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Gold/Silber

Goldpreis im Fokus der Börsianer: das Beste kommt erst noch

Hannes Zipfel

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am

Gold Barren Beispielfoto

Das gelbe Edelmetall findet mehr und mehr Einzug in die Portfolios institutioneller und privater Anleger. Die Motive der Marktteilnehmer sind vielfältig, doch eines eint sie alle: die unkalkulierbaren Folgen der sich fortsetzenden unkonventionellen Geldpolitik, die den Goldpreis nach oben ziehen.

Der Goldpreis ist eine Versicherung mit jährlicher Rendite

Umso mehr sich die Aktienmärkte von ihren fundamentalen Ankern lösen und in unerforschte Bewertungsterritorien vordringen, umso größer wird das Bedürfnis der Marktteilnehmer, sich gegen Rückschläge oder gar einen Crash abzusichern. In der Vergangenheit hat diese Strategie bereits sehr gut funktioniert. Eine Beimischung von Gold stabilisierte aktienlastige Portfolios in Phasen deutlicher Preiskorrekturen von Dividendentiteln. Läuft es dann in Phasen ausgeprägter Aktienhaussen schlechter beim Gold, bleibt die Gesamtrendite auf längere Sicht dennoch positiv, da sich beide Anlage-Klassen in einem langfristigen Aufwärtstrend befinden. Der angenehme Effekt ist jedoch eine Glättung der Wertentwicklung, wie ich bereits am Beispiel des Cantillon-Portfolios gezeigt habe (Link zum Strategie-Video mit anschaulichen Erläuterungen). Für Anleger im Euroraum hat der Goldpreis übrigens, anders als der deutsche Leitaktienindex DAX Performance Index, bereits ein neues Allzeithoch erreicht, obwohl das gelbe Edelmetall keine Dividenden thesauriert. So viel zum Thema der Alternativlosigkeit von Aktien.

Ein Blick auf die längerfristigen jährlichen Renditen von Gold zeigt Erstaunliches: In den letzten 20 Jahren belief sich die durchschnittliche Rendite von Gold auf 9,7 Prozent – mit nur 6 negativen Jahren (70 Prozent der Zeit positive Jahresrenditen). Bei einer Haltedauer von mindestens 12 Monaten (z. B. via XETRA-Gold) sind diese Renditen aus einem steigenden Goldpreis zudem steuerfrei – anders als bei Aktiengewinnen, deren Gewinne nach der Realisierung noch versteuert werden müssen.

Goldpreis in Euro in Relation zum Dax

Neben privaten Anlegern zählen auch Notenbanken zu den aktivsten Käufern

Die Marktteilnehmer mit dem intimsten Insiderwissen bezüglich des Zustands unseres weltweiten Geldsystems, die Zentralbanker, kauften im letzten Jahr im Rekordvolumen physisches Gold. Zwar liegen bislang nur die Daten bis zum Ende des dritten Quartals 2019 vor, die eine signifikante Steigerung gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres 2018 zeigen, aber die Analysten des World Gold Council prognostizieren auch für das Gesamtjahr 2019 einen neuen Kaufrekord. Dabei hatten die weltweiten Notenbanken schon im Jahr 2018 netto Rekordvolumina an Gold akkumuliert. Diese de facto Insiderkäufe sollte man nicht als prozyklischen Irrtum der Notenbanker abtun, sondern als gesunden Selbsterhaltungstrieb der Geldbürokraten.

Eine Umkehr der Geldpolitik ist nicht mehr möglich – im Gegenteil

Nimmt man Japan als Blaupause für die Zukunft westlicher Volkswirtschaften, allen voran Europa, dann gibt es für die kommenden Jahre auch kein Entrinnen aus der Spirale aus sinkenden Realzinsen und steigenden Ankaufvolumina von Schuldpapieren durch die Zentralbanken (QE-Programme). Zu schwer wiegt die bereits historisch hohe und weiter wachsende globale Schuldenlast. Diese weltweite Schuldenlast knackte im letzten Jahr erneut historische Rekorde zu Friedenszeiten. Die Gesamtverschuldung stieg auf über 250 Billionen US-Dollar, was ca. 322 des globalen BIP entspricht. Die Schulden der Schwellenländer überstiegen 72 Billionen US-Dollar oder 223 Prozent des BIP, während die Schulden der Industrieländer 180 Billionen US-Dollar überstiegen, also über 383 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Fazit und nüchterner Ausblick

