Gold/Silber

Goldpreis in der Achterbahn – Experten nennen Gründe – Vorsicht!

Mehrere Barren Gold

Was ist denn bitte schön hier los? Der Goldpreis befindet sich in einer brutalen Achterbahn. Gestern konnte Gold gut nachvollziehbar ansteigen von 1.914 Dollar auf 1.974 Dollar in der Spitze. Dann aber stürzte der Markt ab Mittags bis Abends brutal in den Keller auf 1.880 Dollar im Tief – bis jetzt hat sich der Goldpreis zwar wieder etwas erholt auf 1.899 Dollar – aber die Gewinne von gestern Vormittag sind weg. Wie kann das sein?

Ukraine-Krieg und per saldo kein Anstieg im Goldpreis – was ist hier los?

Der russische Angriff auf die Ukraine trieb gestern früh den Goldpreis hoch – denn die logische Flucht in den „Sicheren Hafen“ namens Gold lief. Aber warum kam dann der Absturz? Nachmittags erholten sich die Aktienmärkte deutlich (wir besprachen dies heute früh bereits im Videoausblick). Offenbar konnten die Anleger dann wieder zurück fliehen vom sicheren Hafen hin zu Risikoanlagen. Aber gerade bei so einem dramatischen Ereignis bleibt man als Beobachter doch recht ratlos zurück. Müsste der Kapitalmarkt so ein Ereignis nicht kräftig einpreisen, anstatt nach ein paar Stunden zurückzukehren zum Alltag?

Experten nennen Gründe für Absturz bei Gold

Schauen wir, ob uns Analysten aus der Patsche helfen können. Daniel Briesemann von der Commerzbank nennt mögliche Gründe für diesen überraschenden Rückgang im Goldpreis. Möglicherweise mussten seiner Meinung nach einige Investoren Gold verkaufen, um Verluste in anderen Asset-Klassen aufzufangen (FMW: Margin Calls bei Öl und Aktien?). Eventuell würden die von den USA, der EU und Großbritannien verhängten Sanktionen gegen Russland auch als nicht stark genug interpretiert. Und vielleicht würden hinter dem Preisrückgang bei Gold auch Spekulationen stecken, dass die russische Zentralbank Gold verkaufen muss, um die Wirtschaft zu stützen.

Die Experten der Saxo Bank erwähnen heute in ihrer Gold-Analyse ebenfalls den herben Absturz im Goldpreis um fast 100 Dollar, nachdem er zuvor ein 17-Monats-Hoch erreicht hatte. Die Kombination aus einem stark überkauften Markt, dem vor der 2.000 Dollar-Marke der Schwung ausging, der Befürchtung dass Russland Gold verkaufen müsste um den Rubel zu stützen, und den Sanktionen von Präsident Biden, deren Auswirkungen den Markt nicht überzeugten, habe dazu beigetragen, dass der Umschwung bei Gold durch den Abverkauf von Rohöl und Anleihen und die Erholung des Aktienmarktes ausgelöst wurde.

Vorsicht ist geboten!

Meine Meinung: Vorsicht ist geboten! Die Lage in der Ukraine ist äußerst unübersichtlich, und die russischen Truppen sind weiter auf dem Vormarsch. Der Goldpreis kann nun jederzeit wieder einen kräftigen Sprung nach oben hinlegen, wenn institutionelle Anleger (und deren Computerprogramme) wieder die Meinung ändern und ruckartig umschichten hin zum „Sicheren Hafen“ Gold. Dies sehen auch die Analysten so. Auch wenn Daniel Briesemann mögliche Erklärungen für den Absturz im Goldpreis finden konnte – die Lage in der Ukraine habe sich seiner Kenntnis nach aber nun mal nicht entspannt – und er finde es schwierig Gründe für den jüngsten Preisrückgang zu finden. Man halte es bei der Commerzbank für möglich, dass es in den nächsten Tagen einen neuerlichen Anstieg im Goldpreis gibt – vor allem dann, wenn die Lage in der Ukraine weiter eskaliert.

Auch die Saxo Bank sieht „nach wie vor große Risiken“ – und nachdem der Goldpreis bei 1.880 Dollar – dem Novemberhoch – Unterstützung gefunden hatte, habe Gold begonnen wieder etwas an Boden zu gewinnen. Angesichts der aktuellen Situation in der Ukraine sei mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen. Aber eine länger anhaltende hohe Inflation und ein sich verlangsamendes Wachstum seien die beiden Hauptgründe, warum Saxo an dem Glauben an höhere Goldpreise in diesem Jahr festhält.

Grafik zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit Mittwoch Kursverlauf im Goldpreis seit Mittwoch.



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