Folgen Sie uns

Gold/Silber

Goldpreis in Euro mit neuem Rekord – wie geht es weiter?

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Beispielfoto für Gold Barren

Weltweit erreicht der Goldpreis in den meisten Währungen neue Rekordstände – so auch in Euro. Wie geht es kurz- und mittelfristig weiter? (Werbung: Hier ein Gramm Gold online bestellen)

Anlegern aus der Eurozone beschert der Goldpreis neue Höchststände

Eine Frage, die sich nach dem Erreichen der Rekordpreise Anfang Januar im Zuge der militärischen Eskalation zwischen dem Iran und den USA stellte, kann man bereits beantworten: Es handelte sich nicht um ein Preishoch, das nach der Deeskalation zwischen den Konfliktparteien eine langwierige Korrektur nach sich zieht. Bereits zum Wochenauftakt, also nur knapp einen Monat später, verzeichnet der Goldpreis in den meisten Währungen der Welt bereits neue Rekordstände. In Euro lag dieser am gestrigen Montag in der Spitze bei nie zuvor erreichten 1.445 Euro pro Unze (31,1 Gramm).

Damit setzt der Goldpreis nach dem Beenden der Korrekturphase im Herbst seine Rallye weiter fort. Da sich die Risikofreude der Marktteilnehmer aufgrund angeblich guter Nachrichten aus China in Sachen Ausbreitung des Coronavirus heute wieder erhöht hat, notiert der Preis für den „Sicheren Hafen“ Gold aktuell etwas unter den Rekordständen von gestern. Noch am Montag waren Berichte über ansteigende Opferzahlen und sich langsam abzeichnende ökonomische Folgen mit verantwortlich für das Erreichen neuer Allzeithöchststände beim Goldpreis in Euro.

Buchtipp/Werbung: Transaktionen in US-Dollar und sekundäre Sanktionen: Ist die US-amerikanische Sanktionspraxis mit dem Völkerrecht vereinbar?

Im Zuge der Risikoaversion wurde auch der „Sichere Hafen“ US-Dollar verstärkt angesteuert, was in der Kombination zu einem besonders starken Anstieg des Goldpreises in allen anderen Währungsregionen führte. Doch die zuletzt wieder Hoffnung verbreitenden staatlich gelenkten Medien in China postulieren zum Teil gefälschte Daten und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Abgesehen von den kurzfristigen Auswirkungen der 2019-nCoV-Epidemie gibt es darüber hinaus nachhaltige Gründe, warum der Goldpreis sich so stark präsentiert.

Charttechnisch muss der Preis des gelben Edelmetalls nun zunächst das alte Intraday-Hoch aus der Nacht vom 8. Januar bei 1.443,73 Euro pro Unze nachhaltig überwinden. Auf Basis der Tages- und Wochenschlusskurse ist dies bereits gelungen. Anschließend wäre dann der Weg nach oben charttechnisch widerstandslos frei.

Goldpreis in Euro im Chartverlauf seit November 2019

Notierungen im Goldpreis in US-Dollar hinken noch hinterher

Bedingt durch die momentane Dollarstärke ist der Goldpreis gemessen in der Weltleitwährung mit aktuell 1.569 US-Dollar pro Unze noch gut 18 Prozent von seinem Höchststand aus dem Jahre 2011 bei 1.921 US-Dollar entfernt. Gleichwohl arbeiten sich auch die Dollarnotierungen Richtung zyklischer Höchststände vor. Wie in Euro sieht auch das Chartbild bei Gold in Dollar sehr konstruktiv aus. Allerdings liegen hier noch signifikante Horizontalwiderstände auf dem Weg zu neuen Rekordständen. Der nächste Widerstand wartet bereits knapp unterhalb der 1.600-er Marke bei ca. 1.594 US-Dollar. Anschließend muss der Goldpreis noch das Hoch aus der Nacht des frühen 8. Januar bei ca. 1.610 US-Dollar überwinden. Danach haben die Notierungen etwas Luft bis in den Bereich von 1.650 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in US-Dollar im Chartverlauf

Ökonomische Frühindikatoren geben noch keine Entwarnung

Bezogen auf die befürchteten ökonomischen Schäden der Coronavirus-Epidemie geben die einzigen bisher verlässlichen Daten noch lange keine Entwarnung: So sinken die Preise für Frachtraten trotz Hoffnungsmeldungen aus China weiter. Der Baltic Exchange Dry Index erreicht heute Morgen mit 411 Punkten ein neues Vierjahrestief. Der Preis für das bedeutende Industriemetall Kupfer ist seit Mitte Januar um über 10 Prozent eingebrochen, ebenso wie die Preise für Eisenerz und Rohöl. Da die Folgen des teilweisen Produktionsstillstands und die Einbußen bei den Dienstleistern in China erst mit der Veröffentlichung entsprechender Daten ab März sichtbar werden, ist mit neuen Wellen der Verunsicherung an den Finanzmärkten zu rechnen, die dem Goldpreis weiter Auftrieb verleihen können.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

Seiten: 1 2

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

weiterlesen

Gold/Silber

Experte Andre Stagge: Trading kurz vor der US-Wahl

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

So kurz vor der US-Wahl, worauf sollten Trader achten? Wer wird die Wahl gewinnen, und was bedeutet das für die Börse? Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erklärt im folgenden ganz aktuellen Video seine Meinung und seine Handelsstrategie. Müssen seine Handelsstrategien „Turnaround Tuesday“ und „Ultimo“ in dieser besonderen Woche ausgesetzt oder angepasst werden?

Der Börsenexperte Andre Stagge
Andre Stagge

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen