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Anleihen

Goldpreis kurz vor 2.000 Dollar? Plötzlicher Rückfall – was ist das los?

Claudio Kummerfeld

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Der Goldpreis hatte bis vor wenigen Minuten noch den Drang Richtung 2.000 Dollar zu schielen. Das Rekordhoch von 1.921 Dollar wurde am Montag deutlich überschritten mit einem Hoch bei 1.981 Dollar. Am Mittwoch dann erneut das Hoch bei 1.981 Dollar. Dann kam der Markt wieder etwas zurück. Und heute früh machte der Goldpreis ein neues Allzeithoch bei 1.982 Dollar. Wie gesagt, bis vorhin wirkte es noch so, dass Gold mit einem Kursniveau von 1.975 Dollar nur darauf lauerte, weiter nach oben Richtung 2.000 Dollar zu laufen.

Goldpreis fällt plötzlich

Aber dann, vor wenigen Minuten, da rutschte der Goldpreis plötzlich runter auf jetzt 1.961 Dollar. Was ist da los? Markus Fugmann hatte gestern ein sehr interessantes Video veröffentlicht (hier anschauen) über die kursbewegenden Faktoren bei Gold. Und heute sehen wir, dass der US-Dollar, der tage- und wochenlang brutal gecrasht war, sich etwas erholt. Der Dollar-Index steigt seit heute früh von 92,52 auf jetzt 93,06 Indexpunkte. In den letzten Minuten ging es im US-Dollar noch etwas schneller nach oben, was gegen den Goldpreis drückt.

Anleihe-Rendite steigt ein ganz klein wenig

Und was Markus Fugmann auch erwähnte: Die fallenden Renditen für Staatsanleihen halfen dem Goldpreis zuletzt auch beim Steigen. Auch heute sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen gefallen. Aber dann vorhin zeigte sich auch dort eine kleine Wende nach oben. Mag es auch nur eine technische Reaktion nach den starken Verlusten in den letzten Tagen und Wochen sein. Seit 15 Uhr steigt die Rendite von 0,53 auf 0,55 Prozent parallel zum steigenden US-Dollar. Bei steigenden Renditen für andere Geldanlagen wird das zinslose Gold natürlich weniger attraktiv für Anleger!

Beide Faktoren haben den Goldpreis offenkundig vorhin zum Rutschen gebracht. Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Gold (rot-grün) gegen den Dollar-Index (blau) seit Montag. Die Korrelation im Verlauf dieser Woche ist klar zu erkennen. Ob der Drang Richtung 2.000 Dollar bald weitergeht? Finden Sie beim Klick an dieser Stelle hochinteressante Aussagen vom Rohstoff-Experten Eugen Weinberg zur grundsätzlichen Hausse im Goldpreis und im Silberpreis, und zur weiteren Aussicht.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    31. Juli 2020 16:16 at 16:16

    Irgendwie logisch, daß der Goldpreis vor der runden Marke 2000 etwas fällt.

  2. Avatar

    Zimmermann

    31. Juli 2020 19:52 at 19:52

    Die Notenbanken werden dem Treiben im Gold eh nicht mehr lange zuschauen.

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Anleihen

Wenn die EU alles rettet, sinkt das Risiko – hier die aktuellen Folgen

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Risiken werden aufgefangen, jetzt auch direkt durch die EU

Wie predigt es Markus Krall schon die letzten Monate und Jahre? Politik und Notenbanken versuchen seit geraumer Zeit durch immer neue Rettungsprogramme, durch Gelddrucken und neue Schulden die Risiken zu unterdrücken. Aber damit werden die Risiken lediglich auf-addiert und in die Zukunft verschoben, bis es irgendwann einmal kräftig knallt. Ist dies aktuell auch wieder der Fall? Oder ist der heute früh endgültig verabschiedete Rettungsplan der 27 EU-Partner (750 Milliarden Euro als Zuschuss und Kredit) der große Durchbruch, um die Volkswirtschaften Europas wieder kräftig nach oben zu pushen, aber diesmal wirklich?

Die zehn Jahre nach der Finanzkrise zeigten: Obwohl EZB-Chef Mario Draghi die Staatenlenker in der Eurozone diverse Male fast schon anbettelte (sie sollten sich reformieren und die EZB könne nur Zeit erkaufen). Wirklich passiert war nicht wirklich viel. In Italien zum Beispiel wurde die Lage immer nur noch schlimmer. Griechenland wirkt nur deswegen stabil, weil die EU-Partner mit dem 86 Milliarden Euro-Paket einmal das Land kräftig überladen haben mit frischem Geld. Gesund ist Griechenland deswegen aber nicht, lediglich liquide!

