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Goldpreis im Fokus der Börsianer: das Beste kommt erst noch

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Gold Barren Beispielfoto

Das gelbe Edelmetall findet mehr und mehr Einzug in die Portfolios institutioneller und privater Anleger. Die Motive der Marktteilnehmer sind vielfältig, doch eines eint sie alle: die unkalkulierbaren Folgen der sich fortsetzenden unkonventionellen Geldpolitik, die den Goldpreis nach oben ziehen.

Der Goldpreis ist eine Versicherung mit jährlicher Rendite

Umso mehr sich die Aktienmärkte von ihren fundamentalen Ankern lösen und in unerforschte Bewertungsterritorien vordringen, umso größer wird das Bedürfnis der Marktteilnehmer, sich gegen Rückschläge oder gar einen Crash abzusichern. In der Vergangenheit hat diese Strategie bereits sehr gut funktioniert. Eine Beimischung von Gold stabilisierte aktienlastige Portfolios in Phasen deutlicher Preiskorrekturen von Dividendentiteln. Läuft es dann in Phasen ausgeprägter Aktienhaussen schlechter beim Gold, bleibt die Gesamtrendite auf längere Sicht dennoch positiv, da sich beide Anlage-Klassen in einem langfristigen Aufwärtstrend befinden. Der angenehme Effekt ist jedoch eine Glättung der Wertentwicklung, wie ich bereits am Beispiel des Cantillon-Portfolios gezeigt habe (Link zum Strategie-Video mit anschaulichen Erläuterungen). Für Anleger im Euroraum hat der Goldpreis übrigens, anders als der deutsche Leitaktienindex DAX Performance Index, bereits ein neues Allzeithoch erreicht, obwohl das gelbe Edelmetall keine Dividenden thesauriert. So viel zum Thema der Alternativlosigkeit von Aktien.

Ein Blick auf die längerfristigen jährlichen Renditen von Gold zeigt Erstaunliches: In den letzten 20 Jahren belief sich die durchschnittliche Rendite von Gold auf 9,7 Prozent – mit nur 6 negativen Jahren (70 Prozent der Zeit positive Jahresrenditen). Bei einer Haltedauer von mindestens 12 Monaten (z. B. via XETRA-Gold) sind diese Renditen aus einem steigenden Goldpreis zudem steuerfrei – anders als bei Aktiengewinnen, deren Gewinne nach der Realisierung noch versteuert werden müssen.

Goldpreis in Euro in Relation zum Dax

Neben privaten Anlegern zählen auch Notenbanken zu den aktivsten Käufern

Die Marktteilnehmer mit dem intimsten Insiderwissen bezüglich des Zustands unseres weltweiten Geldsystems, die Zentralbanker, kauften im letzten Jahr im Rekordvolumen physisches Gold. Zwar liegen bislang nur die Daten bis zum Ende des dritten Quartals 2019 vor, die eine signifikante Steigerung gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres 2018 zeigen, aber die Analysten des World Gold Council prognostizieren auch für das Gesamtjahr 2019 einen neuen Kaufrekord. Dabei hatten die weltweiten Notenbanken schon im Jahr 2018 netto Rekordvolumina an Gold akkumuliert. Diese de facto Insiderkäufe sollte man nicht als prozyklischen Irrtum der Notenbanker abtun, sondern als gesunden Selbsterhaltungstrieb der Geldbürokraten.

