Gold/Silber

Goldpreis bei 1.900 Dollar – im Aufwärts-Flow der Kriegsangst

Gold-Barren

Der Goldpreis erreichte heute Nacht und heute Mittag das Niveau von 1.900 Dollar (aktuell 1.896 Dollar). Im großen Bild gesehen bleibt Gold auf dem Zug gen Norden – am 3. Februar sah man noch Kurse um 1.800 Dollar. Gab es zuletzt neue verschärfende Warnungen der US-Regierung über einen bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine, kam heute Mittag ein weiterer Schub an Kriegsangst hinzu. Der Separatistenführer in der Ostukraine meldete eine teilweise Evakuierung von Zivilisten aufgrund einer Verschärfung der Lage. Daraufhin konnte Gold etwas zulegen, die Aktienmärkte sackten ab.

Jetzt müssen wir bedenken: Am Montag ist in den USA gesetzlicher Feiertag, die Börsen sind geschlossen. Werden so manche Börsianer bei dieser Unsicherheit rund um die Ukraine vor dem Wochenende noch hoch gehebelt in Risikopositionen bleiben wollen? Womöglich könnte in den nächsten Stunden ein Abverkauf bei Aktien einsetzen, und ein Zugewinn im Goldpreis die Folge sein. Dies ist ein Szenario, das so eintreten kann – aber natürlich ist das keine Garantie!

Wir hatten gestern mehrere Analystenaussagen miteinander verglichen. Sie stimmten darin überein, dass die Angst vor einem russischen Angriff auf die Ukraine der Hauptantreiber für den Anstieg im Goldpreis ist. Heute scheint sich daran nichts geändert zu haben. Im Chart, der bis zum 3. Februar zurückreicht, sieht man: Gold steigt, US-Techaktien (Nasdaq als CFD) fallen. Gut, bei den Techaktien kommen auch die Sorgen um steigende Zinsen hinzu. Aber alleine der heute Mittag stattgefundene Absacker in den Aktienmärkten nach der Meldung aus der Ostukraine zeigt, dass die Aktienindizes derzeit äußerst sensibel auf diese Kriegsgefahr reagieren. Und der Goldpreis (Flucht in den „sicheren Hafen“) steigt, wenn die Kriegsgefahr vermeintlich zunimmt.

Die Analysten der Commerzbank haben heute zum Thema Gold geschrieben, dass das Sicherheitsbedürfnis der Marktteilnehmer vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise nach wie vor groß zu sein scheint, so dass Gold als sicherer Hafen weiterhin gefragt sei. Dies sei gestern durch weitere Zuflüsse in börsengehandelte Fonds (von knapp fünf Tonnen) unterstrichen worden. Damit belaufen sich die Zuflüsse seit Beginn der Woche auf insgesamt rund sechs Tonnen. Neben den Käufen der börsengehandelten Fonds dürften auch spekulative Finanzinvestoren mehr Gold gekauft haben.

Chart vergleicht seit dem 3. Februar den Goldpreis-Verlauf mit dem Nasdaq TradingView Chart vergleicht seit dem 3. Februar den Goldpreis-Verlauf (blau) mit dem Nasdaq auf CFD-Basis (orange).



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15 Kommentare

  1. Kann es nicht sein, dass auch der kleine Sparer mal kurz den Taschenrechner zückt, und sieht, dass Gold (in Euro) seit Anfang 2019 um fasst 50 % an steuerfreien Kapitalertrag eingebracht hat; wenn gewollt sogar anonym.
    Da können die 5 % Inflationsrate (in Spanien über 6 %) doch etwas leichter verkraftet werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Im Nov. 2018 wurde ich in Hamburg mal nach meiner Anlageart gefragt. Man lächelte! Ihr solltet mal einen Chart in Euro zeigen.
    Wenn es mal nach unten geht, schaue ich mir einige „Expertenmeinungen“ an. Habe ich wenigstens was zum lachen.
    Grüße aus Franken

    1. Hallo Goldsamler

      Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Dann gibt es kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel (…) Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögende keinen Weg gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis der Wohlfahrtsstaats-Tiraden gegen das Gold. Defizitfinanzierung ist schlichtweg eine Maßnahme zur ‘versteckten’ Enteignung von Vermögen.”
      Alan Greenspan, Fed-President 1987-2006

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. @Heeeelmuuut

        Ist es Ihnen wirklich nicht zu dumm diesen uralten Greenspan-Hut, den jedes Kind kennt, auf einer Finanzseite zu deklamieren? Wie peinlich!

