Der Goldpreis bleibt unter Druck, da die Märkte von Unsicherheit über mögliche Zölle und neue US-Inflationsdaten in Atem gehalten werden. Nach widersprüchlichen Signalen aus dem Weißen Haus warten Händler gespannt auf eine offizielle Bestätigung der Zollpolitik für Gold-Importe. Dieser Faktor könnte den globalen Handel und die Preisentwicklung des Edelmetalls maßgeblich beeinflussen. Auch die Zinspolitik der US-Notenbank Fed könnte nach den heutigen Inflationszahlen neue Impulse erhalten und somit den Goldpreis bewegen.
Goldpreis weiterhin volatil
Der Goldpreis hält seine Verluste vom Vortag, da die Händler nach wie vor Klarheit über Trumps Zollversprechen suchen. Zudem steigt die Spannung vor der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten um 14:30 Uhr. Diese könnten Auswirkungen auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben.
Gold konnte am Dienstag seine Verluste halten, nachdem Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass Importe von Goldbarren nicht mit US-Zöllen belegt werden. Händler warten jedoch noch immer auf eine offizielle Klarstellung der Politik. Ein Bundesgerichtsurteil hatte in der vergangenen Woche für Chaos und Verwirrung auf dem Markt gesorgt.
Der Spotpreis für Gold hat sich vor der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten bei 3.345 USD pro Unze eingependelt. In der vorangegangenen Sitzung war er um 1,6 Prozent gefallen, nachdem Trump in den sozialen Medien den Beitrag „Gold wird nicht mit Zöllen belegt!” gepostet hatte. Die Terminkontrakte für das Edelmetall in New York gaben nach einem Einbruch von 2,5 Prozent am Montag leicht nach. Seit Mitte April bewegt sich der Goldpreis in einer Handelsspanne von 3.440 bis 3.250 USD auf und ab. Eine Richtungsentscheidung ist noch nicht in Sicht.
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde hatte die Händler letzte Woche mit der Entscheidung überrascht, die Importe von Gold mit Zöllen zu belegen. Dieser Schock führte dazu, dass die Futures an der New Yorker Comex am Freitag mit über 100 USD pro Unze über den Referenz-Spotpreisen in London lagen. Seitdem hat sich der Spread auf etwa 50 USD verringert.

Zölle und Inflation im Fokus
Die Entscheidung Washingtons bezüglich der Gold-Zölle hat weitreichende Auswirkungen auf den weltweiten Goldhandel und möglicherweise auch auf das reibungslose Funktionieren der US-Terminkontrakte. Die Regierung hatte das Edelmetall im April von Zöllen befreit. Bis langfristige Klarheit herrscht, werden die Edelmetallmärkte laut Händlern weiterhin nervös bleiben.
Der Goldpreis ist in diesem Jahr um mehr als ein Viertel gestiegen, wobei der Großteil dieser Gewinne in den ersten vier Monaten erzielt wurde. Dieser Anstieg wurde durch geopolitische und handelspolitische Spannungen unterstützt, die die Nachfrage nach sicheren Anlagen ankurbeln, sowie durch starke Käufe der Zentralbanken.
Ansonsten hielt der Dollar seine Gewinne vor der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Dienstag, die Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed geben könnten. Analysten erwarten jedoch, dass sowohl die Gesamtinflation als auch die Kernrate im Juli leicht gestiegen sind. Baldige Zinssenkungen würden sich positiv auf das unverzinsliche Gold auswirken, während ein stärkerer US-Dollar dazu führt, dass das in US-Dollar notierte Edelmetall für die meisten Käufer teurer wird.
Zudem wogen die Anleger Trumps Entscheidung vom Montag ab, die Zollpause für chinesische Waren um weitere 90 Tage bis Anfang November zu verlängern. Dieser Schritt dürfte die Sorgen vor einem erneuten Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften lindern und die Nachfrage nach sicheren Anlagen verringern.
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Der Spot-Goldpreis stieg um 0,1 % auf 3 347,12 USD pro Unze um 11:20 Uhr in London. Der Bloomberg Dollar Spot Index gab um 0,1 % nach, nachdem er am Montag um 0,3 % gestiegen war. Silber legte zu, Palladium blieb unverändert, während Platin nachgab. Seit Mitte April bewegt sich der Goldpreis mit hoher Volatilität in einer Handelsspanne von 3.440 bis 3.250 USD auf und ab. Eine Richtungsentscheidung ist noch nicht abzusehen.
FMW/Bloomberg
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Gibt es eigentlich ein belastbares Szenario, was passieren würde, wenn Gold bezollt werden würde?
Ich würde mit 2 Dingen rechnen. Vor den Zöllen würde viel Gold in die USA fließgen, danach viel weniger.
Raus fließen würde vermutlich kaum noch was, weil zurückkaufen wäre dann ja zollbelastet.
Der Markt in den USA würde sich doch dann vom Rest abkoppeln. Ob das in irgendeiner Weise für irgendjemand Sinn ergibt… Ich sehe keinen.