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Gold/Silber

Goldpreis gestern gestiegen – heute Nachmittag nächster großer Schub?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold Barren - Goldpreis gestiegen

Der Goldpreis konnte gestern einen netten Anstieg verbuchen. Er stieg von 1.495 auf 1.514 Dollar. Aktuell notiert Gold bei 1.511 Dollar. An dieser Stelle wollen wir einen kleinen Blick darauf werfen, was heute Nachmittag und danach geschehen könnte (nicht muss).

Goldpreis stieg aus doppeltem Grund

Gestern sprang der von uns gestern bereits angesprochene Risk Off Trade an. Die Aktienmärkte fielen nach schlechten Nachrichten zum Handelskrieg sowie einem grottenschlechten Chicago-Einkaufsmanagerindex. Die risikoscheuen Anleger rannten schnell in den Schweizer Franken und ins Gold. Somit stieg der Goldpreis schnell an. Verstärkend kam hinzu, dass der US-Dollar Schwäche zeigte. Im folgenden Chart sieht man seit Anfang dieser Woche den fallenden US Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen), während der Goldpreis (blaue Linie) seit Mittwoch ansteigend war. Also, US-Dollar und die Flucht in Sichere Häfen haben gleichzeitig den Goldpreis hoch gebracht. Ein Anstieg von 19 Dollar an einem Tag ist kräftig und deutlich, aber noch nicht sensationell. Deswegen die Frage: Geht es heute weiter bergauf?

US Dollar Index fällt, während der Goldpreis steigt

US-Arbeitsmarktdaten mit kräftigem Impuls?

Laut Ipek Ozkardeskaya von der London Capital Group könnte der Goldpreis weiter davon profitieren, wenn der US-Aktienmarkt abverkauft wird (gestern Vorgeschmack in kleinem Risk Off Trade), und wenn die Renditen für US-Staatsanleihen weiter fallen. Denn ja, es ist logisch. Bringen Staatsanleihen weniger Rendite, wirkt eine Rendite-freie Geldanlage in Gold gleich ein Stück weit attraktiver. Heute stehen die US-Arbeitsmarktdaten im Fokus. Um 13:30 Uhr deutscher Zeit werden sie veröffentlicht (eigentlich 14:30, aber wegen der Zeitumstellung in Europa derzeit eine Stunde früher).

Heute könnte es kräftig zur Sache gehen. Reagieren Renditen, Aktien und vor allem der US-Dollar negativ auf die Daten, könnte der Goldpreis sprunghaft weiter steigen. Laut Ipek Ozkardeskaya liegt die Konsens-Schätzung für heute bei einem extrem (!!!) schwachen Wert von nur 85.000 neu geschaffen Stellen im Monat Oktober. Das wäre wirklich furchtbar schlecht nach 136.000 neuen Stellen im September und einem 12 Monats-Durchschnitt von 179.000 neuen Stellen. Alleine der inzwischen beendete Streik bei General Motors könnte die heutigen Zahlen um 50.000 Stellen beeinflusst haben, so ihre Vermutung. In den letzten beiden Jahren lagen die Oktober-Werte bei +277.000 und +260.000 neu geschaffenen Stellen.

Nur 85.000 neue Stellen wären für heute wirklich katastrophal, aber werden bereits erwartet. Wie auch immer die Zahlen reinkommen. Es könnte dann heute Nachmittag echt Bewegung in die Kurse kommen. Auch der Goldpreis könnte kräftig weiter steigen, oder einen Teil seiner gestrigen Gewinne auch wieder abgeben. Also, Augen auf! Wir werden direkt um 13:30 Uhr berichten. Der folgende Chart zeigt den Verlauf im Goldpreis in den letzten zwölf Monaten. Bei einem Durchbruch über das Hoch bei 1.550 Dollar aus Anfang September wäre aus charttechnischer Sicht viel Luft nach oben vorhanden.

Gold Preisverlauf in den letzten zwölf Monaten

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Gold/Silber

Gold: Angebot und Nachfrage auf Talfahrt laut World Gold Council

Jörg Bernhard

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am

Am frühen Morgen veröffentlichte die internationale Interessenvertretung der Goldindustrie World Gold Council (WGC) aktuelle Quartalszahlen zur weltweiten Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold – mit interessanten Erkenntnissen.

Gold: Licht und Schatten im dritten Quartal

Aufgrund der Pandemie gab es im dritten Quartal sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage negative Vorzeichen zu vermelden. Insgesamt sank das Angebot an Gold gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 1.223,6 Tonnen, was vor allem auf den Rückgang der Minenproduktion zurückzuführen war.

Überraschenderweise hat sich trotz der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten auch die Nachfrage nach Gold markant reduziert. In den Monaten Juli bis September sank diese mit 892,3 Tonnen sogar auf den niedrigsten Wert seit Q3 2009 und verbuchte damit ein Minus von 19 Prozent p.a. Doch in den diversen Marktsegmenten gab es mitunter kräftige Verwerfungen zu beobachten.

Einen regelrechten Nachfrageboom gab es zum Beispiel im Investmentsektor zu beobachten, wo summa summarum ein Anstieg um 21 Prozent auf 494,6 Tonnen gemeldet worden war. Bei Gold-ETFs beschleunigten sich zum Beispiel die Nettozuflüsse von 258,7 auf 272,5 Tonnen und trieben damit deren gehaltene Goldmenge Ende September mit 3.880 Tonnen auf einen neuen Rekordwert. Noch deutlicher bergauf ging es bei Barren & Münzen, wo ein Nachfrageplus von 149,4 auf 222,1 Tonnen (+49 Prozent) registriert worden war.

Besonders schlimm hat es in Q3 allerdings den Schmucksektor erwischt, der auf Jahressicht von 468,1 auf 333,0 Tonnen (-29 Prozent) regelrecht eingebrochen ist, was vor allem auf den Absatzeinbruch in Indien (-48 Prozent) und China (-25 Prozent) zurückzuführen war. Und auch der Notenbankensektor ist im dritten Quartal eher negativ in Erscheinung getreten. Weil sich die Notenbanken der Türkei (22 Tonnen) und Usbekistans (35 Tonnen) von signifikanten Goldmengen getrennt haben, gab es im Notenbanksektor mit minus 12,1 Tonnen erstmals seit Q4 2010 wieder Nettoverkäufe zu vermelden, nachdem im Vorjahresquartal netto 141,9 Tonnen Gold gekauft wurden.

Wichtig zu wissen: Trotz der negativen Tendenz der WGC-Quartalszahlen sollten Anleger auf keinen Fall außer Acht lassen, dass bei einer massiven Kapitalflucht in den „sicheren Hafen“ Gold erhebliche Versorgungsengpässe auftreten dürften. Vergleicht man zum Beispiel den Marktwert sämtlicher Gold-ETFs mit dem Billionen-Dollar-Unternehmen Apple fällt auf, dass das US-Technologieunternehmen um den Faktor 8,6 höher bewertet wird. Massive Umschichtungen aus Aktien, Immobilien oder Anleihen würde der Goldmarkt höchstwahrscheinlich gar nicht verkraften.

Die Nachfrage nach Gold ist gefallen

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Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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