Goldpreis erholt sich trotz starkem Dollar: Anleger nutzen Kursrückgänge zum Einstieg, während der Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise und neue Inflationssorgen die Märkte bewegen. Trotz eines stärkeren US-Dollars bleibt Gold für viele Investoren ein wichtiger sicherer Hafen in geopolitisch unsicheren Zeiten.
Goldpreis erholt sich nach Rückschlag
Gold legte am Mittwoch zu und machte einen Teil der Verluste aus der vorherigen Sitzung wett, nachdem Käufer den Dip genutzt haben. Der Markt bleibt jedoch angespannt, da der Krieg im Nahen Osten bereits in den fünften Tag geht und geopolitische Risiken die Stimmung an den Finanzmärkten prägen.
Der Goldpreis stieg zeitweise um bis zu zwei Prozent und holte damit einen Teil der Verluste zurück, nachdem eine vier Tage andauernde Gewinnserie am Dienstag beendet worden war. Laut einem Bericht von Bloomberg müssen Händler derzeit zwischen der Risikoprämie von Gold und der Stärke des US-Dollars abwägen. Der Dollarindex ist in dieser Woche bereits um rund 1,5 Prozent gestiegen.
Gleichzeitig legten die Renditen von Staatsanleihen zu, während stark steigende Energiepreise die Gefahr einer breiteren Inflation erhöhen.
Diese Entwicklung veranlasste Händler dazu, ihre Erwartungen an geldpolitische Lockerungen zu reduzieren. Zugleich führte ein breiter Ausverkauf an den Aktienmärkten am Dienstag dazu, dass einige Investoren Positionen liquidieren mussten, um Margin Calls in anderen Teilen ihrer Portfolios zu bedienen – was auch Gold und Silber unter Druck setzte.
Peter Kinsella, globaler Leiter der Devisenstrategie bei Union Bancaire Privée (UBP SA), bezeichnete die Bewegung im Goldmarkt als typische Phase der Risiko-Reduktion in Anlegerportfolios. „Es ist völlig konsistent mit dem, was wir in früheren Konflikten gesehen haben“, sagte er.

Marktpositionierung und Nachfrage
Daten der US-Terminmarktaufsicht Commodity Futures Trading Commission zeigen zudem einen deutlichen Rückgang optimistischer Wetten auf Gold. Die Netto-Long-Positionen von Fondsmanagern sind seit Ende Januar gefallen und nähern sich dem niedrigsten Niveau seit fast einem Jahrzehnt.
Nach Einschätzung von Kinsella könnte dieses relativ niedrige Niveau jedoch verhindern, dass der Goldpreis deutlich stärker fällt. „Das sollte das Ausmaß möglicher weiterer Rückgänge begrenzen“, sagte er.
Trotz der jüngsten Schwankungen bleibt die Entwicklung von Gold im laufenden Jahr stark. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um fast ein Fünftel gestiegen. Ende Januar erreichte das Edelmetall ein Rekordhoch von über 5.595 Dollar pro Unze. Kurzfristig könnte der Abwärtsdruck laut Bloomberg Television hingegen nochmal zunehmen.
Die Nachfrage wird weiterhin von anhaltenden geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten sowie Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve gestützt. Hinzu kommen nun neue Inflationsrisiken infolge steigender Energiepreise.
Gleichzeitig bleiben die Märkte nervös, da sich der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran auf die gesamte Region auswirkt. Israel griff Teheran am Dienstag mit einer neuen Welle von Angriffen an und traf Berichten zufolge auch ein Gebäude in der Stadt Qom, in dem iranische Geistliche über einen möglichen Nachfolger für den obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei beraten hatten, berichtete Kan News.
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr bestätigte den Angriff, erklärte jedoch, dass das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs nicht genutzt worden sei.
Inflation und Zinsrisiken
Kinsella erwartet dennoch eine Erholung des Goldpreises. Seiner Ansicht nach bleiben die langfristigen Treiber des Marktes unverändert. „Ich denke, wir werden definitiv eine Erholung bei Gold sehen“, sagte er. Ein unklarer Ausgang des Kriegs könnte die geopolitischen Risiken sogar stärker in den Fokus rücken als zuvor.
Allerdings könnten steigende Energiepreise auch ein Risiko für weitere Kursanstiege darstellen. Höhere Inflation könnte die US-Notenbank Fed und andere Zentralbanken dazu zwingen, die Zinsen länger hoch zu halten oder sogar wieder anzuheben.
Der Markt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent ein, dass die Federal Reserve in diesem Jahr mehr als eine Zinssenkung um jeweils 0,25 Prozentpunkte vornehmen wird. Noch am Freitag hatten Händler mehr als zwei Zinssenkungen erwartet.
Höhere Kreditkosten gelten als Belastungsfaktor für Gold, da es selbst keine Zinsen abwirft.
