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Goldpreis: Keine Panik – es ist nur eine Korrektur!

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Mehrere Barren Gold

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Stimmung bei einigen Goldanlegern gedreht hat: Noch am 18. Mai 2020 erreichte der Goldpreis in Euro intraday ein neues Allzeithoch. Seitdem korrigierte das gelbe Edelmetall von der Spitze um 8 Prozent und liegt auf Jahresbasis immer noch mit 26 Prozent im Plus – steuerfrei. Ein Grund zur Panik ist das nicht, da sich die Rahmenbedingungen für Gold seitdem weiter verbessert haben.

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Der Goldpreis in Euro korrigiert – na und?

In dem Artikel “Für welche Richtung entscheidet sich der Markt“ von vor genau zwei Wochen hatte ich für die weitere kurzfristige Entwicklung drei mögliche Verläufe skizziert. Seitdem hat der Goldpreis den kurzfristigen, seit April existierenden Aufwärtstrend nach unten verlassen und auch den Horizontalwiderstand bei 1.700 US$/Unze sowie den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt Richtung Süden passiert. Damit scheint nun das dritte der skizzierten Szenarien einzutreten, das ich wie folgt beschrieb: „Im dritten Szenario würde der Goldpreis nochmals deutlicher bis auf die aufsteigende Unterstützungslinie bei aktuell ca. 1.606 US$/Unze korrigieren, sofern die Optimisten an der Wall Street die Oberhand gewinnen und sich vom „sicheren Hafen“ Gold temporär wieder trennen oder Spekulanten schlicht Gewinne realisieren. Erst wenn den Marktteilnehmern mehrheitlich die Folgen des globalen Shutdowns in ihrer vollen Dimension bewusst werden und die Hoffnung auf eine schnelle „Normalisierung“ der Weltwirtschaft sich ins Gegenteil verkehrt, nämlich dass die jetzige Corona-Krise nur der Auslöser einer bereits vorher überfälligen globalen Schuldenkrise ist, würde der Goldpreis auch in US-Dollar auf neue Rekordstände reüssieren. Dies würde auch zur Saisonalität beim Goldpreis passen, die von Mitte Mai bis Mitte Juni zumindest rein statistisch ungünstig verläuft und ab dann bis Jahresultimo positiv verläuft…“.

Goldpreis in US-Dollar als Kursverlauf

Die momentane Korrektur beim Goldpreis ändert also noch nichts am übergeordnet positiven Chartbild. Sie führt lediglich dazu, dass kurzfristige Spekulanten den Markt verlassen, sich die Terminmarktdaten bereinigen (rote Linie im Chart: Große Spekulanten) und nun Schnäppchenjäger wieder in den Markt zurückkehren. Bis zu der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie (im Chart grün gestrichelt dargestellt) hat der Goldpreis noch gut 60 US-Dollar pro Unze Luft. Bis zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (pinke Linie) sogar noch 110 US-Dollar pro Unze. Doch bereits jetzt ist die Marktbereinigung weit vorangeschritten.

Gold und Aktien können auch über längere Zeit parallel ansteigen

Das in letzter Zeit wieder vermehrt geäußerte Argument, Gold könne nicht steigen, wenn gleichzeitig die Aktienmärkte haussieren, ist ebenso pauschal wie falsch, wie die folgende Vergleichsgrafik zwischen dem S&P 500 und dem Goldpreis zeigt (die Phasen parallel steigender Notierungen sind grün hinterlegt):

Chart Goldpreis vs S&P 500 Vergleich

Ob Standardaktien und Gold zusammen steigen, hängt von den Einflussfaktoren ab. In Phasen, in denen die Zinsen sinken oder nicht mehr existieren und die Liquidität nebst Schulden durch die Decke gehen, ist ein Gleichlauf beider Vermögensklassen plausibel und empirisch nachweisbar.

Gold, Minen und Standardaktien sind bereits in der Vergangenheit über lange Zeiträume parallel angestiegen. So z. B. im Falle des S&P 500 und des Goldpreises von September 2000 bis Oktober 2007, wobei der Goldpreis danach noch bis zum März 2008 weiterlief, während der S&P 500 bereits fiel. Vom November 2008 bis zum September 2011 liefen Standardaktien und Gold ebenfalls wieder Hand in Hand nach oben. Das Gleiche geschah von Januar 2016 bis Februar 2020 und jüngst vom 18. März bis zum 15. Mai. Insgesamt hat der Goldpreis die Standardaktien in den letzten 20 Jahren (also seit Juni 2000) um den Faktor 4 outperformt. Steigende Aktienpreise sind per se also kein Hindernis für einen steigenden Goldpreis, da beide Preissteigerungen im aktuellen Umfeld auf die gleichen geld- und fiskalpolitischen Impulse zurückzuführen sind.