EU-Rettung lässt das Risiko sinken

Durch das aktuelle Programm der EU, wo sie selbst (und nicht die Staaten) Geld aufnimmt, wird das Schuldenproblem in Europa vergemeinschaftet, da mache man sich bitte nichts vor. Es ist wieder ein neuer Schritt zur Schuldenunion, die wir mit dem ESM, der Griechenland-Rettung und dem EZB-Aufkauf von Anleihen in Billionenhöhe ja Schritt für Schritt immer weiter ausbauen, und das seit Jahren! Und gemeinsame Schulden bedeuten auch immer: Das Problem einzelner ist das Problem aller. Die ganz Starken müssen die ganz Schwachen mit durchschleppen, komme was da wolle. So arrogant es auch klingen mag. Bei Griechenland war es der Fall (hier wurde jüngst durch die EZB auch kräftig unterstützt), und das viel größere Italien hat mit dem aktuellen “Wiederaufbaufonds” der EU erneut Zugang zu einer neuen Geldquelle. Wer glaubt wirklich, dass Rom mit diesem frischen Geld nun endlich die Notwendigkeit sieht große Strukturreformen umzusetzen? Nein, ganz im Gegenteil. Immer neue Hilfsgelder und Subventionen in EU und Eurozone verleiten automatisch dazu, sich an diese Gelder zu gewöhnen. Wozu sich selbst anstrengen, wenn alle Probleme mit Geld von außen gelöst werden?

Na ja, gelöst werden hier ja keine Probleme. Sie werden nur immer wieder mit Geld zugeschüttet und in die Zukunft verlagert. Aber das Risiko, dass Länder wie Italien zahlungsunfähig werden, das sinkt natürlich immens, wenn die rettende Hand letztlich alles bezahlt. Und in diesem Fall ist das gesamthaftend mit der EU eine verdammt starke Hand! Der Kapitalmarkt ist hier das sofortige Barometer dieser Risikoeinschätzung. Die heutige Einigung in der EU-Partner Brüssel hat man schon seit Tagen in den Anleihekursen eingepreist. Wo weniger Risiko ist, muss auch weniger Risikoaufschlag in Form von hohen Renditen für Anleihen gezahlt werden. Die Anleger kaufen Anleihen, was die Renditen drückt.

Renditen sind schon seit Tagen gefallen

So sank die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen schon seit letzter Woche (in Erwartung der Einigung in Brüssel) von 1,28 Prozent kontinuierlich bis auf 1,11 Prozent heute früh um 10 Uhr (Chart seit letztem Mittwoch). Dann setzten wohl heute Mittag Gewinnmitnahmen ein. Fallende Anleihekurse ließen die Rendite bis jetzt wieder auf 1,15 Prozent steigen. Aber von 1,28 Prozent auf 1,15 Prozent, das ist schon eine beachtliche Bewegung in nicht mal vier Handelstagen. Ähnlich sieht die Lage bei den Renditen griechischer Staatsanleihen aus. Seit Mitte letzter Woche fiel die Rendite von 1,27 Prozent auf 1,08 Prozent heute früh (aktuell 1,11 Prozent). Für spanische Papiere sank die Rendite seit letzter Woche von 0,43 Prozent auf 0,31 Prozent (aktuell 0,35 Prozent).

Tja, wo weniger Risiko, da sieht man sinkende Renditen. Und wenn die starken EU-Partner immer mehr Haftung für die Wackelkandidaten übernehmen, sinkt ihr Risiko eines Zahlungsausfalls. Dank sinkender Renditen können sie sich nun wieder günstiger selbst am Markt verschulden. Wozu also noch selbst Reformanstrengungen durchführen, wenn die EU und ihre Partner doch immer wieder alles retten? Aber nein, nicht doch. Diesmal, ganz sicher, da sind die 750 Milliarden Euro der große Turbo-Booster für die Konjunktur in Italien, jetzt geht es wirklich bergauf? Aber ja, abschließend kann man natürlich genau so gut sagen: Irgendwas musste man auf EU-Ebene ja noch gemacht werden, als großes Zeichen, um noch mal einen Schub für die Konjunktur aufzulegen.

