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Goldpreis zeigt sich erstaunlich robust – warum? Analyst gibt Anhaltspunkte

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Gestern schrieben wir über einen noch überschaubaren Kursverlust im Goldpreis von 13 Dollar auf 1.809 Dollar. Die Renditen für Staatsanleihen stiegen immer weiter an, was gegen Gold drückte. Aber so richtig kräftig wollte das Edelmetall nicht negativ reagieren. Schon gestern erwähnten wir, dass Gold-Bullen vorsichtig sein sollten, weil ein weiterer Abrutsch womöglich bevorstehen könnte, bei dem starken Anstieg der Anleiherenditen.

Goldpreis steigt sogar leicht – robustes Zeichen

Und bis jetzt? Gold zeigt sich ziemlich robust mit aktuell 1.823 Dollar. Schauen Sie bitte auf den TradingView Chart, der bis zum 7. Januar zurückreicht. In blau sehen wir den Goldpreis in US-Dollar. Dazu in orange die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen, und in türkis der US-Dollar in Form des Währungskorbs Dollar-Index. Blicken Sie auch nicht genau durch bei diesem Gewusel im Chart? Richtig, eine klare Negativkorrelation zwischen Gold auf der einen Seite und Dollar sowie Anleiherenditen auf der anderen Seite ist nicht erkennbar.

Anleiherenditen und US-Dollar sind seit dem 14. Januar aufgrund der anstehenden Zinswende in den USA am Steigen. Gleichzeitig müsste der Goldpreis eigentlich fallen, weil die Attraktivität von Gold abnehmen sollte. Aber wie man sieht, das Edelmetall fällt einfach nicht, obwohl doch die anstehende kräftige Zinswende in den USA den perfekten Nährboden dafür bereitet hat. Wichtig hierbei ist auch, dass die Realrendite für zehnjährige US-Staatsanleihen (unter Berücksichtigung der marktbasierten Inflationserwartungen) seit Jahresanfang von -1,0 Prozent auf -0,6 Prozent gestiegen ist. Nächste Woche tagt die Fed, und der Markt erhofft sich detailliertere Hinweise auf die demnächst anstehenden Zinsanhebungen.

Warum ist Gold so robust?

Warum zeigt sich der Goldpreis im kurzen Bild so robust? Der Analyst Naeem Aslam von Avatrade bietet zumindest ansatzweise einen Grund. Er erwähnt in seinem heutigen Kommentar zu Gold zwar auch die höheren Anleiherenditen, die gegen das Edelmetall drücken. Aber die höhere Volatilität und der gestrige Einbruch an den Aktienmärkten hätten dem Goldpreis geholfen seine Verluste bis zu einem gewissen Grad zu begrenzen. Nach seiner Meinung ist das wichtigste Ereignis für Gold in den nächsten Tagen die nächste Woche stattfindende Fed-Sitzung, die wahrscheinlich Hinweise auf die mit Spannung erwarteten Zinserhöhungen geben soll. Anleger sollten sich seiner Meinung nach darüber im Klaren sein, dass höhere Zinssätze die Opportunitätskosten für das Halten von unverzinslichen Vermögenswerten erhöhen und sie damit für Investoren weniger attraktiv machen. Also sieht auch Naeem Aslam die Gefahr, dass der Goldpreis doch noch abrutscht.

Chart vergleicht Goldpreis mit US-Dollar und US-Anleiherendite



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6 Kommentare

  1. Was ist mit dem safe harbor argument, weil die Aktien drohen ab zu rutschen?

  2. Wenn’s richtig kriselt ist Gold bekannterweise gefragt, und viele die meinten die Kryptoscheisse sei das neue Gold,werden eines besseren belehrt.Nach jahrelangem Hochpushen von vielen Buch- und Scheinwerten sind jetzt die echten Werte an der Reihe und das sind Rohstoffe, und Gold ist ein Edelrohstoff, im Notfall sogar essbar, wie es der Bayern-Fussballer vorgemacht hat.

  3. Ob diese groß angekündigten Zinserhöhungen auch wirklich kommen? Manche Marktteilnehmer zweifeln daran, wie auch Egon von Greyerz.

  4. So leicht wie das Geld gedruckt wird, werden auch die Zinsen
    In die Höhe gehen, bis es zur Explosion kommt!😊☻
    Erst wenn man soviel Geld hat, das man auch Wärme erzeugen
    kann beim Einheizen, und sich wärmen kann, wird es wieder weniger!🤣

  5. Wenn man Gold in den letzten Zinserhöhungszyklen zurückverfolgt, dann erkennt man, dass Gold steigen wird, wenn die Leitzinsen erhöht werden. Siehe ab Dezember 2015.

    Verstehe das TamTam nicht….

  6. @Rolf, das könnte die Regel ,dass steigende Zinsen schlecht sind für Gold widerlegen, der Grund wäre dann ,dass steigende Zinsen die Aktien und Bonds schwächt und somit vorerst Umschichtungen in Gold passieren.Unverhoffte Goldstärke wie jetzt könnten auch diesem Muster entsprechen.Unverhoffte Goldstärke könnte auch geopolitisch ungut sein.So sagte ein Kenner,dass beim Sechstagekrieg 1965 Gold schon vorher gestiegen sei weil gewisse Kreise ( Insider) vorher gekauft haben.Darum könnte die Ukraine Geschichte im Moment auch eine Rolle spielen.

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