Mittlerweile ist es unter Ökonomen und Finanzmarkttheoretikern unstrittig, dass die Zinsen bis auf Weiteres historisch niedrig bleiben und real betrachtet sogar noch tiefer in den negativen Bereich abtauchen werden. Gleichzeitig gibt es kein Entrinnen aus dem bereits seit über einem Jahrzehnt (in Japan noch länger) geschaffenen Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Alimentierung der Staaten durch die Notenpresse (indirekt via Geschäftsbanken). Am Ende steht das gesamte „moderne“ Geldsystem zur Disposition. Immerhin handelt es sich um ein Experiment, bei dem erstmals in der Geschichte der Menschheit sämtliche gesetzliche Zahlungsmittel weltweit beliebig vermehrbare Fiat-Währungen darstellen.

Bereits in der Geschichte gibt es von John Law (Gründer der ersten Zentralbank Europas) bis zu Simbabwe unzählige Beispiele gescheiterter Fiat-Währungen. Bereits der Philosoph und Aufklärer François-Marie Arouet (Voltaire) wusste: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – null.“ Als Back-Up-Geld fungierten in der Vergangenheit entweder der US-Dollar oder Gold. Da die Weltleitwährung Dollar heute aber nicht nur Bestandteil des globalen Fiat-Geld-Experiments ist, sondern ihr alles dominierendes Zentrum darstellt, bleibt am Ende als Backup-Geld für den Fall der Fälle primär Gold (neben Silber und Platin). Das ist auch der Grund, warum sich Zentralbanken im vergangenen Jahr mit Rekordvolumina an Gold eindeckten und auch deshalb wird der Goldpreis in Zukunft signifikant angestiegen – mit wieder zunehmender Amplitude im Zeitverlauf.

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Blick auf Indizes, und bei Gold ganz genau hingucken!

Rüdiger Born

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Im folgenden Video blicke ich direkt am Chart auf die aktuellen Bewegungen in den Indizes. Und bei Gold, da sollte man derzeit ganz genau hinschauen. Vorsicht, die Goldpreis kann noch weiter abrutschen.

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Devisen

Goldpreis fällt weiter – Experte bringt das Problem auf den Punkt

Claudio Kummerfeld

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Gold Barren mit Adler und US-Dollar

Der Goldpreis fällt weiter. Dank immer neuer hoffnungsfroher Meldungen wegen den Corona-Impfstoffen nimmt die Euphorie der Anleger immer mehr zu, und sie schalten um in den Risk On-Modus (hier die Begriffserklärung). Man schaltet um, weg von sicheren Häfen wie Gold, und kauft wieder risikoreichere Anlageklassen wie Aktien. Vor genau einer Woche notierte der Goldpreis noch bei 1.868 Dollar. Letzten Freitag Abend waren es dann nur noch 1.786 Dollar, und jetzt aktuell 1.774 Dollar.

US-Dollar kann Goldpreis nicht helfen

Seit Wochen und Monaten war es wie eine Automatismus. Bewegte sich der US-Dollar etwas, zack, bewegte sich der Goldpreis sofort entgegengesetzt. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird (wie auch Gold), tendiert im Preis oft in der Tendenz gegensätzlich. Diese negative Korrelation war bei Gold die letzten Monate extrem stark vorhanden. Seit einigen Tagen aber ist davon gar nichts mehr zu spüren. Wir wiesen bereits letzte Woche darauf hin. Und nicht nur letze Woche fiel der US-Dollar deutlich. Auch diese Woche fällt er weiter. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) fällt weiter, seit genau einer Woche von 92,60 auf jetzt 91,62 Indexpunkte. Aber der Goldpreis will einfach überhaupt nicht reagieren und ansteigen.

Experte bringt es auf den Punkt

Der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank bringt es mit seiner erst vor wenigen Minuten veröffentlichten Gold-Analyse auf den Punkt. „Nicht mal ein schwacher Dollar kann Gold helfen“, so lautet der Titel seiner Analyse. Der angesprungene Risk On-Modus (Sog hin zu Aktien) scheint derart stark zu sein, dass wie gesagt selbst der immer weiter fallende US-Dollar dem Goldpreis derzeit keine Kehrtwende beschert. Durch den Bruch der wichtigen Unterstützung bei 1.800 Dollar am Freitag habe sich das charttechnische Bild für Gold nochmals eingetrübt, was weitere kurzfristig orientierte Anleger zum Ausstieg veranlasst haben dürfte, so seine Worte. Die letzte Woche verlor Gold 4,5 Prozent an Wert, womit es nur knapp am stärksten Wochenverlust seit März vorbeischrammte. Den heute zu Ende gehenden Monat November dürfte der Goldpreis mit dem stärksten Verlust seit vier Jahren abschließen. Die aktuelle Schwäche von Gold sei umso bemerkenswerter, weil der US-Dollar ebenfalls zur Schwäche neigt, so Carsten Fritsch.

