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Gold/Silber

Goldpreis in der Coronavirus-Krise: Eine Entwicklung wie 2008?

Hannes Zipfel

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Gold Barren Beispielfofo

Folgt auf den aktuellen Rückzug der Liquidität die große Tsunamiwelle durch die Notenbanken wie im Jahr 2008? Der Goldpreis ging damals nach einem temporären Einbruch förmlich durch die Decke. Wird sich diese Entwicklung wiederholen?

Wiederholt der Goldpreis das Muster von 2008?

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich (Markt Twain). Die aktuelle Situation beim Goldpreis erinnert sehr stark an die Entwicklung während der Lehman-Krise. Die Panik an den Märkten führte damals wie heute zu einer temporären Austrocknung der Liquidität und riss Gold zunächst mit nach unten. Da jedoch die Stabilität des gesamten Finanzsystems zur Disposition stand, war absehbar, dass die Zentralbanken mit aller Macht gegensteuern würden. Mit welchen unkonventionellen Mitteln dies dann geschehen würde, war am 15. September 2008, dem Tag der Lehman-Pleite, noch nicht absehbar. Ebenso wenig wie die globalen Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Im Nachhinein muss man klar konstatieren, dass der temporäre Einbruch beim Goldpreis im Jahr 2008 bei Preisen von im Schnitt 830 US-Dollar pro Unze eine Kaufgelegenheit war.

Goldpreis Verlauf während der Lehman-Krise

Momentan notiert der Goldpreis in US-Dollar fast doppelt so hoch bei ca. 1.600 US-Dollar pro Unze. Auch jetzt ist bereits absehbar, dass die Notenbanken, wie in China schon geschehen, massiv intervenieren werden, um das sich gerade auftuende Liquiditätsloch an den Märkten wieder zu stopfen. Sobald diesbezügliche Maßnahmen verlautbart werden, wird der Goldpreis seine aktuelle Korrektur beenden und sich erneut in Richtung neuer zyklischer Höchststände bewegen. Das lehrt zumindest die Erfahrung aus der Lehman-Krise.

Der aktuelle Kursverlauf im Goldpreis

Geldschwemme und negative Realzinsen

Darüber hinaus wird die US-Notenbank spätestens bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 18. März die Zinsen zum vierten Mal in diesem Zyklus senken. Die Wahrscheinlichkeit dafür sehen die Märkte mittlerweile bei 100 Prozent. Dabei wird nicht nur ein normaler Zinsschritt erwartet, sondern mit einer Wahrscheinlichkeit von mittlerweile 43 Prozent sogar ein großer Zinsschritt in Höhe von 50 Basispunkten.

Für April und Juni werden weitere Zinsschritte vom Markt erwartet, sodass auch die Zinsen in den USA bereits im ersten Halbjahr nur noch eine Null vor dem Komma aufweisen werden. Da die Teuerungsrate (offizielle Inflation) schon jetzt deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegt, wird sich der Realzins noch weiter ins negative Terrain bewegen. Auch das ist sehr positiv für das zinslose Gold.

Die systemischen Risiken nehmen zu

Die Risiken für das Finanzsystem und die Realwirtschaft steigen aktuell stark an und zwingen die Notenbanken zu einer noch aggressiveren Politik. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die globale Verschuldung ist im Vergleich zu 2008 um das doppelte angestiegen. Die Nullzinspolitik der letzten Dekade hat viele Millionen Firmen weltweit zu Zombifirmen mutieren lassen. Die Schuldenkrise in den Schwellenländern flammte gerade wieder auf und wird sich im Zuge des nun kommenden Wirtschaftseinbruchs noch verstärken. Die BBB-Schuldenbombe bei den Unternehmensanleihen droht ebenfalls zu zünden, wie die Bankenbombe in Europa.

Die Staatshaushalte werden noch defizitärer, da wegbrechenden Steuereinnahmen Mehrausgaben für die Bekämpfung des Coronavirus und für Konjunkturprogramme entgegenstehen werden. In diesem Umfeld werden die Notenbanken als Gläubiger der letzten Instanz entweder passiv bleiben und das System crasht in einem Dominoeffekt oder sie bewahren das System mit extremen Maßnahmen vor diesem Kollaps. In beiden Szenarien würde der Goldpreis massiv ansteigen, bzw. die Fiat-Währungen gegen Gold massiv abwerten. Kernszenario bleibt allerdings, dass die Notenbanken alles in ihrer Macht Stehende veranlassen werden, um die Lebensdauer unseres heutigen Finanz- und Wirtschaftssystems erneut zu prolongieren.

Fazit und Ausblick

Nimmt man die Erfahrungen aus der letzten Weltwirtschaftskrise und berücksichtigt gleichzeitig die heute noch höhere Fragilität der Weltwirtschaft, dann bleibt nur der logische Schluss einer grundsätzlichen Wiederholung des Musters von damals. Wobei die Dimension der „unkonventionellen“ Maßnahmen der Notenbanken noch deutlich größer und vor allem länger anhaltend ausfallen dürften – ebenso wie der darauf folgende Anstieg beim Goldpreis.

Zinssenkungen, QE-Programme und Helikoptergeld sind das Waffenarsenal der Notenbanken zur Bekämpfung der unweigerlich kommenden realwirtschaftlichen Schäden der Coronavirus-Epidemie. In Anbetracht der austrocknenden Liquidität an den Finanzmärkten ist eine massive Reaktion auch der westlichen Zentralbanken nur noch eine Frage sehr kurzer Zeit. Ein in der Folge explodierende Geldmenge bei gleichzeitig steigender Inflation und sinkenden Zinsen ist ein ideales Umfeld für einen erneut massiv ansteigenden Goldpreis.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Lausi

    28. Februar 2020 19:40 at 19:40

    Danke für die tröstenden Worte. Momentan scheint es so wie 2008 zu sein: Wenn es an den Aktien-Märkten richtig kracht, wenn also Deflation angesagt ist, dann kommen auch die EM’s unter die Räder. Silber heute mit fast -7%…

  2. Avatar

    Mr. Bean

    29. Februar 2020 09:13 at 09:13

    Es gab damals schon Unterschiede. Bullion-Banken brauchten unbedingt Liquidität und verkauften Bestände. Auch befand sich der Markt für Commodities damals in einem säkularen Aufwärtstrend (Öl peak kurz vorher bei $147). Ich denke der Boden in Gold und Silber wird früher ausgehämmert, als damals.

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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