An Impulsen für weiter steigende Goldpreise mangelt es nicht

Obwohl sich der Goldpreis für das zeitlich und preislich etwas ausgedehntere Korrekturszenario zu entscheiden scheint, haben sich in der Zwischenzeit die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend weiter verbessert: Am letzten Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) das PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) von 750 Mrd. Euro für Wertpapierkäufe nochmals aufgepeppt, weil die Notenbank nach eigenen Schätzungen für die Wirtschaft der Eurozone ein Minus von 8,7 Prozent im laufenden Jahr erwartet. Da in diese negative Erwartung die aufgelegten Hilfsprogramme bereits mit einkalkuliert sind, erweiterte die EZB am Donnerstag das PEPP um weitere 600 Mrd. Euro. Damit können Stand heute Anleihekäufe im Volumen von 1,35 Billionen Euro mittels digitaler Notenpresse getätigt werden. Auch die Laufzeit des Wertpapierkaufprogramms wurde um ein halbes Jahr bis mindestens Mitte 2021 verlängert. Bis Ende 2022 werden Zins- und Tilgungszahlungen der gekauften Anleihen zudem reinvestiert.

Eine weitere zeitliche und quantitative Aufstockung des PEPP behält sich die EZB gemäß ihrer Präsidentin Christine Lagarde vor, da selbst die nun aufgestockten Mittel voraussichtlich nur bis zum Februar kommenden Jahres ausreichen werden, um den Refinanzierungsbedarf von Staaten, Banken und nicht finanziellen Unternehmen in der Eurozone zu sichern. Die US-Notenbank (Fed) hat seit Anfang März Wertpapiere im Volumen von mehr als zwei Billionen US-Dollar am Sekundärmarkt erworben und plant, ihr Wertpapierkaufprogramm auf der kommenden Sitzung am 10 Juni erneut auszuweiten. Dies ist auch notwendig, da das Staatsdefizit der USA im laufenden Fiskaljahr 2019/2020 23 Prozent des BIP erreichen soll, nach 4,6 Prozent im letzten Fiskaljahr. Allein die Bundesschulden werden auf 25 Billionen US-Dollar ansteigen, nach 20,1 Billionen im vorherigen Fiskaljahr. Der US-Kongresss arbeitet darüber hinaus bereits an einem fünften Konjunkturprogramm in nur drei Monaten. Das Volumen soll mehrere Billionen US-Dollar umfassen – finanziert aus der Notenpresse der Fed.

Fazit und Ausblick

Börse ist keine Einbahnstraße, das gilt auch für Gold und die Minenaktien. Die aktuellen Gewinnmitnahmen und Umschichtungen bei Gold sind ganz normal und ändern nichts an dem säkularen Charakter des Aufwärtstrends beim Goldpreis, für den es im historischen Ausmaß nachhaltige Impulse gibt. Für alle Investments gilt: Wer die Hitze nicht verträgt, der soll nicht in der Küche arbeiten. Für Goldinvestoren mit einem Anlagehorizont jenseits weniger Tage sind Kursrücksetzer wie aktuell eher Investmentopportunitäten als ein Grund dafür, in Panik ihre Edelmetallwährung wieder in die sicher nicht solider gewordenen Fiat-Währungen zurück zu tauschen. Gold gehört in jedes mittelfristig ausgerichtete Portfolio – und zwar permanent. Noch ist die Hausse beim Goldpreis nicht vorbei – das Fiat-Geld-System expandiert schließlich weiter unkontrolliert.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    8. Juni 2020 11:00 at 11:00

    Der einzige Impuls, der Gold steigen läßt, ist Angst.
    Das ganze Heruminterpretieren der Charts mit allen möglichen Techniken und Vermutungen bringt bei Gold nichts.
    Wo Angst herrscht, ist Gold teuer, wo die Angst nachläßt, wird Gold billig.
    Verschwindet die Angst, gibt es schmerzhafte Verluste bei Gold. Daher hat das Metall auch immer nur als Beimischung oder „Versicherung“ eine eher untergeordnete Bedeutung.

    • Avatar

      Goldman

      8. Juni 2020 21:31 at 21:31

      Na dann waren die Menschen im letzten Jahr offensichtlich in vielen Teilen der Welt extrem Ängstlich. Allzeithoch in Australien, Kanada usw usw. oder ist die Preisfindung vielleicht doch etwas komplexer und hat eher etwas mit Realzinsen, Expansiver Geldpolitik, Anleihen usw usw zu tun….