Rendite für italienische Staatsanleihen im Kursverlauf

Holger Zschaepitz zeigt im folgenden Chart (im Hoch ist die Corona-Krise im März zu sehen), dass sogar das Risiko für den Zahlungsausfall europäischer Unternehmen durch die aktuelle Einigung der EU-Partner weiter sinkt. Der Schutz gegen Zahlungsausfälle (Kreditausfallversicherungen) wird günstiger.

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Anleihen

EZB PK mit Christine Lagarde: Hier im Live-Blog

Claudio Kummerfeld

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Die PK der EZB beginnt soeben nach der jüngsten schriftlichen Verkündung von 13:45 Uhr. Hier bringen wir in kurzen Sichtpunkten die wichtigsten aktuellen Aussagen von Christine Lagarde.

15:33 Uhr: PK beendet.

15:28 Uhr: Kreditausfälle und Bankenkrise voraus? Lagarde: Banken sind inzwischen viel besser kapitalisiert als vor zehn Jahren. Viele bereitgestellte Maßnahmen seien von den Banken genutzt worden um der Krise zu begegnen.

15:23 Uhr: Einige belanglose Frage und Antworten die letzten Minuten.

15:10 Uhr: Europäischer Rettungsfonds (von der EU und den EU-Staaten) wird kommen.

15:07 Uhr: TLTRO funktioniere, weil in seiner Folge auch die Kreditvergabe an die Wirtschaft und die Haushalte angesprungen ist.

15:04 Uhr: TLTRO (Liquidität für Banken) sei ein großer Erfolg. Dies liege an den angebotenen Konditionen, der Nachfrage, und weil das Thema für die Banken nicht negativ behaftet sei.

15:00 Uhr: Durch PEPP haben sich die Konditionen bei Anleihen verbessert. Aber man ist noch nicht zurück zu Niveaus vor der Krise, wie zum Beispiel bei Renditen von Staatsanleihen, was für die Geldpolitik der EZB wichtig ist.

14:52 Uhr: PEPP (aktuelles Krisen-Anleihekaufprogramm): Werden Flexibilität des Programms (bis Juni 360 Milliarden von 1,35 Billionen ausgeschöpft) nutzen. Zuletzt habe man aber die Höhe der Ankäufe etwas gesenkt, weil die Finanzmärkte zuletzt etwas stärker waren. Geplant ist die volle Summe auszuschöpfen.

14:49 Uhr: Fragerunde mit Journalisten beginnt.

14:45 Uhr: Lagarde erzählt vieles, was schon bekannt ist (siehe zum Beispiel hier).

Wer den ganzen Redetext, der jetzt abgelesen wird, nochmal nachlesen will, hier im Wortlaut.

14:33 Uhr: Jetzt verliest Christine Lagarde erst einmal ihren Redetext.

EZB Chefin Christine Lagarde
Christine Lagarde. Foto: EZB (CC BY-NC-ND 2.0)

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Allgemein

Was bedeutet eigentlich Monetarisierung von Staatsschulden?

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Monetarisierung der Staatsschulden durch die EZB

Die Monetarisierung von Staatsschulden ist wieder in. Seitdem die Notenbanken rund um den Erdball, allen voran die EZB und die Fed, wieder Staatsanleihen kaufen, stellt sich die Frage, was die Monetarisierung von Staatsanleihen eigentlich ist und was sie bedeutet – für den Staat, seine Bürger, Gläubiger und die Währung. Kurz gesagt bedeutet Monetarisierung von Staatsschulden nichts anderes, als dass die Notenbank die Staatsschulden aufkauft. Das tut sie naturgemäß mit Geld, das vor dem Aufkauf noch gar nicht existierte. Es wird also zusätzliches Geld geschaffen.

Die Monetarisierung bringt zusätzliches Geld ins System – und damit Inflation

Damit unterscheidet sich der Kauf von Staatsanleihen signifikant vom Kauf durch jede andere denkbare Partei. Wenn Privatpersonen, Unternehmen, Pensionsfonds oder Rentenkassen Staatsanleihen kaufen, dann wird dem System zunächst einmal Geld entzogen. Die Käufer der Anleihen können das in die Zeichnung der Anleihen investierte Geld erst einmal nicht mehr ausgeben, dadurch keine Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen erzeugen und so auch weder für steigende Preise noch eine Wirtschaftsbelebung sorgen.