Um eine mögliche Energiekrise zu vermeiden, erklärte US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten würden Marineeskorten und Versicherungsgarantien bereitstellen, damit Öltanker und andere Schiffe sicher durch die Straße von Hormus fahren können.
Die Schifffahrtsbranche betrachtet diese Maßnahmen jedoch höchstens als teilweise Lösung. Der Verkehr durch die strategisch wichtige Meerenge – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports verläuft – ist aufgrund des Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen.
Am Markt legte der Spot Goldpreis um 1,7 % auf 5.170,64 Dollar je Unze zu (Stand: 8:57 Uhr in Frankfurt). Silber stieg um 3 % auf 85,01 Dollar, nachdem es in der vorherigen Sitzung um mehr als acht Prozent gefallen war. Auch Platin und Palladium gewannen jeweils rund drei Prozent.
FMW/Bloomberg
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Das ist immer dasselbe.
Auch der Silberpreis hat heute Morgen schon wieder um fast 4 % zugelegt.
Diejenigen, die Preise drücken, nutzen auch hinterher den günstigeren Einkauf.
Für physische Anleger vollkommen ungeeignet.
Physische Anleger profitieren von dem Anstieg der Preise über einen längeren Zeitraum.
Es ist auch entspannter.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Dass Preise aktiv und absichtlich gedrückt werden, halte ich ein wenig für eine vereinfachte Betrachtung. Ebenso, dass jeder Preisrückgang gleich mit Kartellbezug quittiert wird (machen viele in anderen Foren). Die Marktmechanismen hinter der CME sind extrem komplex. Ich beobachte dort seit längerem Lieferzahlen und frage mich, wo ist denn das verschwundene Open Interest hin? Klar z.T. ist der Großteil in den Mai-Kontrakt gewandert (Silber) aber es ging ja auch zurück. Im Februar wurden die ersten 1-2 Wochen große Liefermengen gepostet obwohl im OI kaum was da war und auch wenig Veränderung stattfand. Im Januar war irgendwie das gleiche Spiel. Ich werde nicht schlau draus, außer, dass hier ggf. aus dem Vormonat nachgemeldet wird/wurde. Wäre ja aber eigentlich ein anderer Kontraktmonat, weiß nicht ob das normal ist.
Bin gespannt wie sich das jetzt im März verhält. Mal die Monatlichen aufrufen und nach Silber suchen (5000er Kontrakt heißt pro Kontrakt 5000 Unzen):
https://www.cmegroup.com/solutions/clearing/operations-and-deliveries/nymex-delivery-notices.html
Ich stimme Dir zu. Das kurzfristige Gezappel sagt einem gar nichts. Die Backwardation zu China sagt vermutlich viel mehr. Ich finde es beachtlich, dass die Premiums bereits seit über Monaten Bestand haben und dass die CME ein Unterniveau hält und halten kann.
Preisdrückungen sind real und aus Sicht des Inhabers der Weltleitwährung logisch. JPMorgan wurde zu 920 Mio Strafe deswegen verurteilt, weil sie mit Spoofing den silberpreis nach unten manipuliert haben. Und wer ist JPMorgan? Unter anderem der Verwalter des SLV. Es ist schmerzhaft naiv, zu leugnen, dass das ganze Spiel gezinkt abläuft.
Daneben gibt es natürlich eine ganze Reihe von Manipulationen, die man formal nie als solche aburteilen wird. Z.B. wenn im dünnsten Markt große Anteile ganzer Jahresproduktionen via Papier leer verkauft werden. Es gibt nur einen rationalen Grund so vorzugehen: weil man den Preis senken will.
Oder die letzte Wochen verschwunden Longs in Silber. Das war sehr innovativ! Der Handel wurde aus „technischen Gründen“ für 90 Minuten ausgesetzt. In dieser Zeit hat man die Longhalter gefragt, wieviel sie wollen und nachdem sie verkauft hatten, der Handel wieder aufgenommen.
Hier wird gerade den Banken ermöglicht, aus der größten Manipulation der Geschichte gesichtswahrend und zu überlebensfähigen Bedingungen auszusteigen.
Ich kann nur empfehlen, diese Preisrückgänge zu kaufen, solange Silber unter 200$ steht.
@Felix
Ja die wurden verurteilt, lange her.
Und nein, es gibt mehr als einen rationalen Grund, der nennt sich Hedging. Das betreiben Produztenten, Händler…. Sie sichern damit Preise. Also ich meine den Leerverkauf an sich, warum die Preise niedriger sind an aln der SGE, deutlich niedriger, das ist die Kernfrage.
Der Futures-Markt steht eben in dem Spannungsfeld dieser Interessen und dem physischen Markt. Wenn zu viele dann auf den Lieferknopf drücken, kann es eng werden.
