Gold/Silber

Goldpreis zu hoch? Steigende Renditen drücken weiter – die aktuelle Lage

Mehrere Barren Gold

Der Goldpreis fällt heute nicht weiter. Noch nicht? Notiert er zu hoch? Gestern zeigte der Markt eine glasklare Negativkorrelation zwischen Gold und Anleiherenditen. Steigende Renditen in den USA ließen das zinslose Edelmetall weniger attraktiv wirken. Dementsprechend fiel der Goldpreis von 1.822 Dollar auf 1.806 Dollar. Aktuell kann der Goldpreis sogar auf 1.810 Dollar ansteigen – und das obwohl die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen weiter gestiegen ist. Seit gestern Mittag ist es ein Anstieg von 1,53 Prozent auf aktuell 1,67 Prozent.

Daher müsste Gold derzeit eher unter die 1.800 Dollar-Marke fallen, wenn man die gestrige Logik heute fortsetzt? Zumal der US-Dollar ja auch nach oben angesprungen ist, was ebenfalls gegen einen Anstieg im Goldpreis spricht. Auch Experten sehen heute Schwäche bei Gold aufgrund steigender Anleiherenditen. Daniel Briesemann von der Commerzbank sagt heute in einem Kommentar, dass der Rückgang im Goldpreis vor allem mit dem Anstieg der Anleiherenditen zusammen fiel – denn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein 6-Wochenhoch. Dieser Anstieg habe Gold als Anlagealternative weniger attraktiv gemacht. Später sei auch der US-Dollar aufgewertet, was damit ebenfalls ein Belastungsfaktor für Gold dargestellt habe.

Im TradingView Chart sieht man seit letztem Donnerstag den Goldpreis als blaue Linie, und in orange die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen. Mittig im Chart sieht man gestern wunderbar die negative Korrelation einer steigenden Rendite gegen einen fallenden Goldpreis. Heute steigt die Rendite weiter, aber der Goldpreis fällt nicht. Daher könnte man jetzt annehmen, dass Gold aktuell zu hoch notiert, und bald weiter fallen könnte. Natürlich wissen wir dies nicht, und geben dazu auch keine Handelsempfehlung. Aber folgt man dem gestrigen Szenario, dann kann man diese Frage eines zu hohen Goldpreises in den Raum werfen.

Chart vergleicht Goldpreis mit US-Anleiherendite



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12 Kommentare

  1. Nach dieser Logik müsste Gold ins Bodenlose fallen wenn das Zinsniveau sukzessive weiter steigen sollte. Heißt es nicht immer, dass der Realzins maßgebend ist. Und der ist dick und fett im Minus. Davon ist hier überhaupt nicht die Rede.

  2. Ich weiß nicht warum der Quatsch einer negativen Korrelation sich weiter hält. Kenne keine langfristige Statistik die diese belegt. Die letzten zweimal als es geregnet hat gabs Glatteis. Klare Korrelation also, zukünftig gültige Wahrheit: Immer wenns regnet gibts Glatteis. ;) Gold steht zu niedrig solange der Realzins negativ bleibt und von mir aus steigen die Renditen auf 3 Prozent es wird Gold maximal kurzfristig tangieren. Aber ist nur meine bescheidene Meinung ;)). Gutes Neues Jahr.

  3. Ich denke, der Zeitpunkt wo die Edelmetalle nach oben hin ausbrechen ist noch nicht gekommen. Gerade Gold hat ja auch in 2019 und 2020 schon etwa zusammen 37 Prozent Kurssteigerung (in Euro) gehabt, dass ist schon recht viel, zumal die Kursgewinne bei physischen Edelmetallen ja auch steuerfrei sind.
    Der Goldpreis wird wohl eher in den frühen Morgenstunden im asiatischen Raum durch massiven verkauf von Papiergold nocheinmal soweit nach unten geprügelt, dass die Absicherungen reißen, und es dann noch weiter geht.
    Die Banken können ja nun ab 2022 zur Absicherung nach Basel 3 auch physisches Gold verwenden, und das wollen sie ja auch möglichst günstig einkaufen.
    Erst danach wird es wohl steil nach oben gehen.
    Wann hängt davon ab, wann die Banken sich absprechen zur Goldpreisdrückung.
    Ich habe nichts dagegen, denn ich warte schon seit einigen Monaten darauf ein kleines Erbe auch in physischem Gold anzulegen. Und da machen 100 Euro pro Unze weniger schon eine Menge aus. Vielleicht auch mehr.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  4. Ja gut nehmen wir mal die Us staatsanleihe auf 10 Jahre und bekommen 1,673 % Zinsen bei einer Inflation von 6,8 % hat man dann eine Realrendite -5,127%

    -5% bedeutet der Goldpreis ist eher unterbewertet als überbewertet.