  2. Avatar

    thinkSelf

    8. Juni 2020 12:11 at 12:11

    Es ist doch immer wieder schön zu sehen wie sich jeder den Abschnitt aus einer Preiskurve raussucht der die eigene Meinung stützt. Notfalls gehen wir dann bis in die Steinzeit zurück.

    Wer Mitte 2009 Gold gekauft hat ist nominal noch immer im Minus. Von real wollen wir mal gar nicht sprechen.

    Auch die Idee das “Gold Geld ist” (obwohl man es natürlich im Tauschhandel als Referenzgut verwenden kann. Gilt aber auch für Reis, Bier, Steine, Zigarretten oder sonst was) sieht hier eher unschön aus.
    Der einzige Unterschied zu Tulpenzwiebeln ist der Umstand, dass einem Gold nicht unter den Fingern wegschimmelt.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 8. Juni 2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    LookOut

    8. Juni 2020 18:07 at 18:07

    Ich finde der Beitrag ist gut geschrieben, vielen Dank :)
    Ich gehe davon aus das die Aktienmärkte und Gold gleichzeitig steigen in der aktuellen Phase.

  5. Avatar

    Goldmann

    8. Juni 2020 21:34 at 21:34

    “Und Aktien sind alle schlecht weil die Telekom niedriger notiert als 2001. ”

    Ganz genau, auf diesem Niveau argumentieren sie!

    Sie können stolz auf sich sein!

  6. Avatar

    Michael

    8. Juni 2020 22:35 at 22:35

    Guter Beitrag Herr Zipfel. Leute, welche nicht begreifen, dass nur Gold Geld ist, alles andere Schuldscheine ist nicht zu helfen.
    Wie lange dauert es noch bis das Vertrauen in das Schuldgeld verloren geht? Bin mal gespannt.

    • Avatar

      Columbo

      9. Juni 2020 09:33 at 09:33

      @Michael

      Doch, doch, daß nur Gold Geld ist, hab ich schon begriffen. Dummerweise begreifen das aber auch Notenbanken, Staaten, Regierungen, Finanzbehörden…die wissen dann schon, was mit den schlauen, kleinen Goldanlegern zu tun ist, wenn „das Vertrauen in das Schuldgeld verloren geht“.
      Da bin ich gar nicht gespannt und schon gar nicht entspannt.

      • Avatar

        Lausi

        9. Juni 2020 10:59 at 10:59

        Einfach verbuddeln das Zeug – und vorher natürlich anonym kaufen.

        • Avatar

          Columbo

          9. Juni 2020 11:39 at 11:39

          @Lausi

          Ich will diese Diskussion nicht wieder aufwärmen, aber das Problem ist nicht anonym kaufen, sondern verkaufen!
          Mit anonym gekauften Gold eine Wohnung oder sonst was Größeres kaufen, stelle ich mir heute etwas schwierig vor.

          • Avatar

            Lausi

            10. Juni 2020 12:46 at 12:46

            @Columbo – das anonyme Gold einfach wieder anonym verkaufen. Vielleicht müssen Sie anschließend noch unter die Geldwäscher, aber das ist ja kein Problem. :-)

      • Avatar

        Michael

        9. Juni 2020 11:46 at 11:46

        @Columbo, das ist übrigens ein anderer Michael, der seit einiger Zeit unter meinem Namen schreibt. Nicht, dass Sie sich wundern…

  7. Avatar

    Goldfan

    9. Juni 2020 19:29 at 19:29

    @Columbo Die ständige Wiederholung Ihrer Fehlinterpretationen machen sie nicht besser

    • Avatar

      Columbo

      9. Juni 2020 21:47 at 21:47

      @Goldfan

      Unglaublich interessanter, intelligenter, von großem Hintergrundwissen und Erfahrung zeugender, nicht zuletzt auch sprachlich meisterhafter Kommentar.

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Aktuell: Goldpreis überschreitet 1.800 Dollar – geht jetzt die Post ab?

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Während der Gold-Future (August-Laufzeit) schon Ende Juni die Marke von 1.800 Dollar überschritten hatte und dann seit gestern nachhaltig über der Marke notiert (aktuell 1.812 Dollar), so hatte sich der Goldpreis in der Kasse noch geziert. Aber jetzt  läuft Gold über die 1.800 Dollar-Marke mit aktuell 1,801 Dollar.

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Geht jetzt die Post ab im Goldpreis?

