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Gold/Silber

Goldpreis in der Konsolidierungsphase – aber Inflation kommt

Agata Janik

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am

Der Goldpreis macht aktuell seinen Fans ein wenig Sorge! Der vorgegebene Weg der letzten Monate war so aussichtsreich – und die Richtung war klar nach Norden vorgegeben. Der Anstieg des Goldpreises der letzten Monate konnte auch gut begründet werden. Wir hatten Corona-Krise, die Geldmenge wird ansteigen, die wirtschaftliche Lage ist unsicher – und es gab immer wieder Stimmen, dass der Euro zerbrechen werde. Was steht da noch gegen eine Absicherung im Gold? Noch dazu ist es immer gut, Gold zu besitzen, dass wussten schon die Mayas und die Ägypter.

Derzeit lebt die Welt in der Hoffnung, dass es wieder aufwärts gehen wird. Vor Corona lebten die Menschen in dem Bewusstsein, dass die aktuelle Lage gut ist, aber der gesunde Menschenverstand warnte schon jeden im Hinterkopf. Die Aufwärtsphase war zu lange. Das gab es noch nie – und irgendwann musste etwas passieren. Es war nur eine Frage der Zeit. Dies war sicherlich auch ein Grund, warum von vielen Privatinvestoren der Goldpreis durch deren Käufe nach oben getrieben wurde. Jetzt wurde wieder alles ein wenig zurückgesetzt und es kann eine neue Aufbruchstimmung entstehen. Dazu wird genügend Geld in die neue Welt gepumpt. Das gibt den Menschen Hoffnung und Zuversicht. Daher ist es selbstverständlich, dass die Nachfrage nach Gold derzeit ein wenig in den Hintergrund gerät.

Dieser Zustand wird noch anhalten, da jetzt alle monetären Maßnahmen von Seiten der Staaten und von Europa seit gestern getroffen wurden. Aktuell müssen das Geld und die Zeit alle Wunden heilen, die durch Corona aufgerissen worden sind. Gänzlich wird dies nicht möglich sein, aber eines muss man den Entscheidungsträgern ausnahmsweise zugutekommen lassen: Mut hat unsere Regierung bewiesen. Diese starken Maßnahmen kommen gut an, der DAX steigt wie eine Rakete in den neuen Rekordhimmel – und der Euro ist weltweit wieder gesucht. Es ist deutlich zu spüren, dass die äußere Welt ein wenig Bewunderung gegenüber Europa hat, da wir die Corona-Krise rational und diszipliniert bewältigt haben. Die Entwicklung des Goldpreises ist schon immer treppenmäßig verlaufen. Es gibt einfach Trendphasen, in den das Gold on hype war. Dann kommt wieder die Konsolidierungsphase, da sich neue Kaufanreize bilden müssen.

Die Inflation wird Gold treiben

Obwohl sie schon jeder beim Einkaufen spüren kann, ist sie offiziell noch nicht da – die Inflation. Diese wird noch heftig werden. Die Geldmenge wird derzeit nicht um Milliarden – egal in welcher Währung – sondern um Billionen erhöht. Es ist eine logische Konsequenz, dass die Preise in jedem Bereich steigen werden. Das gilt auch für den Goldpreis. Zum einen steigt der Goldpreis allein durch die Inflation und zum anderen durch das steigende Bedürfnis der Absicherung vor der Inflation. Somit ist ein steigender Goldpreis mittelfristig sehr wahrscheinlich. Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung der Zinsen. Das Wort Zinsen wird wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre aus unserem Duden verschwinden. Die Staatsverschuldung wird mehr als nur stark zunehmen. Die europäischen Richtlinien (Maastrich-Kriterien) werden sich ändern müssen, weil alle Staaten diese überschreiten. Ohne dass es die meisten bemerken, bekommen wir ein neues Geldsystem, welches nicht mehr auf Verzinsung aufgebaut ist. Respekt an die Obrigkeit, dieses Vorhaben ist wirklich sehr leise abgelaufen..

Ausblick für den Goldpreis

Wie im Chart ersichtlich, befindet sich der Goldpreis ein wenig auf dem Rückzug (hier einige Gründe für die jüngsten Abstürze). Dabei gibt es aktuell eine heilige Schwelle. Die 1.700 USD-Marke. Der Kurs ist die letzte Zeit des Öfteren darunter gerutscht. Es dauerte aber meist nur Minuten – und der Goldpreis hatte sich wieder darüber erholt. Jetzt sind wir in der entscheidenden Phase: Aus technischer Sicht kann die Marke von 1.700 USD wieder unterschritten werde. Die Unterstützung bei 1.689 USD muss aber halten, ansonsten ändert sich das Chartbild. Dies sind dann aber mögliche Kaufkurse. Letzten Endes möchte der Goldpreis weiter steigen. Auf der Oberseite warten einige Widerstände bei ca. 1.717 USD und 1.723 USD. Dazwischen läuft auch der EMA 420. Diese Widerstände liegen alle sehr eng zusammen. Daher gibt es aktuell für den Goldpreis nicht sehr viel Luft nach oben. Erst ein Durchbruch über 1.730 USD würde den Weg frei machen. Bis dahin müssen wir mit einer Trading-Range von ca. 1.689 bis 1.720 USD leben. Wer Geduld hat, sollte auf niedrigem Niveau Jäger und Sammler sein.