Eine Umkehr der Geldpolitik ist nicht mehr möglich – im Gegenteil

Nimmt man Japan als Blaupause für die Zukunft westlicher Volkswirtschaften, allen voran Europa, dann gibt es für die kommenden Jahre auch kein Entrinnen aus der Spirale aus sinkenden Realzinsen und steigenden Ankaufvolumina von Schuldpapieren durch die Zentralbanken (QE-Programme). Zu schwer wiegt die bereits historisch hohe und weiter wachsende globale Schuldenlast. Diese weltweite Schuldenlast knackte im letzten Jahr erneut historische Rekorde zu Friedenszeiten. Die Gesamtverschuldung stieg auf über 250 Billionen US-Dollar, was ca. 322 des globalen BIP entspricht. Die Schulden der Schwellenländer überstiegen 72 Billionen US-Dollar oder 223 Prozent des BIP, während die Schulden der Industrieländer 180 Billionen US-Dollar überstiegen, also über 383 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Fazit und nüchterner Ausblick

Mittlerweile ist es unter Ökonomen und Finanzmarkttheoretikern unstrittig, dass die Zinsen bis auf Weiteres historisch niedrig bleiben und real betrachtet sogar noch tiefer in den negativen Bereich abtauchen werden. Gleichzeitig gibt es kein Entrinnen aus dem bereits seit über einem Jahrzehnt (in Japan noch länger) geschaffenen Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Alimentierung der Staaten durch die Notenpresse (indirekt via Geschäftsbanken). Am Ende steht das gesamte „moderne“ Geldsystem zur Disposition. Immerhin handelt es sich um ein Experiment, bei dem erstmals in der Geschichte der Menschheit sämtliche gesetzliche Zahlungsmittel weltweit beliebig vermehrbare Fiat-Währungen darstellen.

Bereits in der Geschichte gibt es von John Law (Gründer der ersten Zentralbank Europas) bis zu Simbabwe unzählige Beispiele gescheiterter Fiat-Währungen. Bereits der Philosoph und Aufklärer François-Marie Arouet (Voltaire) wusste: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – null.“ Als Back-Up-Geld fungierten in der Vergangenheit entweder der US-Dollar oder Gold. Da die Weltleitwährung Dollar heute aber nicht nur Bestandteil des globalen Fiat-Geld-Experiments ist, sondern ihr alles dominierendes Zentrum darstellt, bleibt am Ende als Backup-Geld für den Fall der Fälle primär Gold (neben Silber und Platin). Das ist auch der Grund, warum sich Zentralbanken im vergangenen Jahr mit Rekordvolumina an Gold eindeckten und auch deshalb wird der Goldpreis in Zukunft signifikant angestiegen – mit wieder zunehmender Amplitude im Zeitverlauf.

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Aktienmärkte, Goldpreis, Ölpreis: Achten Sie auf diese Termine!

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Großbanken mit Sitz in New York beeinflussen die Aktienmärkte

Die Aktienmärkte stehen diese Woche ganz im Fokus der beginnenden Quartalssaison. Zwar “nervt” das Coronavirus immer weiter mit den steigenden Infektionszahlen, aber nach Freitag hört man auch heute positive Nachrichten von der Medikamentenfront. Das gibt Dax, Dow und Co ordentlich Munition für höhere Kurse. Aber in erster Linie steigt man wohl in freudiger Erwartung, dass die (extrem niedrigen) Erwartungen an die Quartalszahlen übertroffen werden sollten! Und zack, die Aktienmärkte können noch weiter steigen? Und da wären wir auch schon beim Ölpreis. Bessere Daten, damit eine angeblich bessere Konjunkturlage, mehr Nachfrage nach Öl. Und zack, auch rauf mit dem Ölpreis? Und der Goldpreis? Wir sprachen vorhin schon darüber. Gold könnte diese Woche und auch die Tage danach leiden, wenn der Risikoappetit der Anleger stark zunimmt (Risk On), weil die Erwartungen wundersamerweise reihenweise übertroffen werden.

Aktienmärkte warten auf Signal der US-Banken

Die Aktienmärkte schauen ab morgen ganz genau auf die US-Banken. Geben Sie das “richtige Signal”, kann die Hausse weitergehen, und der Goldpreis könnte darunter leiden! Denn der Markt könnte ein Überschreiten der niedrig angesetzten Gewinnerwartungen als genau das richtige Signal ansehen, dass die Risiken erhöht werden können (verstärkt in Aktien gehen), und Gold als Sicherer Hafen gemieden werden kann. Also, auch bitte Augen auf beim Goldpreis! Morgen Mittag ist es soweit, und wir werden über die wichtigsten Banken dann umgehend berichten. Hier die Tage und Uhrzeiten (MEZ) der Veröffentlichungen.

