart von TradingView

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3 Kommentare

  1. Dafür, das Gold bei steigenden Zinsen fallen sollte, sind etwa 6 % steuerfreier Kapitalertrag (in Euro) seit Jahresanfang auch nicht sooo schlecht.
    Dagegen:
    DAX -12 %
    MSCI – 19,5 %
    FANG bis – 65 %
    Usw.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Platin um diese Zeit c.a. 999 Dollares.
    Palladium 1789.
    Gold 1806. alles Rücknahmepreis.
    Palladium hat eine grosse Schaufel Aufgeld.
    Gold seit gefühlte Ewigkeit, die Nr. 1. Wer weiß wie lang.

  3. Vielleicht einmal einen Goldchart in Euro über 3Jahre auflegen und schauen wie wunderbar aufwärtsgerichtet der dasteht. Phasenweise weit über 200Tage – Durchschnitt und nur kurz leicht darunter.Für die Unzufriedenen, bitte präsentieren sie eine bessere Anlageklasse oder vergleichen Sie einmal ihre Performance mit dem sorglosen sicheren Gold.
    Googeln: Gold in Euro- boerse. de

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