Der EUR-USD-Wechselkurs nähere sich laut seinen Aussagen der Marke von 1,20, die zuletzt Anfang September erreicht wurde. Die Mischung aus Goldpreis-Schwäche und Dollarschwäche lasse den Goldpreis in Euro abstürzen. Dieser verzeichnete am Morgen mit 1.475 Euro je Feinunze den niedrigsten Stand seit Anfang April. Angesichts der seither durch die Anleihekäufe verursachten Ausweitung der EZB-Bilanzsumme um 1,7 Billionen Euro sei dies geradezu grotesk. Auch dass derzeit Anleihen mit einem Rekordvolumen von knapp 17,5 Billionen US-Dollar mit einer negativen Rendite handeln, verhindere den Preisverfall nicht. Somit falle es schwer, diesen Ausverkauf noch mit fundamentalen Argumenten zu erklären.

ETF-Abflüsse

Das Vertrauen in Gold habe laut Carsten Fritsch dadurch stark gelitten, was sich in anhaltenden Abflüssen aus den Gold-ETFs widerspiegelt. Mit dem für Freitag gemeldeten Abfluss hätten sich diese in der letzten Woche auf rund 40 Tonnen und in den letzten drei Wochen auf gut 90 Tonnen summiert. Also, bleibt es erstmal bei der Schwäche im Goldpreis? Unerwartet für viele Beobachter! Geht es weiter bergab, wenn die ersten Bilder von Corona-Impfungen im Dezember über die Schirme flimmern?

Beim Klick an dieser Stelle finden Sie die gestrige sehr interessante Gold-Analyse des Experten Mario Steinrücken.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in US-Dollar seit Mai
Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf in US-Dollar seit Mai.

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Gold/Silber

Goldpreis – jetzt aufwachen!

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Ein Stapel Barren aus Gold

Nachdem Markus Fugmann im Marktgeflüster am Freitag auf die Schwäche im Goldpreis eingegangen ist, möchte ich die Edelmetalle aus charttechnischer Sicht unter die Lupe nehmen.

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Goldpreis – der Trend ist intakt, kurzfristige Schwäche nutzen

Im langfristigen Chartbild befindet sich der Goldpreis weiterhin im Aufwärtstrend. Die wichtigsten Unterstützungen liegen zwischen 1.670 bis 1.800 USD. Denn solange sich der Goldpreis über diesem Niveau aufhält, können wir weiterhin von einem langfristig starken Markt sprechen. Erst bei Kursen unter diesem Auffangniveau trübt sich meine bislang bullische Stimmung ein. Denn je tiefer der Goldpreis fällt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Trendfortsetzung mit neuen Höchstständen.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf mit Charttechnik

Entsprechend gilt es jetzt auf Zeichen einer Bodenbildung zu achten. Für eine langfristige Positionierung ist ein gestaffelter Einstieg im aktuell angelaufenen Unterstützungsniveau sehr interessant.

Silberpreis steuert wichtige Unterstützung an

Im Silberpreis wurde das letzte Verlaufstief vom 24. September 2020 bislang nicht unterschritten. Die Chancen stehen aktuell auch gar nicht so schlecht, dass diese Unterstützung auch der aktuellen Verkaufswelle standhält. Denn aus technischer Sicht dürften die aktuellen Verkäufer zwischen 19,00 und 22,00 USD auf eine Wand an Kauforders treffen. Seit 2014 hat sich der Silberpreis an diesem Niveau den Kopf gestoßen. Nach dem Ausbruch im Juli, ist dieser alte Widerstand zu einer sehr markanten Unterstützung geworden.

Chart zeigt Silberpreis-Verlauf

Minenaktien – der Hebel zum Goldpreis

Schauen Sie sich auch das Video an und erfahren, welche Minenaktien aktuell einen näheren Blick wert sind!

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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