JP Morgan: Dienstag 12:55 Uhr
Wells Fargo: Dienstag 13:55 Uhr
Citigroup: Dienstag 14:00 Uhr
Goldman Sachs: Mittwoch 13:20 Uhr
Bank of America: Donnerstag 12:45 Uhr

Ölpreis ohne klare Richtung – Warten auf Mittwoch

Mit aktuell 40,18 Dollar pendelt der WTI-Ölpreis jetzt knapp über der 40 Dollar-Marke. Eine recht unklare Veranstaltung ist das derzeit! Natürlich gibt es morgen Abend um 22:30 Uhr wie jede Woche die API-Daten für die Öl-Lagerbestände aus den USA, und Mittwoch um 16:30 Uhr die staatlichen Lagerdaten aus den USA. Aber diese Woche steht beim Thema Öl das “JMMC” im Mittelpunkt. Dieses Kontrollgremium der OPEC bespricht am Mittwoch, ob wie im April bereits vereinbart die Fördermengenkürzung der OPEC und ihrer Partner von 9,7 Millionen Barrels pro Tag auf 7,7 Millionen Barrels pro Tag sinken kann. Ab Anfang August bis Jahresende würde diese Regelung dann in Kraft sein. So wie es derzeit aussieht bei all den Vorab-Aussagen und Gerüchten, wird die Reduzierung der Kürzungsmenge wohl wie geplant umgesetzt werden. Wird das Druck auf den Ölpreis ausüben? Mehr Fördermenge, sinkender Ölpreis?

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Gold: Step by Step – geht der Aufwärtstrend weiter?

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Step by Step! Gold bewegt sich im Schleichschritt seinem prognostizierten Ziel, dem großen 1.62-Retracement (1.852 USD) zu. Mit dieser Performance untermauert das Edelmetall eindrucksvoll die bekannte These, welcher folgend die Schritte am Ende der Fahnenstange immer kleiner werden. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer! Denn hinter dem seit Monaten laufenden Aufwärtstrend versteckt sich nicht mehr und auch nicht weniger als eine ausgewachsene Korrektur! Der Langzeitchart zeigt meine diesbezügliche Sichtweise auf.

Ausblick für Gold

Gold steht unmittelbar vor dem kleinen 1.62-Retracement bei 1.828 US-Dollar. An den folgenden Tagen wird der Trend diesen Widerstand beim Edelmetall erreichen und erst dann eine kleine Korrektur in die Wege leiten. Viel ist von dieser Korrektur nicht zu erwarten. Im Chart habe ich diese Bewegung bereits dargestellt. Da es sich um Welle (iv) handelt, erwarte ich den Abverkauf bis nahe an die 0.38-Unterstützung (aktuell 1.773 USD) heran. Wesentlich stärker sollte sich (iv) nicht in Szene setzen. Massive Unterstützung erfährt dieses Bild zusätzlich durch die auf gleichem Niveau liegende untere Trendlinie.

Nach Abschluss von (iv) wird sich Gold, im Rahmen der Ausbildung von Welle (v), wieder aufrichten und bis zur 1.62-Linie (1.852 USD) laufen. Das im Chart dargestellte deutliche Überschießen, stellt keine Regelverletzung dar, vielmehr ein sehr typisches Verhalten. Nach Abschluss von (v) und gleichbedeutend der großen (c), wird sich das Blatt wenden. Größere Gefahren stellen sich sofort durch einen eventuellen Bruch der 0.62-Unterstützung (1.746 USD) ein.

Fazit

Der Aufwärtstrend bei Gold ist weiterhin ungebrochen. Damit bleibt das bisherige Signal immer noch aktiv. Von einer erneuten Positionierung rate ich indes ab. Signale: Übersichtstabelle.