Über die Gründe für den steigenden Goldpreis (heute früh noch 1.795 Dollar) hatten wir vorhin schon etwas ausführlicher geschrieben (mehr dazu hier). Jetzt stellt sich die rein börsentechnische Frage: Geht in Kürze die Post ab? Haben Trader, die Short in Gold sind, knapp oberhalb der runden Marke von 1.800 Dollar Kauf-Stop-Orders platziert zwecks Verlustbegrenzung? Und kommen noch Long-Spekulanten hinzu, die sich ebenfalls mit Kauf-Stop-Orders in den steigenden Markt reinstoppen wollen, wie man es im Trader-Slang so schön sagt?

Dies könnte für einen weiter rasch steigenden Goldpreis sorgen. Aber oft sieht man auch andere Phänomene. Denn manchmal prallen Preise, wenn sie wichtige, große runde Marken überschreiten, für eine gewisse Zeit wieder zurück unter diese Marke, und steigen dann später weiter kräftig nach oben. Der Drang für einen weiter steigenden Goldpreis scheint da zu sein. Im Chart sieht man den Preisverlauf in der Kasse seit Montag früh.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit Montag früh

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Goldpreis kratzt an 1.800 Dollar-Marke – Mittelzuflüsse und Risk Off

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis notiert aktuell mit 1.794 Dollar. Heute Nacht waren es im Hoch schon 1.797 Dollar. Damit erreicht Gold in US-Dollar das höchste Niveau seit November 2011. Gestern besprachen wir bereits den kontinuierlichen Aufwärtsdrang des Edelmetalls, der seit einiger Zeit vorherrscht. Und jetzt kratzt der Goldpreis direkt an der schönen runden Marke von 1.800 Dollar. Was ist da los?

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Goldpreis steigt weiter an – Mittelzuflüsse und Risk Off

Die Gründe sind im großen Bild eigentlich bekannt, warum der Goldpreis steigt. Notenbanken drucken Geld, Staaten verschulden sich, die Zinsen für Anleihen und Sparbücher sind auf Null. Somit wird Gold aus vielerlei Hinsicht für Institutionelle und Privatanleger immer attraktiver, als der Sichere Hafen. Das Risk Off Szenario scheint derzeit den Drang zum Gold zu unterstützen. Der Dow Jones auf CFD-Basis hat in den letzten 1 1/2 Tagen mehr als 400 Punkte verloren. Aktien schwächeln also, es gibt immer mehr Corona-Infizierte in den USA – da scheint die schnelle Flucht ins Gold logisch zu sein. Gestern sprang der Goldpreis schnell an von 1.780 auf 1.795 Dollar, und das Niveau kann bis jetzt gehalten werden. Interessant wird es, wenn die runde Marke von 1.800 Dollar überschritten wird. Werden dann Kauf-Stop-Orders ausgelöst, und der Kurs läuft noch schneller nach oben?

Als nachvollziehbare Begründung für den weiter steigenden Goldpreis sieht man aktuell auch Meldungen zu den Mittelzuflüssen in ETF, die mit Gold unterlegt sind. Im ersten Halbjahr habe es einen Zuwachs von 734 Tonnen gegeben. Somit sei der Zuwachs aus der Finanzkrise im Jahr 2009 von 646 Tonnen übertroffen worden. Im Juni habe es bei Gold-ETFs den siebten Monat in Folge einen Anstieg gegeben. Global gesehen habe das Volumen bei Gold-ETFs ein neues Rekordhoch von 3621 Tonnen erreicht. Tja, da ist es klar, dass Kaufdruck entsteht, und der Goldpreis ansteigt.

Analystenstimmen

Naeem Aslam von Avatrade erwähnt ganz aktuell, dass es bei Gold nur einen dominierenden Trend gebe, den man immer wieder beobachten könne, nämlich mehr Mittelzuflüsse ins Gold. Der Goldpreis am Spotmarkt (Kasse) nähere sich dem kritischen Niveau von 1.800 Dollar, da die Anleger Gold weiterhin bevorzugen, weil das Coronavirus das globale Wirtschaftswachstum gebremst habe. Die kumulativen Zuflüsse bei goldgestützten ETF für 2020 hätten bereits die Zahl der Zuflüsse übertroffen, die man während der Finanzkrise 2009 erlebt habe. Dies zeige, wie groß das Interesse an Gold bei privaten und institutionellen Anlegern sei, so Naeem Aslam. Milan Cutkovic von Axitrader sagt ebenfalls ganz aktuell, dass die Nachfrage nach Gold weiter steige. Der Goldpreis nähere sich der psychologisch wichtigen Marke von 1.800 US-Dollar, und ein Ausbruch nach oben scheine nur eine Frage der Zeit zu sein.

