Gold/Silber

Goldpreis soll bis Jahresende 120 Dollar ansteigen – Experten mit Begründung

Ein Barren Gold

Der Goldpreis pendelt seit Anfang dieser Wochen komatös vor sich hin zwischen 1.780 und 1.790 Dollar. Man könnte meinen Gold müsste fallen, weil bei der Federal Reserve die lockere Geldpolitik vor ihrem Ende steht. Genau so könnte man als Bulle meinen, dass es immer noch sehr kräftige negative Realrenditen gibt, die regelrecht dazu auffordern das zinslose Gold zu kaufen, das aber auch keine Negativzinsen kostet. Das Edelmetall gilt historisch betrachtet als Schutz gegen Inflation und als sicherer Hafen. Aber wer hat nun recht, Bullen oder Bärsen? Im Chart sehen wir seit April 2020 in blau den Goldpreis, und in orange die zehnjährige US-Anleiherendite. Seit April 2021 kommt die Anleiherendite wieder zurück, aber der Goldpreis steigt nicht an. Ist das eine Unterbewertung im Edelmetall? Auch ausgebremst wird Gold derzeit vom immer stärker werdenden US-Dollar, der auf dem höchsten Niveau seit November 2020 notiert.

Experten besprechen Probleme für den Goldpreis

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten eine Analyse zum Edelmetall veröffentlicht mit dem Titel „Gold – zu niedrig, zu günstig“. Sie verweisen auf das Rekordhoch im Goldpreis vom August 2020, und dass der Markt seitdem 13 Prozent gefallen ist. Andere Anlageklassen wie Aktien und Immobilien oder auch Bitcoin hätten Gold seitdem den Rang abgelaufen. Die vergleichsweise günstige Bewertung und die rekordniedrigen Realrenditen werden laut den Experten das Interesse an Gold wieder wecken und den Goldpreis nach oben schieben. Man erwartet einen Preisanstieg auf 1.900 USD je Feinunze bis zum Jahresende. Auszugsweise wollen wir hier Aussagen aus der aktuellen Analyse zeigen.

Man erwähnt den Flash Crash bei Gold vom 6. August. Dieser Preisrutsch sei vor allem durch spekulative Verkäufe ausgelöst worden, wie die Daten zur Marktpositionierung inzwischen bestätigen würden. Gegenwind habe der Goldpreis zudem vom merklich aufwertenden US-Dollar erhalten, sowie von bis ins Frühjahr hinein steigenden Anleiherenditen – die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen war in der Spitze im März auf fast 1,8 Prozent p.a. geklettert. Darin kam die Hoffnung auf eine kräftig wachsende US-Wirtschaft dank rascher Impffortschritte und massiver fiskalpolitischer Unterstützung zum Ausdruck. Gleichzeitig sind die Aktienkurse deutlich gestiegen. So verzeichnete der MSCI Welt-Index seit dem Rekordhoch beim Goldpreis ein Plus von mehr als 30 Prozent. Viele Aktienindizes eilten von einem Allzeithoch zum nächsten. Nach einer kurzen Verschnaufpause hatten vor allem die US-Indizes im August ihre Rekordhochs erneuert. Auch die Immobilienpreise haben in diesem Zeitraum weiter zugelegt, so die Experten der Commerzbank.

Angst vor der Fed?

Neben der geringeren Attraktivität von Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen sei erschwerend für das Edelmetall hinzugekommen, dass die US-Notenbank Fed spätestens seit Juni angesichts der deutlich gestiegenen Inflation immer lauter über eine Abkehr von ihrer ultra-lockeren Geldpolitik nachdenke. Mehr und mehr Fed-Vertreter würden sich für eine baldige und teils schnellere Rückführung der Anleihekäufe als in früheren Runden aussprechen (sog. Tapering). Auch wenn die erste Zinserhöhung in den USA noch auf sich warten lässt und ein nennenswerter Zinserhöhungszyklus nicht in Sicht ist, hat dies laut den Experten der Commerzbank dem Goldpreis zusätzlich zugesetzt. Nicht umsonst sei der Goldpreis Mitte Juni stark unter Druck geraten, als die Fed einen früheren Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung signalisierte. Der zweite starke Preisrückgang erfolgte dann nach dem unerwartet starken Arbeitsmarktbericht Anfang August, der die Spekulationen über einen Ausstieg der Fed aus den Anleihekäufen weiter anheizte.

Optimismus für Gold

Mittlerweile habe der Goldpreis den jüngsten Rückgang nahezu wettgemacht und handelt wieder bei knapp 1.800 USD je Feinunze. Laut den Experten der Commerzbank notiert Gold derzeit auf einem ungerechtfertigt niedrigen Niveau und ist im Vergleich zu anderen Anlageklassen zu günstig. So entspreche eine Feinunze Gold nur noch knapp 5 Prozent des Dow Jones Industrial Average. Im Mittel der letzten zehn Jahre waren es 7,6 Prozent gewesen, in der Spitze sogar über 17 Prozent. Für Gold würden auch die infolge der kräftig gestiegenen US-Inflation und seit April gefallenen Nominalrenditen auf ein Rekordtief abgerutschten Realrenditen sprechen.

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4 Kommentare

  1. Bitte mal Platin analysieren!

  2. @Claudio Kummerfeld, ein Artikel mit vielen Fragezeichen, inhaltlich, sprachlich, zeitlich und mathematisch.
    Experten aus der Goldverkäuferszene, ihre Begründungen und Prognosen und vor allem ihre Trefferwahrscheinlichkeit sind ja inzwischen hinlänglich bekannt.

    Der Goldpreis pendelt seit Anfang dieser Wochen [sic!] komatös vor sich hin.
    Stellt sich die Frage, wie vieler Wochen?

    Aber wer hat nun recht, Bullen oder Bärsen [sic!] ?
    Stellt sich die Frage, Börsen oder Bären?

    Man erwähnt den Flash Crash bei Gold vom 6. August in einem Aufwasch mit Gegenwind von steigenden Anleiherenditen im Frühjahr – die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen war in der Spitze im März auf fast 1,8 Prozent p.a. geklettert … Und beschwichtigt relativierend, mittlerweile habe der Goldpreis den jüngsten Rückgang nahezu wettgemacht.
    Jüngst und mittlerweile und nahezu, nun ja: Hängt vom Betrachtungszeitraum und dem Ausgangskurs ab. Im Bezug zu Anfang Juni um grob 45%, zu Anfang August um grob 60%. Beides ist nicht unbedingt einmal nahe dran an nahezu, bei Verlusten von 55 bis 40%.

    Von den magischen 2.000 USD fabulieren Goldexperten-Verkäufer seit langem. Vor einem Jahr wurde diese Grenze sogar geknackt. Für ein paar Stunden. Was blieb übrig von diesem Allzeithoch? Zwei Tage später waren es eher bescheidene 1.800 USD. Und jetzt ein Ziel von 1.900 Dollar im Goldpreis bis Jahresende. Und das bisher für Jahresende prognostizierte Preisniveau von 2.000 USD dürfte im Laufe des nächsten Jahres erreicht und auch überschritten werden, so die Experten.

    Was würden wir nur tun ohne die glorreichen Experten aus der Goldverkäuferszene?

    1. Da kann ich nur zustimmen. Im übrigen hat Gold auf das Zurückrudern beim geplanten Tapering nicht reagiert im Gegensatz zu den Aktienmärkten.

  3. Wenn eine Bank einen höheren Goldpreis prognostiziert, dann ist meistens das Gegenteil der Fall.

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