Chart zeigt Preisverlauf bei Gold mit Charttechnik-Indikatoren

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Goldpreis über 1.800 Dollar – wird das eine schwierige Woche?

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich aktuell robust mit 1.807 Dollar. Eigentlich ein gutes Zeichen! Noch am Donnerstag ging es für Gold von 1.820 Dollar runter auf 1.800 Dollar Freitag früh, in Eintracht mit dem Aktienmarkt. Und dann Freitag Abend fiel Gold bis auf 1.796 Dollar. Und jetzt übers Wochenende, da kann der Goldpreis seine Stabilität zeigen mit Kursen über 1.800 Dollar, und das trotz der Aktienmärkte, die seit Freitag Mittag spürbar am Steigen sind. Wie ist die aktuelle Lage, und was wird diese Woche passieren?

Goldpreis vor schwieriger Woche

Zunächst muss man sagen: Stützend für den Goldpreis wirkt neben den immer weiter steigenden Corona-Zahlen (alleine 66.000 neue Fälle in den USA nur am letzten Freitag), dass sich der US-Dollar seit zwei Wochen in einem Abwärtstrend befindet. Auch wenn es in Wellen abwärts geht. Aber wer sich den US-Dollar-Index (Währungskorb) seit Ende Juni anschaut, sieht den immer weiter schwächelnden US-Dollar. Das hilft dem Goldpreis.

Aber wie schon erwähnt. Seit Freitag Mittag steigen die Aktienmärkte. Auslöser dafür war die Meldung von Gilead Sciences am Freitag, dass man Fortschritte bei Remdesivir macht im Kampf gegen das Coronavirus. Da sind all die Neuinfizierten egal? Die Aktien steigen einfach dank der Medikamenten-Hoffnung. Der Dow Jones hat alleine seit Freitag um 14 Uhr bis jetzt mehr als 700 Punkte gewonnen. Bis jetzt konnte sich das Edelmetall, das als Fluchthafen in unsicheren Zeiten gilt, gegen die steigenden Aktienkurse “wehren”. Aber möglicherweise (wer kann es schon mit Bestimmtheit sagen?) könnte der Goldpreis im Laufe dieser Woche einen Schwächeanfall erleiden.

Berichtssaison kann Gold schwächen

Denn ab morgen beginnt die US-Berichtssaison. Morgen Mittag fangen die großen US-Banken an ihre Quartalszahlen zu melden. In den Tagen danach folgen all die großen Industrie- und Tech-Konzerne (hier der aktuelle Bericht von Wolfgang Müller zur beginnenden Quartalssaison). Man darf gerade in Corona-Zeiten eine Methodik aussprechen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten an der Wall Street angewendet wird, und die sich jetzt negativ auf den Goldpreis auswirken könnte. Oft sind Erwartungen an Unternehmenszahlen so drastisch reduziert worden, dass die Unternehmen diese gesenkten Erwartungen locker übererfüllen. Dann, so kann es auch diesen Monat passieren, werden womöglich in den nächsten Tagen die Börsianer jubeln, weil die Konzerne doch “besser da stehen” als erwartet in dieser Rezession.

Und zack, die Aktien haussieren weiter? Heute scheinen die Märkte diese Euphorie vorab auch schon mal auszuleben. Es kann passieren, dass der Goldpreis sich diesem Sog nicht entziehen kann, und erstmal schwächelt. Wer braucht schon Sicherheit, wenn die Risikoanlagen super laufen? Natürlich kann man im großen Bild weiterhin viel Potenzial für Gold sehen, wegen der abgeschafften Zinsen, Staatsverschuldung und Notenbanken-Druckerpressen-Orgien, und das weltweit. Aber die nächsten Tage und Wochen, da könnte der Aktienmarkt einen auf “Positiv überrascht” machen bei den herein trudelnden Quartalszahlen, was Gold abschwächen könnte, kurzzeitig.

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten dreißig Tage
Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Bisher ein robuster Aufwärtstrend.

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