Dieser Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf der letzten zwölf Monate
Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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Goldpreis steigt: Aktien-Inflation und die Gold-Blase

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Der Goldpreis steigt weiter an. Nachdem das Edelmetall von letzte Woche Donnerstag bis gestern Mittag de facto komatös an der Marke von 1.775 Dollar klebte, ging es dann doch weiter bergauf bis auf 1.787 Dollar in der Spitze gestern Abend. Auch wenn der Goldpreis aktuell auf 1.782 Dollar zurückgekommen ist. Jüngst half Gold, dass der US-Dollar seit gestern früh etwas schwächelte. Der folgende Chart im größeren Bild (seit Ende Mai) zeigt, wie Gold letztlich konstant ansteigt. Auch wenn es immer wieder kleinere Durchhänger gibt, so geht es doch stetig bergauf. Einige Analysten peilen aus technischer Sicht die nächste große runde Marke von 1.800 Dollar an.

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Dieser Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf seit Ende Mai

Goldpreis steigt an

Im Goldpreis sehen wir aktuell den höchsten Stand seit dem Jahr 2012. Interessant ist, dass bei der Gesamtbetrachtung des Corona-Crash am Aktienmarkt der Risk Off Trade hinein ins Gold funktioniert hat (siehe hier). Aktien sind unterm Strich seit Februar noch im Minus. Der Goldpreis konnte unterm Strich gut zulegen. Die Anleger fliehen bei Unsicherheit hin zum Sicheren Hafen Gold, und wenn sie risikobereiter sind, kaufen sie wieder Aktien. Seit Wochen und Monaten hilft Gold, dass die Notenbanken immer mehr Geld drucken, die Staaten sich immer mehr verschulden, und die Zinsen immer weiter sinken. Daher wird Gold grundsätzlich immer attraktiver!

Aber jüngst tut sich etwas Merkwürdiges. Schauen wir auf den folgenden Chart, wo der Goldpreis verglichen wird mit dem Dow Jones auf CFD Basis in den letzten zehn Tagen. Die Kurse laufen insgesamt gesehen parallel. Dies könnte etwas zu tun haben mit einer Art “Inflation”, die sich in den steigenden Aktienkursen zeigt, welche wiederum gleichzeitig viele Anleger veranlasst auch in Sicherheit zu investieren. Dazu aber gleich noch mehr in einem Analystenkommentar in diesem Artikel. Der Goldpreis scheint sich nach und nach immer weiter hochzuschieben. Kann er derzeit offenbar auch mit steigenden Aktien mit hoch laufen? Andersrum sieht man seit heute früh einen leichten Rückgang im Goldpreis, exakt parallel zum Rückgang in den Aktienmärkten seit heute früh.

Chart zeigt Gold gegen Aktien seit zehn Tagen

Analystenmeinungen

Naeem Aslam von Avatrade erwähnt heute, dass der Goldpreis gerade ein 8-Jahres-Hoch erreicht, und dass sich der Edelmetallpreis nahe an sein Ziel von 1.800 Dollar annähert. Es bestehe kein Zweifel daran, dass Händler Geld in Gold-ETFs pumpen, da die Nachfrage nach Gold aufgrund von Virusbedenken gestiegen sei. Sinkende Zinssätze rund um den Globus und der schwächere Dollar würden die Rallye im Goldpreis am Leben halten. Es gebe Spekulationen, dass Gold – einmal mehr – angesichts der Höhe der Schulden, die die USA angehäuft haben, zur Reservewährung der Welt werden könnte. Tatsächlich sei es aber so, dass sich die US-Verschuldungssituation in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht verbessern werde. Die Geldmenge werde wahrscheinlich weiter steigen, und dies werde den Glanz von Gold nur noch verstärken. Hinzu komme, dass es viele Investoren gebe, die immer noch auf eine instabile wirtschaftliche Erholung aufgrund von Covid-19 setzen, so Naeem Aslam.

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote erwähnt heute früh, dass der Goldpreis die Marke von 1.790 Dollar testet, und sich langsam aber sicher auf die 1.800-Dollar-Marke zubewege. Die Anleger hätten das Edelmetall fest im Blick, da sie von der tatsächlichen Risikorallye und den gedrückten Staatsrenditen wenig überzeugt seien. An diesem Punkt beobachte man, dass die Aktien-Preisinflation ebenfalls zu einer Goldblase führe. Wenn die Aktienmärkte sich weiter aufblähen, gibt es für Gold wenig Grund, das Gegenteil zu tun, so Ipek Ozkardeskaya. Also, ist ein womöglich weiter steigender Goldpreis ein Hedge für den Aktienmarkt, für den Fall dass er plötzlich abschmiert?

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