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Gold/Silber

Goldpreis vor kräftigem Schub nach oben? Gute Argumente

Claudio Kummerfeld

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am

Gold Barren Beispielfoto

Weltweit haben Notenbanken dieses Jahr bereits rund 450 Tonnen Gold gekauft. Damit haben sie bis August schon mehr Gold gekauft als im ganzen Jahr 2018. Beispielsweise die türkische Zentralbank hat im August mehr als 40 Tonnen Gold gekauft, und das zu Höchstpreisen! Diese Nachfrage der Notenbanken sorgt natürlich für eine grundsätzlich stärkere Nachfrageseite am Goldmarkt, was den Goldpreis tendenziell nach oben drückt. Man kann davon ausgehen, dass der Drang der Notenbanken ins Gold in den letzten Monaten zu einem guten Teil mit verantwortlich war für den steigenden Goldpreis. Jetzt fehlt nur noch ein Trigger, also ein Auslöser, um den Preis kräftig nach oben zu jagen – aus Sicht der Bullen natürlich. Denn momentan befindet sich der Markt in einer Art Ruhephase, wenn man sich den folgenden Chart ansieht. Hier sieht man den Goldpreis-Verlauf in US-Dollar seit November 2018.

Goldpreis Verlauf in US-Dollar seit November 2018

Notenbanken, Konjunktur un Handelskrieg

Die Notenbanken weltweit senken seit Monaten die Zinsen. Die Fed macht nun auch mit. Die EZB hat im jahrelangen Aufschwung erst gar nicht ihre Zinsen erhöht, und senkt daher nun auf eh schon tiefem Niveau weiter in den Negativbereich. Das bedeutet? Richtig, Geldanlagen in Staatsanleihen sind völlig unattraktiv geworden. Somit werden Anlagen in Aktien und Gold immer attraktiver, je weiter die Zinsen sinken. Und je schlechter die Konjunktur läuft, desto größer der Drang der Notenbanken ihre Zinsen noch mehr zu senken. Ob diese Maßnahme überhaupt noch etwas bringt als Konjunktur-Stimulus, darf bezweifelt werden. Aber das ist ein ganz eigenes Thema, über das man trefflich streiten kann.

Seit gestern nehmen die Spannungen zwischen den USA und China massiv zu als Vorbereitung auf das Treffen der beiden Länder morgen in Washington DC. Es geht darum endlich eine Lösung zu finden, wie der Handelskrieg befriedet werden kann. Dass eine echte große Lösung gefunden wird, ist kaum zu erwarten. Geht es weiter wie bisher, dürfte die eh schon laufende Konjunkturabschwächung nur noch verschärft werden. Große Unsicherheit durch einen fortgesetzten und verschärften Handelskrieg könnte einen dramatischen Reflex auslösen – nämlich die Flucht der institutionellen Anleger in die vermeintlich sicheren Häfen, wie den Schweizer Franken oder auch Gold. Wäre das der Trigger, der Auslöser für einen stark steigenden Goldpreis? Womöglich.

Goldpreis vor Ausbruch?

Im ersten Chart in diesem Artikel sieht man den im Juni, Juli und August deutlich gestiegenen Goldpreis. Er kletterte von 1.300 Dollar auf 1.550 Dollar (aktuell 1.509 Dollar). Sinkende Zinsen und der Handelskrieg waren die Antreiber dieser Hausse. Und beide Gründe sind nach wie vor latent vorhanden, und sorgen zusammen mit den Aufkäufen der Notenbanken für Druck auf der Nachfrageseite für Gold. Und das morgige Treffen in Washington DC könnte bei negativem Ausgang der große Auslöser sein um das Hoch bei 1.550 Dollar nach oben zu durchbrechen. Das kann so passieren, muss es aber nicht! Krise bedeutet oft, aber nicht immer einen Flucht-Reflex hin zum Gold.

Schauen wir uns mal diesen interessanten Chart an. Hier sind man den Verlauf im Goldpreis in US-Dollar seit dem Jahr 2002. Man sieht vor der Krise 2008 einen „kleinen“ Absacker. Im Jahr 2008 fiel Gold von 1.000 auf unter 700 Dollar. Und dann ab Ende 2008, wo dem breiten Kapitalmarkt das Ausmaß der Finanzkrise bewusst wurde, kannte der Goldpreis nur noch eine Richtung. Von 700 auf 1.920 Dollar kletterte der Preis im Jahr 2011. Dann wurde langsam klar, dass die Konjunktur sich nach und nach erholte, und Gold fiel wieder. Stehen wir jetzt vor dem nächsten Ausbruch im Goldpreis? Wir haben keine Glaskugel. Aber die morgigen Gespräche zum Handelskrieg könnten entscheidend sein als möglicher Auslöser für einen deutlich steigenden Preis für Gold.

Goldpreis seit 2002

Pessimismus?

Es gibt auch Gründe, die gegen einen steigenden Goldpreis sprechen. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC veröffentlicht einmal pro Woche Handelsdaten zu Terminkontrakten, so auch für Gold. In der Woche bis zum 1. Oktober hat sich die Zahl offener Gold-Kontrakte von 658.900 auf 604.900 reduziert. Die kumulierten Netto-Long-Positionen (Wetten auf steigenden Goldpreis) sanken von 345.100 auf 303.700. Das ist der größte Rückgang seit vier Monaten. Aber gut, diese Daten müssen nicht viel bedeuten, denn sie sind ja nun schon wieder 8 Tage alt. Seitdem kann sich schon wieder viel geändert haben in den Positionierungen der Futures-Zocker.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    9. Oktober 2019 10:42 at 10:42

    Ich hab noch eine Grund warum es zumindest nicht sofort aufwärts gehen könnte. Es gibt kaum einen Analysten der Gold momentan nicht „Long“ sieht. Das macht mich stutzig. Man kennt ja die Börsenweisheit, dass der Kurs nie das macht, was die Masse denkt.

    • Avatar

      Shong09

      9. Oktober 2019 11:25 at 11:25

      Richtig, aber vor genau einem Jahr war dies auch so, und rückblickend weiss man, wäre dies der perfekte Einstieg gewesen.

  2. Pingback: Goldpreis vor kräftigem Schub nach oben? Gute Argumente - finanzmarktwelt.de - Counternet News

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Gold/Silber

Experte Andre Stagge: Trading kurz vor der US-Wahl

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So kurz vor der US-Wahl, worauf sollten Trader achten? Wer wird die Wahl gewinnen, und was bedeutet das für die Börse? Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erklärt im folgenden ganz aktuellen Video seine Meinung und seine Handelsstrategie. Müssen seine Handelsstrategien „Turnaround Tuesday“ und „Ultimo“ in dieser besonderen Woche ausgesetzt oder angepasst werden?

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Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

Claudio Kummerfeld

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Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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