Gold/Silber

Goldpreis steigt noch nicht so richtig – ist das die große Chance?

Ein Barren Gold

Der Goldpreis will nicht so richtig durch die Decke knallen. Der richtig kräftige Anstieg ist ausgeblieben. Dabei sah es heute früh recht gut aus. Wladimir Putin hat die Ukraine-Krise massiv verschärft durch seine Anerkenntnis der Unabhängigkeit der Donbass-Gebiete von der Ukraine. Jetzt sollen auch russische Truppen in diese Gebiete entsendet werden. Der Westen verhängt bereits Sanktionen, siehe Deutschland mit Nord Stream 2 und Großbritannien mit russischen Banken. Das dürfte erst der Anfang sein.

Eigentlich ideale Gemengelage für deutlich steigenden Goldpreis

Gestern Abend sah man pünktlich zu Wladimir Putins Rede ein Sinken der US-Anleiherenditen. Investoren haben also auf der Suche nach sicheren Häfen Anleihen gekauft, und dafür Aktien verkauft. Gleichzeitig stieg der Goldpreis von gestern Abend bei 1.896 Dollar auf heute früh 1.915 Dollar in der Spitze. Sichere Häfen waren also kurzzeitig gefragt. Aber seitdem kommt Gold wieder zurück auf aktuell 1.897 Dollar. Markus Koch lieferte vorhin zum Start des US-Aktienmarkts nach dem gestrigen Feiertag eine zumindest halbwegs gute Erklärung, warum die Aktienkurse in New York heute nicht abstürzen. Man hätte nämlich auch Schlimmeres von Putin erwarten können. Nach dem Motto „die Erwartung war furchtbar, jetzt kam es nur halb so schlimm“. Und die US-Reaktion auf Putins Aussagen sei recht mild ausgefallen.

Und so zeigen sich die westlichen Aktienmärkte heute auch ohne großen Absturz. Aber ist das die Chance für die Gold-Bullen? Wenn Wladimir Putin demnächst neue Eskalationsstufen einläuten sollte, und der Westen seine Sanktionsmaßnahmen verschärft, könnte der Aufwärts-Move im Goldpreis quasi eine zweite Chance erhalten. Denn eigentlich sind die Voraussetzungen für einen Sprung bei Gold gut. Die heutige Analyse von Daniel Briesemann von der Commerzbank unterstützt dieses Szenario, auch wenn der Goldpreis wie gesagt derzeit nicht weiter ansteigt.

Run auf Gold erst bei weiterer Eskalation der Ukraine-Krise?

So sagte Briesemann heute (auszugsweise), dass Gold-ETFs gestern den fünften Handelstag in Folge Zuflüsse verzeichnet haben. Die Bestände hätten erstmals seit einem halben Jahr wieder die Marke von 100 Millionen Unzen überschritten. Der Goldpreis habe (heute früh) auch vom Rutsch an den Aktienmärkten und dem deutlichen Rückgang der Anleiherenditen profitiert. Beides seien Indikationen einer hohen Risikoaversion. Der feste US-Dollar, der ebenfalls als sicherer Hafen wahrgenommen wird, verhindere wohl einen stärkeren Preisanstieg von Gold. Sofern die Ukraine-Krise weiter eskaliert, werde Gold seiner Meinung nach im Rahmen der höheren Risikoaversion gefragt bleiben und der Goldpreis wohl weiter steigen.

Im folgenden TradingView Chart, der bis letzte Woche Mittwoch zurückreicht, sieht man den Goldpreis aus blaue Linie, gegenüber Nasdaq auf CFD-Basis und der zehnjährigen US-Anleiherendite. Gold konnte zuletzt nicht weiter steigen und kommt leicht zurück, wohingegen Renditen und Aktien wieder etwas ansteigen. Sagen sich die Amerikaner also derzeit tatsächlich „das hätte ja schlimmer kommen können mit den Aussagen von Putin“? Gold-Bullen könnten aber daran glauben, dass der Goldpreis bei einer Verschärfung der Krise den Ausbruch nach oben schafft. In diesem ersten Anlauf jedenfalls war die Kraft für höhere Kurse schnell wieder weg.

Chart vergleicht Goldpreis mit US-Anleiherendite und Nasdaq



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2 Kommentare

  1. Naja, über 4 % (in Euro) für nicht ganz 2 Monate, da ist die Inflation für das letzte Jahr schon fasst gerettet.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Normalerweise bin ich ja Gold Bulle, aber im Moment eher nicht. Positiv war in den letzten Monaten vor allem die positive Korrelation mit den Anleiherenditen. Steigende Renditen = Steigender Goldpreis. Diese Korrelation ist noch intakt, aber angesichts der massiven Eskalation des Konflikts durch Putin mit der Teilung der Ukraine und einem Stop von NS 2 hätte Gold richtig durchstarten müssen, wenn es wirklich als sicherer Hafen gesucht würde. Da ist also irgendwo der Wurm drin. Ich vermute, es findet wieder eine Umschichtung in US Anleihen statt. Auf dem 4 Stunden Chart ist eine deutliche negative Divergenz im RSI. Ich vermute, wir werden noch einmal eine Korrektur sehen und haben im Moment ein Zwischenhoch erreicht.

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