  3. Ja Columbo,
    solche inhaltslosen Kommentare bringen Niemanden weiter.
    Selbst wenn ich schreiben würfe, dass ich übers Wasser gehen kann, würden Sie noch schreiben: Nochnichteinmal schwimmen kann er.
    Und die Menschen die sich über Schreibfehler amüsieren sollten mal Knigge lesen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Helmut hat recht, dieser Goldstandard ist eine wichtige Sache und dass heute viele ungedeckte Scheinwerte die Finanzwelt aufblähen wird sich noch rächen.Auch auffallend, oft persönliche Kritik ohne sachlichen Hintergrund,im Gegensatz zum schwer unterschätzten Helmut.

    1. Es ist erschreckend, mit was für einer Naivität gerade die Grünen an die Herausforderung wie Energieversorgung und Nahrungsmittelversorgung und Vermögenssicherung herangehen. Aber als Erste jammern, wenn es knapp und teuer wird. Wir werden noch alle mit Entsetzen feststellen, dass es so nicht geht. Aber dann haben sicherlich wieder die Ungeimpfen oder Putin schuld, oder die Menschen die vorgesorgt haben. Einige Tage oder Wochen ohne Strom, wird dann wohl die Erleuchtung bringen. Wir haben uns mal vorsichtshalber für mind. 12 Monate vorbereitet. Es kostet fasst Nichts, und ich kann gut schlafen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  5. Bald wird Bitcoin als das beste Wertaufbewahrungsmittel auserkoren, und Gold ist dann im Eimer! ;-)

    1. Ich habe lieber Gold im Eimer als Bitcoin oder einer der anderen (natürlich) nicht inflationären ca. 10.656 Kryptowährungen in einer Wallet ;-)

      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1018542/umfrage/anzahl-unterschiedlicher-kryptowaehrungen/#:~:text=Anzahl%20verf%C3%BCgbarer%20Kryptow%C3%A4hrungen%20weltweit%20bis%20Februar%202022&text=Im%20Februar%202022%20gab%20es%20laut%20investing.com%2010.656%20unterschiedliche%20Kryptow%C3%A4hrungen.

      Gibt es eigentlich schon den Schneeballcoin?

      Der würde bestimmt abgehen wie die Post…..weil alle die ihn nicht kaufen, einfach nur keine Ahnung haben ;-)

      1. @Dagobert

        Mein ich auch. Man sieht ja, wie der Bitcoin abschmiert, wenn`s kritisch wird.

    2. Ich kaufe nur das was ich verstehe, und schon mindestens hunderte von Jahren nie auf NULL gegangen ist.
      Bitcoin und Co. verstehe ich nicht, und überlasse es daher den Anderen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  6. @ Helmut

    Einige Tage oder Wochen ohne Strom und der europäische Durchschnittsbürger ist verhungert und verdurstet, weil er gar nicht mehr weiß wie man sich ohne Supermarkt selbst versorgt ;-)

    Das ist auch ein Vorteil der Russen in der Krise.

    Die sind es gewohnt wenig zu haben und sich selbst zu versorgen.

    Unsere verwöhnte und verhätschelte Gesellschaft wird gar nicht verstehen wie ihr geschieht. Und dann ist der Knigge schnell vergessen ;-)

    1. @Wutbürger

      Warum haben Sie so eine Wut? Pech gehabt?
      Möchten Sie in die gute alte „unverhätschelte“, Zeit zurück, wo das Klo noch auf dem Gang war?

      1. @Columbo

        Oder auf dem vermoderten Balkon, acht Meter im freien Plumpsfall, mit herrlichen Düften im Sommer 🤢 und echter Abhärtung im damals noch eiskalten Winter 💩
        Mich würde vor allem interessieren, wie der Pechbürger ein paar Hundert Millionen Europäer ohne Supermärkte versorgen möchte. Vor allem in den Millionenmetropolen … mit Schrebergärten und Regenwasseraufbereitung, mit Rattenbraten und Brennnesselsuppe?

  7. Ukraine ist unter den Top 10 der Getreide Nettoexporteure ! Zugriff auf Grundnahrungsmittel und deren Preis kann ja von Vorteil sein.Nur so eine Idee.

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