    Dazu kommt das China die Geldpolitik wieder lockert das sollte den Goldpreis weiter beflügeln.

    1. Die Realrendite ist weitaus tiefer im Minus. Der CPI Warenkorb ist ein Hoax. Mischung aus Lügen und Lücken.

  5. Manipulierte hohe Inflation und niedrige Anleihezinsen ergeben eine steigende negative reale Verzinsung… Warum sagt das niemand? Und die nachgewiesene Goldmanipulation drückt ebenfalls den Preis, dazu Basel 3 als Kaufanreiz der Banken… Ich frage mich wie lang diese Manipulierung des Gold, und auch des Silberpreises, anhält… wie lang der Normalbürger veräppelt wird durch diese sogenannten Spezialisten??? Gold ist eine Inflationsversicherung und kein Renditenbringer, wahrscheinlich wird dieses Narrariv gestreut damit sich eine Besteuerung des Goldes durchsetzen lässt, um dem übergriffigen Staat die Tasche zu füllen und die Bevölkerung zu enteignen. So gesehen macht dann alles wieder Sinn….

    1. Hallo Silberlocke,
      die Goldpreismanipulation hat aber auch dazu geführt, dass auch der Normalbürger günstiger Gold kaufen kann. Komischerweise kaufen aber sehr viele Menschen Gold wenn es sich im Aufwärtstrennt befindet, und nicht wenn es eine Talfahrt macht.
      Ich sehe physisches Gold als Allround-Versicherung, und als Spekulationsobjekt äußerst ungeeignet.
      Aber egal, Hauptsache man hat es.
      Ja klar ist Gold eine Versicherung gegen Inflation, auch gegen einen Währungszusammenbruch.
      Eine Versicherung mit der man sich auch eine private Altersversorgung aufbauen kann.
      Wer 20, 30 oder noch mehr Jahre anspart, sollte schon in etwas Sicheres investieren.
      Man kann dann auch ruhiger schlafen.
      In Euro ist der Goldpreis in den letzten 3 Jahren um etwa 39% gestiegen.
      In den letzten etwa 20 Jahren hat sich der Goldpreis fasst versechsfacht.

  6. Wenn die Renditen steigen herrscht ein Verkaufsdruck bei Anleihen. Irgendwo muss das Geld ja auch hin. Cash ist Trash. Aktien sind gerade auch nicht wirklich attraktiv bewertet (negative real earnings). An Bitcoin trauen sich die meisten nicht ran. Für mich kein Wunder, dass Gold steigt

    1. Sehe ich auch so. V.a. passiert Kauf und Verkauf ab 12.00 zeitgleich, deutlich und daher mit vermutlich großen Volumen . Alles andere ist daher unwahrscheinlich.

  7. Die Realrendite ist so negativ da juckt es fundamental nicht mal wenn die 10y Anleihe bei 5% notieren würde. Gold hat 2021 ganz klar underperformed. Ich denke man darf sich das nicht zu professionell vorstellen. Solange alle Händler bei einer bestimmten Nachricht gesammelt kaufen oder verkaufen, interessiert Niemanden die Logik des Trades. Steigende Renditen –> Gold verkaufen. Ist so wahrscheinlich hard-coded in vielen Trading Bots. Dass ein anstieg von -9% auf -8.8% oder -6 auf -5.8 wegen mir, keine Korrelation zu Gold haben sollte (nach sämtlicher Logik) interessiert Niemanden solange alle gesammelt verkaufen.

  8. Die Erklärung ist Schlussendlich billig und setzt sich überhaupt nicht mit den Tatsachen auseinander

  9. Totaler Schwachsinn die Analyse. Falls es eine derzeitige Korrelation zwischen Anleihe Rendite &Gold gäbe (nämlich den Realzins, der inzwischen stark negativ ist) dann müsste Gold längst höher als 2000 USD stehen. Da dem nicht so ist, bedeutet das, dass diese Korrelation im Moment nicht gut anwendbar ist.

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