Für mich ist die Unterstellung, das sei Absicht, rein spekulativ und mit einem Urteil schwach begründet. Auch dass hier Regierungen den Preis drücken möchten ist irgendwie käsig. Silber steht auf der Liste der kritischen Mineralien in den USA und für diese ist wohl angedacht, sowohl Importzölle als auch Preisuntergrenzen festzulegen.
Noch mal, ich verstehe nicht, warum der Preis über Monate niedriger sein kann und warum das überhaupt so ist.
Warum sind die PReise in den USA für Silber niedriger als an der SGE?
Ich habe nur eine Antwort: Weil man an der SGE offenbar bereit ist mehr zu zahlen. Das ist für mich die logischste Antwort.
Natürlich ist die COMEX offiziell dafür gedacht, den Preis der eigenen Produktion abzusichern. Das wäre aber ein viel niedrigeres Volumen und würde ganz anders vollzogen werden, als in dem genannten Negativbeispiel.
ferner: es gab nicht nur ein Urteil. Es gibt Bücher die verschiedene Manipulationswege über Jahre hinweg beschrieben haben. Und es gab stets offizielle Stellen, die den Auftrag hatten, den Goldpreis im Lot zu halten. Es steht sozusagen „alles in der Zeitung“.
Es gibt demgegenüber aber auch das Bedürfnis vieler Menschen, an eine heile Welt zu glauben.
Richtig ist, dass sich das nun gewandelt hat. Man braucht Silber unbedingt und wird versuchen aus der Manipulation möglichst schadlos auszuschleichen.
Zu der Frage des höheren Preises: das ist der Preis für physisches Material. Der ist maßgeblich. Die Aktie von First Majestic Silver hat sich u.a. deswegen so gut entwickelt, weil der Chef schon immer die Politik verfolgt hat, sich nicht von der COMEX abhängig zu machen.
Zur Frage der Backwardation. Dafür gibt es im wesentlichen nur einen Grund: jemand braucht das Material sofort.
Und zur Logik: Wer in der Lage ist, an der einen Warenterminbörse zu kaufen, wird auch an der anderen kaufen können. Wenn er an einer mehr bezahlt, dann weil er das physische Material braucht und deswegen dort kauft, wo er davon ausgehen kann, es zu bekommen.
Die Schifffahrt wird sich in diesen Zeiten mit höheren Risiken abfinden müssen. Mehr als finanzielle Absicherung und Eskorte wird es nicht geben.
Vor 80+ Jahren hätten die Seeleute über die heutigen Risiken gelacht.
Es könnten Brückenköpfe gebildet werden, bedeutet aber langfristigen Einsatz inkl. Bodentruppen. Sollte tatsächlich ein Regime-Change stattfinden, kann die Kontrolle z.T. an hiesige Kräfte zurück gegeben werden.
Ich halte gezielte Bodentruppen für ziemlich wahrscheinlich, es hängt von der Sicherheitslage für diese ab, schätze ich. Da wird weder T noch die Militärs sinnlos Risiken eingehen wollen. Vielleicht aber erst nach den Zwischenwahlen. Ist aber andererseits noch so lange hin, dass man das auch recht zügig machen könnte. Kann mir nicht vorstellen, dass Kriegsschiffe hier dauerhaft ausreichen, sollten die Tanker in den Fokus der Verteidiger rücken. Gleiches sehe ich für die Nuklearanlagen. Die kann man aus der Luft alleine nicht sicher beherrschen, höchstens zerstören, was aber denke ich ebenfalls wegen Fallout etc. keine Option ist.
Also mir fallen da eine ganze Menge bösartiger Möglichkeiten ein. Je länger die Schiffe nicht fahren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, das einiges davon kommt. Das kann jetzt „Huntington“ werden.
Mit der Komplikation, dass die Schiiten derzeit alleine stehen und der Rest der arabischen Welt keinen Bock auf diese Faschisten hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass USA und Isral und ggf. weitere Interessensgruppen nicht in der Lage sind, die Meeresenge zu sichern.
Da patroullierten Schiffe, sind wohl schon weg. Das Gebiet ist angeblich vermient, kann geräumt werden. Dann bleiben noch Raketenangriffe vom Festland, viel mehr fällt mir da nicht ein. Und das ist eine Frage der Luftabwehr.
Großer Bär
Eine vollkommene Sicherheit wird es nicht geben. Die heutige Waffentechnologie gibt wenigen einzelnen Männer (wegen mir auch Frauen) so viele Möglichkeiten, die kann man nicht völlig unterbinden. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man es mit Eiferern zu tun hat.
Ich sehe eher die Notwendigkeit, sich mit diesen Risiken abzufinden. Wenn eine Besatzung dass nicht kann oder nicht will, wird sie eben ausgeflogen und es kommt eine andere, die es durchzieht.
Es tun sich Möglichkeiten auf für Jungs die Abenteuerluft schnappen wollen.