Der Staat, der nun das Geld besitzt, gibt Staatsanleihen jedoch nicht zum Selbstzweck oder zur Kaufkraftabschöpfung aus. Er wird dieses Geld wieder ausgeben. Und damit wird dieses Geld über kurz oder lang doch noch nachfragewirksam. Schließlich kauft der Staat entweder direkt Waren und Dienstleistungen damit ein oder gibt das Geld Menschen und Unternehmen, die es wiederrum ausgeben. Im ganzen Kreislauf kommt jedoch kein zusätzliches Geld in den Umlauf. Es wird nur temporär umverteilt von Geldbesitzern an andere Parteien.

Wenn Zentralbanken die Staatsanleihen kaufen (hier die jüngsten Bilanzdaten), ganz gleich, ob direkt vom Staat oder von anderen Anleihebesitzern, dann wird jedoch zusätzliches Geld erzeugt. Die Zentralbank kauft die Anleihen mit Geld, das im Moment des Kaufes erzeugt wird. Somit kann jeder Euro oder US-Dollar monetarisierter Staatsanleihen gleich zweimal nachfragewirksam werden. Einmal, wenn der Staat das mit der Anleiheemission eingenommene Geld ausgibt. Und ein zweites Mal, wenn der ursprüngliche Besitzer der von der Zentralbank gekauften Anleihen das von der Zentralbank erhaltene Geld ausgibt.

Damit wird die Monetarisierung von Staatsanleihen auf jeden Fall für steigende Inflation sorgen. Das kann entweder auf den Waren- und Dienstleistungsmärkten geschehen, am Immobilienmarkt oder wie jüngst geschehen, an den Wertpapiermärkten. Dort, wo das zusätzliche Geld ausgegeben wird, steigen die Preise.

Notenbanken könnten das Geld wieder entziehen, doch sie tun es nicht!

Das ist jedoch solange nur ein temporärer Effekt, wie die Notenbank die gekauften Anleihen nach der Tilgung nicht reinvestiert. Irgendwann muss der Staat die ausgegebenen Anleihen tilgen – einmal abgesehen von den wenigen unendlich laufenden Anleihen. Woher auch immer muss der Staat Geld beschaffen und zur Tilgung der Anleihe einsetzen. In diesem Moment wird dem System wieder Geld entzogen. Die Zentralbank bekommt das Geld, die Anleihe ist getilgt und das Geld verschwindet genauso wieder im Nichts, wie es beim Kauf erschaffen wurde.

Doch soweit ließen es die Zentralbanken bisher nicht kommen. Zins-und Tilgungszahlen wurden bisher wieder in neue Anleihen reinvestiert. Damit bleibt das Geld also im System und nachfragewirksam. Schlimmer noch: Durch die auch reinvestierten Zinsen nimmt das zusätzlich geschaffene Geldvolumen immer mehr zu.

Dabei spielt es auch gar keine Rolle, ob die Staaten ihre Anleihen direkt an die Notenbank verkaufen oder die Papiere über Zwischenhändler an die Zentralbanken weitergereicht werden. So ist es der EZB verboten, direkt Anleihen zu zeichnen. Aus dem Grund werden neue Anleihen erst an Banken und Versicherungen verkauft, die sie dann mit Gewinn an die Notenbank weiterreichen. Es ist nicht mehr als ein Trick, um das Verbot zu umgehen, der gleichzeitig den Zwischenhändlern gute, fast risikofreie Gewinne beschert. Dem Sinn des Monetarisierungsverbots, der Erhalt der Kaufkraft des Geldes, wird zuwider gehandelt.

Endziel: Hyperinflation!

Im schlimmsten Fall führt die Monetarisierung zum vollständigen Verlust des Vertrauens in die Währung. Hyperinflation, Abwertung und Wirtschaftskrisen sind die Folge. Für die Staaten ist der Kaufkraftverlust des Geldes sogar ein positiver Nebeneffekt. Wenn mehr Geld im Umlauf ist, das besteuert werden kann, dann können die alten Schulden mit neuem Geld geringerer Kaufkraft zurückgezahlt werden. Die Schuldentragfähigkeit des Staates steigt erst einmal.

Doch haben die Notenbanken erst einmal im größeren Umfang damit angefangen, gibt es kaum mehr einen Weg zurück. Die Märkte haben sich inzwischen an die zusätzliche Liquidität gewöhnt. Die Notenbanken werden die Folgen eines Liquiditätsentzuges vermeiden wollen: fallende Aktien- und Anleihenkurse, sinkende Immobilienpreise, sinkendes Wirtschaftswachstum oder sogar Rezession. Zum Preis von Inflation und Vertrauensverlust haben die Notenbanken eine Krise abgemildert – und dadurch den Weg zu einer viel größeren Krise in der Zukunft geebnet.

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