Der Goldpreis auf dem Rückzug

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Columbo

    5. Juni 2020 13:50 at 13:50

    …besitzt Gold als Investment historisch keinen Inflationsschutzvorteil gegenüber anderen diversifizierten Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien…weist Gerd Kommer nach.

    https://grossmutters-sparstrumpf.de/gerd-kommer-gold-als-investment-braucht-man-das/

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Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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am

Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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Gold/Silber

Goldpreis: 1.800 Dollar-Marke in Gefahr? ETF-Abflüsse und Optimismus

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis ist derzeit Opfer vieler Angriffe. Nun drei Wochen in Folge wurde jeweils am Montag von einem anderen Pharmahersteller eine positive Meldung für einen Corona-Impfstoff präsentiert, zuletzt gestern von AstraZeneca. Immer war dies positiv für die Aktienmärkte und alle anderen risikoreichen Geldanlagen (Hoffnung auf Konjunkturerholung), und negativ für den Goldpreis. Der sogenannte Risk On-Trade wird durch die Impfstoff-Hoffnung befeuert. Und Gold erfüllt vor allem die Funktion des sicheren Hafens in der Krise, als letzte Bastion vor Inflation und sonstigen Unsicherheiten. Bei schnellen hoffnungsfrohen Nachrichten ist Gold der Verlierer.

Kurzfristig weiter Schwäche und Anfälligkeit im Goldpreis

Und gestern Nachmittag dann der nächste Schlag, der den Goldpreis zügig um mehr als 30 Dollar auf 1.834 Dollar fallen ließ. Die US-Einkaufsmanagerdaten wurden besser vermeldet als erwartet. Aber vor allem die mit den Einkaufsmanagerdaten veröffentlichten Preise stiegen. Höhere Inflationsangst sorgt für die unterschwellige Befürchtung an den Märkten, dass die Zinstendenz in den USA ansteigend ist, was wiederum positiv für den US-Dollar wirkt. Das wiederum drückt negativ auf den Goldpreis. Nur die Angst vor steigenden Zinsen wirkt auch ganz ohne steigenden US-Dollar negativ auf das zinslose Gold. Auch gab es gestern erneut Abflüsse aus Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) im Umfang von 11 Tonnen.

Und so rutschte der Goldpreis bis jetzt weiter ab auf 1.826 Dollar. Einige Analysten und Chartisten sehen es als negativ an, dass die wichtige Unterstützungsmarke von. 1.850 Dollar im gestrigen Abrutsch sang und klanglos binnen Sekunden nach unten vernichtet wurde. Ist sogar die runde Marke von 1.800 Dollar in Gefahr? Milan Cutkovic von Axi schreibt dazu heute, dass ein Fall im Goldpreis unter die wichtige Marke von 1.800 Dollar den nächsten Ausverkauf einleiten könnte. Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnte vor wenigen Minuten in seiner Gold-Analyse, dass es bis zur Marke von 1.800 Dollar wenig Unterstützungszonen gebe, welche den Rückgang im Goldpreis aufhalten könnten. Erst dort sei nach seiner Meinung mit einer Stabilisierung zu rechnen.

Langfristig Gold mit weiterhin guter Perspektive

Die von zahlreichen Leitmedien als Crashpropheten betitelten Kommentatoren wie Dirk Müller und viele andere sehen eine extrem stark ansteigende Inflation im Anflug, und sprechen deswegen über einen möglichen viel höheren Goldpreis. Wir bei FMW sehen es ähnlich wie Carsten Fritsch von der Commerzbank. Man muss nicht zwingend von einer anstehenden Hyperinflation sprechen, und kann trotz der aktuellen Schwäche im Goldpreis auf längere Sicht die Möglichkeit für höhere Kurse sehen (das ist keine Handelsempfehlung). Denn ja, das längerfristige Szenario ändert sich nicht durch ein paar gute Konjunkturdaten oder gute Impfstoff-Nachrichten.

Die Null- und Negativzinspolitik wird noch jahrelang anhalten. Die Notenbanken drucken weiterhin Geld. Denn die Volkswirtschaften sind durch Corona extremst geschwächt worden. Das ist der perfekte Anlass um mit immer mehr Gelddruckerei und Staatsschulden alles mit Geld zu fluten. Das ist ein grundsätzlich schönes Szenario für einen steigenden Goldpreis. Wo das Papiergeld durch grenzenlose und obszöne Vermehrung verwässert wird, da kann das nicht unbegrenzt vermehrbare Gold an Attraktivität gewinnen. Aber kurzfristig, das sieht man dieser Tage wieder, ist der Goldpreis durch gute Konjunktur- und Corona-Nachrichten negativ beeinflussbar. Laut aktuellen Berichten soll die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden. Die Geldschwemme dürfte also auch in den USA in den nächsten Jahren weiter gehen!

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate
Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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